| Sieben Touristik-Sonderzonen in Russland geplant | | Drucken | |
Staat finanziert Infrastrukturinvestitionen / Tender für Consultants geplantMoskau (bfai) - Russland ist um weitere Sonderwirtschaftszonen neuen Typs reicher. Neben sechs Industrie- und Technologiezonen werden in den nächsten Jahren sieben zusätzliche Sondergebiete mit dem Schwerpunkt Tourismus entstehen. Diese sollen in Südrussland, in Kaliningrad und in Sibirien eingerichtet werden. Daraus können sich Geschäftschancen nicht nur für Investoren im Tourismussektor ergeben. Gefragt sind auch Consulting-Dienste. In den neuen Sonderwirtschaftszonen wird ferner viel Geld in den Aufbau der notwendigen Infrastruktur investiert werden müssen. Russland gehört nicht gerade zu den beliebtesten Reisezielen ausländischer, aber auch inländischer Touristen. Zu teuer, zu wenig erschlossen, zu unfreundlich und zu kompliziert. Ausländische Touristen scheinen das Land deshalb derzeit eher zu meiden. Die Zahl ausländischer Gäste stagniert oder ist gar rückläufig. Und auch für die Russen selbst ist eine ausländische Destination häufig reizvoller und preiswerter als ein Urlaub im Inland. Dabei hätte das Land allein der Größe wegen viel zu bieten. Wenigstens etwas Abhilfe soll das Instrument der Sonderwirtschaftzonen neuen Typs mit dem neuen Schwerpunkt Tourismus und Erholung leisten. Ziel ist dabei nicht etwa, dem russischen Tourismus insgesamt auf die Sprünge zu helfen und das Niveau der Dienstleistungen in diesem Bereich zu heben. Die neue Maßnahme hat eher eine regionalpolitische Ausrichtung. Mit Hilfe steuerlicher Vergünstigungen und staatlicher Infrastrukturinvestitionen sollen strukturschwächere Gebieten, die über ein gewisses touristisches Potenzial verfügen, neue Entwicklungsimpulse gegeben werden. Eine Tenderkommission des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel hat sich Anfang Dezember 2006 für sieben russische Regionen entschieden, in denen die neuen Sonderwirtschaftszonen eingerichtet werden sollen. Der Beschluss muss allerdings noch von der Regierung bestätigt werden. Touristik-Zonen werden in folgenden Gebieten entstehen: - Baikal-See: im Verwaltungsgebiet Irkutsk und in der Republik Burjatien - Ortschaft Listwjanka (74 km von Irkutsk), Erholungs- und Geschäftstourismus, Konzepterstellung durch die Assoziation "Baikal-City"; Sonderzone am Ostufer des Baikalsees in Burjatien - Altaigebirge: Republik Altai/ Gebiet Altaiskij Krai - Rayon Maima, Sanatorium- und Hotelkomplex Mansherok/"Birjusowaja Katyn" am Fluss Katyn, Ski-Tourismus - im Gebiet Krasnodar (Krasnodarskij Krai) - fünf Teilzonen in Anapa, Gelendshik, Tuapse und Sotschi - im Gebiet Stawropol (Stawropolskij Krai) - Region Mineralnyje Wody, "Gesundheitstourismus", Sanatorien, Kindererholungsheime, Ausbau von Straßen- und Bahnverbindungen nach Sotschi vorgesehen; - im Gebiet Kaliningrad. Investoren, die in diesen Gebieten in Hotels, Sanatorien oder Erholungsparks bauen und betreiben, werden mit ähnlichen Steuervergünstigungen bedacht, wie sie für die anderen Sonderwirtschaftszonen (Industrie- und Technologiezonen) vorgesehen sind. Die Gewinnsteuer wird für sie um vier Prozentpunkte auf 20% gesenkt. Die Vermögens- und Bodensteuer kann für fünf Jahre erlassen werden. Die Gründung der neuen Sonderwirtschaftszonen bietet nicht nur Investoren aus dem In- und Ausland, die sich im Tourismussektor engagieren wollen, einige interessante Geschäftschancen. Im Vorfeld werden Beraterdienste gefragt sein. So sollen nach Meldungen russischer Nachrichtenagenturen bis Januar 2007 Tender für Consultants ausgeschrieben werden. Es wird dabei um die Erstellung von Entwicklungsplänen für die sieben Sonderwirtschaftszonen gehen. Bevor private Investoren ihre Arbeit in den Sonderzonen aufnehmen können, werden allerdings der Staat und die Regionalregierungen eine Menge Geld in den Aufbau und Entwicklung der notwendigen Infrastruktur stecken müssen, etwa in den Bau von Straßen, der Strom- oder Wasserversorgung, in den Ausbau der Flughäfen, Bahn- und Fernstraßenzugängen. Das wird eine zusätzliche Nachfrage nach Baustoffen, Maschinen und Ausrüstungen generieren. Für den Auf- und Ausbau der Infrastruktur der Sonderwirtschaftszonen sollen in den nächsten zwanzig Jahren aus dem Föderalbudget rd. 44,5 Mrd. Rbl (rd. 1,3 Mrd. Euro) und weitere 18,5 Mrd. Rbl aus den Regionalhaushalten zur Verfügung gestellt werden. Der größte Teil der Gelder soll aber bis 2013 fließen, wenn der Aufbau der Infrastruktur zu den vordringlichsten Aufgaben gehören wird. Die Regierung rechnet mit privaten Investitionen in den Sonderzonen in Höhe von 273 Mrd. Rbl. |
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