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Russlands Schuh- und Lederproduzenten stehen unter DruckImporte überschwemmen den Markt / Investitionen in neue Anlagen und Modelle dringend nötig / Von Gerit SchulzeMoskau (bfai) - Russlands Schuh- und Lederhersteller haben immer stärker mit der Importkonkurrenz zu kämpfen. Trotz steigenden Marktvolumens ist die Inlandsproduktion von Schuhen 2007 deutlich gesunken. Ein Grund sind die veralteten Produktionsanlagen der russischen Produzenten. Will die Branche den bevorstehenden WTO-Beitritt des Landes überleben, muss sie sich konsolidieren und dringend in neue Ausrüstungen investieren. (Kontaktanschriften) Russlands Hersteller von Lederwaren und Schuhen können nur teilweise mit der dynamischen Entwicklung der Gesamtwirtschaft mithalten. Obwohl die Nachfrage nach ihren Produkten steigt, können gerade die einheimischen Schuhfabriken kaum mit der Importware konkurrieren. Im Jahresverlauf 2007 ist die Schuhproduktion um fast ein Zehntel gesunken. Dafür haben die Gerbereibetriebe und Hersteller von Taschen deutlich zugelegt. Während russische Schuhe Marktanteile verlieren, wachsen die Importe überdurchschnittlich. Von Januar bis November 2007 verdoppelten sich die Einfuhren von Lederschuhen gegenüber der Vorjahresperiode auf über 84 Mio. Paare im Wert von 1,27 Mrd. US$. Im Gesamtjahr 2006 wurden laut Zollbehörde nur 42,8 Mio. Paar Lederschuhe im Wert von 0,66 Mrd. $ offiziell nach Russland eingeführt. Bei einer geschätzten Marktgröße von 400 Mio. bis 450 Mio. Paaren Schuhen pro Jahr (Wert: bis zu 10 Mrd. $) gelangt mehr als die Hälfte der verkauften Stückzahlen illegal ins Land.
Quelle: Föderaler Statistikdienst Nach Angaben der Russischen Union der Leder- und Schuhhersteller (RSKO) sind die einheimischen Schuhproduzenten bei arbeitsintensiven Bestandteilen auf die Einfuhr von Halbfabrikaten aus Billiglohnländern wie der VR China angewiesen. Nur so könnten sie preislich überhaupt noch mit Importwaren konkurrieren. Dennoch sei die Attraktivität der Schuhbranche für Investoren in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen. Laut RSKO sind die Investitionen in die Schuh- und Lederproduktion im 1. Halbjahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40% auf umgerechnet weniger als 15 Mio. $ gesunken. Die schnell steigenden Löhne von nominal 20 bis 30% pro Jahr, aber auch die zunehmend teurer werdenden Rohstoffe erschweren den russischen Schuhfabriken das Geschäft. Hinzu kommt, so der Branchenverband RSKO, die fehlende staatliche Unterstützung etwa bei der Zollpolitik oder der Eindämmung illegaler Einfuhren. In der Schuhbranche wird der Trend zur Konsolidierung daher voranschreiten. Neue Produktionskapazitäten sucht unter anderem die russische Holding Sawwa. Zu dem Konzern gehört bereits einer der größten Textilhersteller des Landes, die Wolschskaja tekstilnaja kompanija (WTK). Bis 2010 will Sawwa durch Übernahmen die Schuhsparte ausbauen. Ende 2007 hat die Holding dafür die russische Fabrik Kusnezkobuw gekauft und plant dort Investitionen in die Modernisierung der Anlagen. Das Unternehmen war stark von Staatsaufträgen abhängig (Verteidigungsministerium), zuletzt aber in finanzielle Schieflage geraten. Sawwa will die Schuhproduktion bei Kusnezkobuw von 390.000 (2006) bis Ende 2008 auf Kapazitäten von 800.000 Paaren verdoppeln. Außerdem soll Sawwa Interesse an Herstellern in Italien haben, um dort Schuhe in der Preisklasse bis 100 Euro produzieren zu lassen. Eine neue Schuhproduktion bei Moskau will laut russischer Presse das Unternehmen Carlo Pazolini aufbauen. Die Kapazitäten des Werkes sollen bei 240.000 Paaren pro Jahr liegen. Das Unternehmen hat bereits Fabriken in Italien, Spanien und der VR China. Ein wichtiger Hersteller und Schuhhändler ist Obuw Rossij. Die Holding investiert 2008 laut Presseberichten weiter in den Ausbau ihres Vertriebsnetzes. Seine Herstellungskapazitäten erweitert hatte zuletzt der bekannte russische Produzent Ralf Ringer im Gebiet Moskau. Der bevorstehende WTO-Beitritt Russlands vergrößert den Investitionsdruck der Schuhhersteller, da die Importe dann noch billiger ins Land strömen können. Relativ gute Marktchancen werden russischen Anbietern bei Arbeitsschuhen, Kinderschuhen und Militärstiefeln (öffentliche Auftraggeber) eingeräumt. Die Regierung will die Anschaffung von Maschinen und Ausrüstungen für die Branche unterstützen, in dem sie deren Einfuhr zollgünstiger gestaltet, Zinssubventionen und Steuerermäßigungen gewährt. Italienische Maschinenbauer sind heute die wichtigsten Ausrüstungslieferanten für die Schuh- und Lederhersteller des Landes. Die russische Lederindustrie plagen etwas andere Probleme als die Schuhhersteller. Sie konnte ihren Ausstoß in den vergangenen Jahren deutlich steigern und hat nun vor allem mit der Rohstoffversorgung zu kämpfen. So ist beispielsweise die Zahl der Rinder mit rund 23 Mio. Stück heute nur noch halb so groß wie zu Sowjetzeiten. Während die russischen Herstellungskapazitäten bei rund 40 Mio. Quadratmeter Leder pro Jahr liegen, dürfte der Nachschub mit Tierhäuten die Marke von 30 Mio. Quadratmeter kaum überschreiten, schätzt der Verband RSKO. Hinzu kommen Qualitätsmängel der einheimischen Rohstoffe. Schon jetzt müssen die russischen Gerbereibetriebe einen Teil ihrer Ausgangsstoffe daher importieren. Auch die veralteten Produktionsanlagen machen den Herstellern zu schaffen. So war beim Marktführer Russkaja Koscha noch zu Jahresbeginn über die Hälfte der Ausrüstungen verschlissen. Die Investitionen 2007 beliefen sich auf rund 4 Mio. $. Auch andere Unternehmen wie Ostaschkowskij koschewennyj sawod oder Kurskaja Koscha investieren weiter. Das Kursker Werk war der erste Lederhersteller mit ausländischer Beteiligung (italienisches Kapital). Russlands größte Lederhersteller
Quelle: Zeitschrift Prjamye inwestizii, 5/2007
Quelle: Föderaler Zolldienst KontaktanschriftRossijskij Sojus Koschewnikow i Obuwschtschikow (Russische Union der Leder- und Schuhhersteller) 115477 Moskau, uliza Kantemirowskaja 58, office 5002 Tel./Fax: 007 495/231 31 05, -237 44 82 Internet: www.souzkogevnikov.ru E-Mail: rossouzkog@mtu-net.ru Nazionalnyj Obuwnoj Sojus (Nationale Schuh-Union) 101000 Moskau, uliza Mjasnizkaja 24, Gebäude 3 Tel.Fax: 007 495/624 75 64, -628 71 71 Internet: www.nfar-legal.ru E-Mail: info@nfar-legal.ru (S.Z.) |
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