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Russlands Wirtschaftsbau boomtMietpreise steigen weiter / Hoher Bedarf an LogistikeinrichtungenMoskau (bfai) - Russlands Markt für Handels-, Büro- und Logistikflächen boomt. Die Investitionen erreichen Rekordsummen, die erzielbaren Verkaufs- und Mietpreise ebenso. Fachleute gehen davon aus, dass der Mangel an Büroraum frühestens 2010 behoben sein wird. Die hohen Renditen bei Wirtschaftsneubauten haben Russland im 1. Halbjahr 2007 zum attraktivsten Zielland für ausländische Direktinvestitionen im Immobiliensektor gemacht. Die Mietpreise auf Russlands Markt für Büroimmobilien steigen weiter. Allein in Moskau konnten Vermieter von A- und B-Flächen im 1. Halbjahr 2007 um 8 beziehungsweise 12% höhere Preise als im 1. Halbjahr 2006 durchsetzen, so Analysen der Agentur Miel. Mit einem Zuwachs von 5 bis 11% sind die Verkaufspreise etwas langsamer gestiegen. Ein Quadratmeter Bürofläche der Klasse A kostete Mitte 2007 in Moskau ungefähr 8.000 US$, der Klasse B 6.000 US$. Marktexperten sehen den zusätzlichen Bedarf an Büros zwischen 4 und 7 Mio. Quadratmeter - ein Defizit, das frühestens 2010 behoben sein wird. In den Regionen außerhalb von Moskau und Sankt Petersburg ist das Angebot an hochwertigen Büroflächen gering, während der Bedarf der aufstrebenden Wirtschaft wächst. Daher sind die Preise für Büroimmobilien mit westlichem Standard in russischen Großstädten kaum niedriger als in den beiden wichtigsten Metropolen. Developer entdecken aber zunehmend das Hinterland und investieren auch dort in Geschäftszentren der A- und B-Klasse. Die steigenden Miet- und Kaufpreise für Büroimmobilien führen dazu, dass große russische Konzerne immer häufiger selbst in solche Objekte investieren. So kündigte das Rohstoffunternehmen Itera im Sommer 2007 an, für 150 Mio. bis 200 Mio. US$ einen 80.000 Quadratmeter großen Verwaltungskomplex in Moskau zu errichten. Im Trend liegt außerdem die Umwandlung ehemaliger Industriegebäude zu eleganten Bürokomplexen. Besonders in Moskau, das Produktionsbetriebe zunehmend aus dem Stadtgebiet heraus drängt und zugleich über Platzmangel für Neubauten klagt, ist dies ein sehr dynamisches Geschäftsfeld für Developer. Neue Projekte für Lager- und Logistikkomplexe werden in Russland nahezu im Wochenrhythmus bekannt gegeben. Der Bedarf ist riesig, wie ein Vergleich der Zeitung "Wedomosti" mit italienischen Ballungszentren zeigt: Demnach gebe es rund um Mailand etwa 25 Mio. Quadratmeter Lagerflächen, rund um Rom 10 Mio. Quadratmeter. Der Großraum Moskau dagegen komme nicht einmal auf 2 Mio. Quadratmeter, wovon wiederum nur 15% modernen Anforderungen entsprächen (Immobilienmakler Knight Frank taxiert die Lagerflächen im Großraum Moskau auf knapp 8 Mio. Quadratmeter). Besonders beliebt bei Investoren ist daher der Moskauer Oblast. So kündigte die MosCityGroup im Mai 2007 ein Bauvorhaben für 300 Mio. US$ rund 15 Kilometer südlich der Hauptstadt an. Raven Russia will für jeweils über 100 Mio. US$ zwei weitere Projekte südlich des Moskauer Autobahnrings bauen. Im Raum Sankt Petersburg ist die Industriezone Schuschary aufgrund ihrer Nähe zu den geplanten Autofabriken von Toyota und General Motors Schwerpunkt der Investitionen. Die angekündigten Bauvorhaben für Lagerkomplexe überschreiten 500.000 Quadratmeter. Investoren sind unter anderem Raven Russia, die Avalon Group und die litauische Hanner. Aber auch das russische Hinterland bleibt attraktiv für Neubauten im Logistiksektor. Mirland Development hat sich Grundstücke in Nowosibirsk und Ufa gesichert und will dort für 280 Mio. US$ Logistikzentren errichten. Weitere Bauvorhaben in Millionenstädten sind vorgesehen. Die deutsche Garbe Group plant nahe des Flughafens Nischnij Nowgorod einen Logistikkomplex mit rund 50.000 Quadratmeter Nutzfläche. Der österreichische H1 Hotelfund hat einen Auftrag zur Errichtung von 50 Hotels in den wichtigsten russischen Städten mit einem Investitionsvolumen von 1 Mrd. US$ erhalten. Ein entsprechender Vertrag wurde mit dem Tourismusunternehmen Avtopromimport unterzeichnet, das dem russischen Wirtschaftsministerium untersteht. Nach Meinung der Fonds-Spitze, biete Russland das größte Potenzial für Hotelimmobilien in Osteuropa. Der Bedarf belaufe sich auf mindestens 500 zusätzliche Häuser. Das österreichische Unternehmen R-Quadrat und die US-amerikanische ALG Transportation wollen ab Frühjahr 2008 in Kasan ein 5-Sterne-Hotel inklusive Bürokomplex für 100 Mio. US$ errichten. Die AST-Gruppe teilte mit, an 20 Standorten in Moskau 3-Sterne-Hotels bauen zu wollen. Russland war im 1. Halbjahr 2007 das attraktivste Zielland für ausländische Direktinvestitionen im Immobiliensektor. Das haben Untersuchungen der Agentur Knight Frank ergeben. Grund seien die zweistelligen Renditen sowohl bei Büro- als auch bei Handels- und Logistikneubauten. Laut Jones Lang LaSalle flossen zwischen Januar und Juni 2007 rund 1,27 Mrd. US$ ausländisches Kapital in russische Büro- und Handelsimmobilien. Nach Berichten der Zeitung "Business & Financial Markets" wollen internationale Investmentfonds in den nächsten Jahren rund 30 Mrd. US$ in russische Gewerbeimmobilien investieren.
Quelle: Wirtschaftszeitung Business & Financial Markets Der Industrie- und Kraftwerksbau wird für Bauunternehmen immer wichtiger. Allein die Modernisierung des Energiesektors sieht bis 2010 Investitionen von 120 Mrd. US$ in neue Stromerzeugungskapazitäten vor. Die finanzstarke Metallurgiebranche investiert zunehmend in neue Produktionskapazitäten. Die Öl- und Gaskonzerne bauen neue Raffinerien und Anlagen zur Flüssiggaserzeugung. Auftrieb bekommt der Industriebau besonders durch die Automobilindustrie. Immer mehr internationale Hersteller planen eigene Fabriken in Russland. Aktuell errichten Nissan, Volkswagen und Toyota neue Werke. Baupläne haben auch Peugeot-Citroën und General Motors. Den Auftrag für seine neue Fabrik bei Sankt Petersburg hat GM der türkischen Enka erteilt. Laut russischer Presse soll das Auftragsvolumen bei rund 100 Mio. US$ liegen.
Quelle: bfai-Recherchen (S.Z.) |
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