| Russlands Kfz-Markt schaltet den Turbo ein | | Drucken | |
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Verkaufszahlen im 1. Halbjahr 2007 unerwartet stark gestiegen / Ausländische Modelle wertmäßig vor einheimischen Marken Moskau (bfai) - Russlands Kfz-Markt wächst noch schneller, als selbst optimistische Experten erträumt haben. Im 1. Halbjahr 2007 hat die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 28% zugelegt, das Wertvolumen stieg sogar um 51%. Analysten von PricewaterhouseCoopers rechnen für das Gesamtjahr nun mit einer Marktgröße von 45 Mrd. US$, bis 2011 soll der Wert auf 96 Mrd. $ steigen. Die größten Gewinner des Booms sind in Russland gefertigte, ausländische Automodelle. Deutsche Marken finden sich in der Zulassungstabelle weit hinten. (abs)Deutsche Automarken tauchen in den Top 10(Kontaktanschrift) (abs) Die Halbjahresergebnisse der Pkw-Verkäufe in Russland haben selbst die Optimisten überrascht. Besonders die im Land gefertigten ausländischen Neufahrzeuge verbuchen Rekorde, ihre Verkaufszahlen verdoppelten sich im 1. Halbjahr 2007 auf 205.000. Bei den Verkaufsumsätzen liegen sie bereits vor russischen Modellen. Auch die Zahl der Importwagen kletterte um imposante 60% auf über 500.000, wie die Consulting-Agentur PricewaterhouseCoopers (PWC) ermittelt hat. Einheimische Automarken wie Lada, Wolga oder Oka kommen dagegen immer stärker unter die Räder und verlieren dramatisch Marktanteile. Der Verkauf russischer Autos ging in den ersten Monaten 2007 um 23% auf 300.000 Stück zurück. Schon jetzt haben die russischen Modelle kaum noch Preisvorteile gegenüber den in Russland gefertigten ausländischen Marken. Wenn AwtoWAZ, GAZ und andere einheimische Hersteller ab 2008 die Abgasnorm Euro-3 erfüllen müssen, wird der Preisunterschied noch geringer ausfallen. Zunehmend suchen Russlands Flaggschiffe der Automobilindustrie daher ausländische Partner, um ihre Produktion konkurrenzfähiger zu machen. AwtoWAZ zum Beispiel führt Gespräche mit Fiat über den Kauf einer neuen Plattform für ein Mittelklasse-Modell. Außerdem plant Fiat mit den Russen ein Joint Venture zur Motorenproduktion. Gleichzeitig lässt der italienische Konzern bereits bei Sewerstal-Awto seine Modelle Albea und Ducat montieren. AwtoWAZ dagegen hat außerdem mit der kanadischen Magna International vereinbart, im Gebiet Samara eine neue Produktionsstätte für ein Modell der C-Klasse zu errichten. Auch die GAZ-Gruppe kooperiert mit Magna. Gemeinsam wollen beide Unternehmen Kunststoff- und Karosserieteile herstellen. Weiterhin möchte GAZ eine Chrysler-Plattform für ein neues Modell nutzen.
Quelle: PricewaterhouseCoopers, RBK Daily Experten von PWC rechnen für das Gesamtjahr 2007 mit insgesamt 2,6 Millionen verkauften Fahrzeugen in Russland und einem Wertvolumen von 45 Mrd. $. Bis 2011 könnte sich die Marktgröße noch einmal auf dann 96 Mrd. $ und 4,5 Mio. Einheiten verdoppeln, so ein PWC-Analyst gegenüber der Zeitung "RBK Daily". Damit wird Russlands Fahrzeugmarkt für die internationalen Automobilhersteller immer wichtiger und könnte sich neben Deutschland schon bald zum wichtigsten europäischen Absatzgebiet entwickeln. Grund für den Boom sind die jährlichen Einkommenssteigerungen von real über 10%, der immer noch große Nachholbedarf und die günstigeren Kreditbedingungen für Kfz-Käufe. Die Zahl der in Russland gefertigten Pkw ausländischer Hersteller könnte deshalb laut PWC bis 2010 auf 1,6 Mio. Einheiten steigen. Ford, Renault und GM (Joint Venture mit AwtoWAZ) haben bereits eigene Produktionsstätten in Russland. Kia, BMW, SsangYong und andere Autokonzerne lassen bei russischen Unternehmen kleinere Stückzahlen fertigen. Doch weitere Hersteller stehen längst in den Startlöchern. Nissan hat Anfang Juli dieses Jahres mit dem Bau seiner Autofabrik in Sankt Petersburg begonnen. Bis 2009 sollen die Produktionsanlagen mit einer Jahreskapazität von zunächst 50.000 Fahrzeugen stehen. Die Japaner wollen dort den Mittelklassewagen Teana und den Geländewagen X-Trail montieren und investieren rund 200 Mio. $ in das Projekt. Ebenfalls im Großraum Sankt Petersburg wollen Toyota und GM eigene Fabriken errichten. Für Suzuki hat die Stadtregierung Anfang Juli 2007 ein Baugrundstück freigegeben. Volkswagen baut derzeit bei Kaluga südlich von Moskau eine Produktionsanlage auf. Peugeot-Citroën hat bereits eine Investitionsvereinbarung mit Russlands Wirtschaftsministerium unterschrieben und sucht nach einem geeigneten Standort. Besonders aktiv drängen auch chinesische Hersteller nach Russland, das laut Analysten für die Asiaten als Brückenkopf zur Erschließung des Weltmarktes angesehen wird. Mit Great Wall, Faw, Lifan, Venture Corp., Geely und Chery sollen gleich sechs Konzerne aus dem Reich der Mitte über eine Produktion in Russland nachdenken. Sie könnten laut PWC-Prognosen schon 2010 eine halbe Million Fahrzeuge im Land herstellen. Allerdings ist Moskau sehr zurückhaltend bei der Gewährung von Zollvorteilen für eine Fertigung chinesischer Modelle. Great Wall versucht bereits seit zwei Jahren, solche Vergünstigungen auszuhandeln. Die Kaliningrader Gruppe Avtotor (bei der auch BMW kleinere Stückzahlen fertigen lässt) hat Anfang Juli 2007 bekannt gegeben, mit der chinesischen Chery Automobile über den Bau einer Fabrik zu verhandeln. Sollte das Projekt verwirklicht werden, sind 250 Mio. $ Investitionen und eine Jahreskapazität von 200.000 Fahrzeugen geplant. Deutsche Automarken muss man in der russischen Verkaufsstatistik für Pkw-Neuwagen weit hinten suchen. Unter den Top-10 ist nur Opel vertreten. Europas größter Autokonzern Volkswagen liegt sogar nur auf Platz 15. Besonders stark in Russland sind japanische und südkoreanische Hersteller sowie die bereits mit eigenen Fabriken im Land vertretenen Konzerne Ford, GM und Renault.
Quelle: Nachrichtenagentur Prime-Tass, Assocation of European Businesses (AEB) KontaktanschriftPricewaterhouseCoopers Ansprechpartner: Stanley Root (Automotive Leader) Kosmodamianskaja Nabereshnaja 52/5, 115054 Moskau Tel.: 007 495/9 67 63 28, Fax: -9 67 60 01 E-Mail: stanley.root@ru.pwc.com (S.Z.) |
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