| Volvo baut Lkw-Montagewerk in Russland | | Drucken | |
Fertigstellung 2009 geplant / Markt für Import-Lkw nimmt stark zuMoskau (bfai) - Der Boom auf dem russischen Lkw-Markt hat die erste Großinvestition eines internationalen Herstellers im Land ausgelöst. Das schwedische Unternehmen Volvo Group kündigte den Bau eines neuen Montagewerkes für Lkw in Kaluga an. Die Kapazität der Fabrik wird sich auf 10.000 Volvo- und 5.000 Renault-Trucks pro Jahr belaufen. Volvo verfügt bereits über ein kleineres Joint Venture in Zelenograd bei Moskau. Die Kapazitäten des Werkes von 500 Fahrzeugen pro Jahr reichen aber bei weitem nicht aus, um den Markt zu bedienen. Die geplanten Investitionen in das neue Volvo-Montagewerk in Kaluga, etwa 200 km südwestlich von Moskau entfernt, werden auf 935 Mio. skr (rund 102 Mio. Euro) beziffert. Die Fertigstellung ist für 2009 vorgesehen. Damit wird Volvo als erster internationaler Lkw-Hersteller sein industrielles Engagement ins Land kommen. "Bewundernswerter Mut, aber angesichts der Marktentwicklung genau richtig", kommentiert ein Vertreter eines ausländischen Automobilunternehmens in Moskau. "Andere werden mit Sicherheit nachziehen". Seit 2003 betreibt Volvo mit dem russischen Konzern AFK Sistema das Fertigungs-Joint-Venture VTS-Zelenograd. Das Werk ist derzeit voll ausgelastet. Im Jahr 2006 liefen dort rund 400 Fahrzeuge vom Band (2005: 364, 2004: 210). Erst kürzlich sind rund 100 Mio. skr in ein großes Volvo-Zentrum bei Sankt Petersburg investiert worden und im Herbst 2006 wurde ein Ersatzteillager bei Moskau eröffnet. In Kaluga wird derzeit auch das neue Montagewerk von Volkswagen in Russland gebaut. Die Entscheidung für die Investition wird durch die stark steigenden Absatzzahlen von Volvo auf dem russischen Markt begründet. Seit 2003 stiegen die Verkäufe von neuen Lkw von 500 auf 2.500 Einheiten (Absatz weltweit 2006: 105.519). Hinzu kamen 2006 noch etwa 5.000 gebrauchte Lkw. Bei neuen und gebrauchten importierten Lkw belegt Volvo in Russland nach eigenen Angaben den ersten Rang vor MAN, Scania, Renault, Freightliner und Iveco. Volvo ist im Augenblick der einzige internationale Lkw-Hersteller, der in Russland direkt mit einer größeren Montage vertreten ist und diese nun kräftig ausbauen will. Kleine Lkw der Marke "Hyundai Porter" werden in Taganrog von OAO TaGAZ in Lizenz gebaut. Seit 2005 gibt es bei ZAO Awtotor in Kaliningrad eine skd-Montage von "Yuejin"-Kleinlastern. Die Bausätze kommen vom chinesischen (VR China) Unternehmen NAC. Ein größeres Vorhaben zur Lizenzfertigung von Lkw (2 t bis 25 t) treibt die russische Automobilgruppe Sewerstal-Awto mit dem japanischen Hersteller Isuzu voran. Geplant ist eine Fertigung von 25.000 Fahrzeugen pro Jahr. Dieses Projekt werde wegen seiner Größenordnung einen erheblichen Einfluss auf den Markt haben, glaubt ein Branchenfachmann. In der Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan wird Sewerstal-Awto außerdem ab Ende 2007 Transporter, Kleinbusse und Pickups der Marke "Fiat Ducato" montieren.
Quellen: Zeitschrift "Awtobiznes", Marktforschungsunternehmen ASM-Holding
Quellen: Tageszeitung "RBK daily", Föderaler Zolldienst der Russischen Föderation
*) Angaben zu einzelnen Marken weichen von Schätzungen anderer Experten ab Quelle: Volvo Trucks Russia, Lars Himmer (W.L.) |
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