| Russlands Markt fuer Elektrotechnik lockt | | Drucken | |
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Ausländische Hersteller verstärken direktes Engagement / Von Waldemar Lichter Moskau (bfai) - Die steigenden Investitionen der russischen Stromwirtschaft und der Industrie veranlassen zahlreiche ausländische Hersteller von elektrotechnischen Ausrüstungen, ihr Engagement in Russland zu verstärken. Ob Siemens, Alstom, Schneider Electric, ABB oder Areva - die meisten Großen der Branche sind im Land aktiv, schließen Kooperationen mit russischen Partnern, gründen Joint Venture oder bauen eigene Fertigungswerke. Die Produktion ist zum größten Teil für den russischen und den GUS- Markt bestimmt. Der französische Elektrokonzern Schneider Electric erwägt die Ansiedlung eines neuen Werkes für elektrotechnische Ausrüstungen in Tatarstan. Der Baubeginn wird für Ende 2007 ins Auge gefasst. Das Vorhaben sei lokalen Pressemeldungen zufolge bei einem Treffen zwischen dem Präsidenten der Republik Tatarstan Mintimer Schaimijew und dem Aufsichtsratschef von Schneider Electric, Henri Lachmann, Ende Mai 2007 in Kasan vereinbart worden. Das Werk soll elektrotechnische Ausrüstungen (Nieder- und Mittelspannung) und Automatisierungstechnik für die Erdölchemie und andere Industriezweige fertigen. Die Investitionen könnten sich auf 8 Mio. Euro belaufen. Die erste Phase des Vorhabens soll 2008 beendet sein, die zweite könnte 2011 anlaufen. Denkbar sei auch die Gründung eines Joint Ventures mit dem tatarischen Stromunternehmen Tatenergo, heißt es. Nach einer Lizenz von Schneider Electric werden bereits in Tatarstan (Zainsk) seit Mai 2007 Blocktransformatoren gebaut. Die Kapazität des Herstellers, Tatarstanskaja Elektrotechnitscheskaja kompanja (TatEK), einer Tochter von Tatenergo, wird mit 100 Transformatoren pro Jahr angegeben. Die Investitionen werden mit 38 Mio. Rbl (rund 1,1 Mio. Euro) angesetzt. Schneider Electric verfügt über zwei Produktionswerke in Russland, in St. Petersburg (Lexel) und in Mednogorsk (UralElektroKontaktor; Gebiet Orenburg). Der gesamte Umsatz des Unternehmens in Russland soll sich 2006 auf 220 Mio. Euro belaufen haben. Das zur Schneider-Electric-Gruppe gehörende Unternehmen Lexel produziert seit 1997 in St. Petersburg. 2006 fand eine Erweiterung des Werkes statt, bei der Demag-Spritzgießmaschinen installiert wurden. Meldungen der Nachrichtenagentur Prime-Tass zufolge beabsichtigt Lexel, 2010 ein neues Werk für elektrotechnische Erzeugnisse (Steckdosen, Schalter und andere) im Gatschinskij Rayon/ Gebiet Leningrad für 12,5 Mio. Euro zu errichten. Das Vorhaben sei mit den Gebietsbehörden im Herbst 2006 abgestimmt worden. Die Gründung eines paritätischen Joint Ventures zur Herstellung von elektrotechnischen Ausrüstungen für den Bedarf der Aluminiumindustrie haben Mitte Juni 2007 das französische Unternehmen Areva und der russische Alukonzern UC Rusal (Fusion zwischen Rusal und SUAL) vereinbart. Das Gemeinschaftsunternehmen wird auf Basis von OAO Rossijskaja Elektrotechnitscheskaja Kompanja in Jekaterinburg entstehen. Die Neugründung wird mit den zahlreichen Aluminiumvorhaben (Neubau und Modernisierung) von UC Rusal begründet. Daraus wird sich in den nächsten Jahren ein hoher Bedarf an Anlagen und Serviceleistungen ergeben. Die Ausrüstungen sollen unter anderem in den bestehenden Aluminiumwerken Sajanogorsk und Bratsk sowie in den neu zu errichtenden Werken in Bogutschany (Krasnojarskij Krai) und Taischet (Gebiet Irkutsk) eingesetzt werden. Der Produktionswert des Joint Ventures soll in fünf Jahren einen Wert von 500 Mio. $ erreichen. Siemens verfügt über mehr als zwei Dutzend Tochterunternehmen und Beteiligungen in Russland. Mitte Juni 2007 gründete der deutsche Elektrokonzern ein weiteres Joint Venture für Engineering und Projektierung von Hochspannungsschaltanlagen. Partner ist der größte russische Transformatorenhersteller OAO Elektrozawod (Moskau). An dem Gemeinschaftsunternehmen wird Siemens mit 51% beteiligt sein. Zuvor ist im April 2007 eine Absichtserklärung über die Gründung eines Joint Venture mit OAO Newskij Zawod zur Herstellung von Gasturbinen von 25-MW-Leistung unterzeichnet worden. In Omsk wird Siemens einer dreiseitigen Vereinbarung mit der Gebietsregierung und dem lokalen Stromversorger Omskenergo zufolge dabei behilflich sein, die Produktion von modernen Hochspannungsschaltern (SF6-Schalter; etwa 100 Einheiten/Jahr) aufzunehmen. In der ersten Etappe soll eine Montagefertigung organisiert werden. Die Ausrüstungen und Teile werden Agenturmeldungen zufolge von Siemens stammen. Die Produktion soll 2008 aufgenommen werden. Die Investitionen werden auf 70 Mio. Rbl geschätzt. Ein Joint Venture für Dampfturbinen und Generatoren für Kernkraftwerke planen Alstom und der spezialisierte staatliche russische Anlagenhersteller Atomenergomasch. Die Gründung soll im Herbst 2007, die Produktionsaufnahme in Podolsk (auf Basis von ZiO-Podolsk) wird 2010 erfolgen. Die Projektkapazität von 2,5 bis 3 Anlagen pro Jahr dürfte 2012 erreicht werden. Der Mehrheitsanteil an dem Joint Venture wird bei den Russen liegen. Die geplanten Investitionen könnten sich auf 300 Mio. $ belaufen. Strategischer Partner von Alstom in Russland ist seit 2005 die Holding EMAlliance (dazu gehören neben anderen ZiO-Podolsk, Krasnyj Kotelschtschik). Das Konsortium Alstom-EMAlliance setzte sich Ende 2006 in einem Tender des regionalen Stromversorgers Mosenergo zur Errichtung eines Kraftwerkblocks (Kraftwerk TEC-26) gegen mehrere internationale Wettbewerber (Siemens/Silowyje Maschiny, Mitsubishi/Technopromexport, General Electric/Iberdrola) durch.
Quelle: Angaben der Unternehmen, Pressemeldungen, eigene Recherchen (W.L.) |
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