| Russlands Busmarkt erwartet Wachstum | | Drucken | |
Großer Ersatzbedarf / GAZ-Gruppe investiert in neue Modelle / Von Waldemar LichterMoskau (bfai) - Der russische Busmarkt wächst zwar deutlich schwächer als der im Pkw- oder Lkw-Segment. Doch auch hier gibt es viel Potenzial. Nach Schätzungen von Branchenfachleuten könnte sich der Markt für Busse aller Klassen (ohne Mikro- und Spezialbusse) bis 2011 gegenüber 2006 verdoppeln. Die GAZ-Gruppe will ihre dominierende Rolle auf dem Markt ausbauen, kräftig investieren, aber auch im Ausland expandieren. Neben GAZ ging auch Nefaz eine Fertigungskooperation mit einem ausländischen Hersteller ein. (Kontaktanschriften) Nach Schätzungen der GAZ-Gruppe, der führenden Automobilholding Russlands, stieg der Absatz von Bussen aller Klassen (ohne Mikro- und Spezialbusse) von 18.000 Einheiten 2004 auf 22.000 im Jahre 2005 und 24.700 im Jahr darauf. Das Marktvolumen wird mit 1,1 Mrd. US$ (2006) angegeben. Die Prognosen für die nächsten vier Jahre sind positiv. Das Marktvolumen könnte sich bis 2011 auf 2,0 Mrd. bis 2,2 Mrd. $ in etwa verdoppeln und der Absatz auf 29.000 bis 30.000 Busse pro Jahr steigen, so ein Vertreter der Busdivision der Gaz-Gruppe auf der 10. Konferenz "The Russian Automotive Industry" von Adam Smith Conferences Mitte März 2007 in Moskau. Der Markt wird durch den allgemeinen Aufschwung der Wirtschaft angetrieben. Die öffentliche Hand und die Verkehrsbetriebe haben mehr Geld, um den Buspark zu erneuern. Die budgetfinanzierten Nationalprogramme tragen ein Übriges bei. Ein Beispiel: Im Rahmen des nationalen Bildungsprogramms wird die Beschaffung von Schulbussen finanziert. Außerdem steigt der Anteil privater kommerzieller Dienstleister an der Personenbeförderung. Stärker gefragt sind nun größere Busse, während Kleinbusse an Boden verlieren. Insgesamt werden auch die Anforderungen an die Fahrzeuge immer höher. Spielte früher vor allem der Preis die wichtigste Rolle bei der Kaufentscheidung, so seien es heute auch andere Kriterien, wie Garantie, Service, Betriebskosten und auch die Einhaltung ökologischer Vorschriften, die eine größere Rolle spielen, berichtet ein GAZ-Manager. Verlangt würden nun nicht Fahrzeuge, sondern ganze Transportlösungen. Solche Projekte realisiert GAZ derzeit mit etwa einem Dutzend Stadtverwaltungen im ganzen Land. Wichtige Impulse werden von dem großen Erneuerungsbedarf des Fahrzeugparks ausgehen. Auf Russlands Straßen fahren derzeit etwa 100.000 Stadt- und 20.000 Überlandbusse. Etwa 70% von ihnen sind älter als zwölf Jahre. Ein großer Teil des Busparks wird damit in nächster Zeit ersetzt werden müssen. Die GAZ-Gruppe sieht die Bussparte als einen der Schwerpunkte ihrer Aktivitäten an. Nach Angaben von Eric Eberhardson, des früheren Volvo-Managers und heutigen Vorsitzenden der Gruppe, sind in den nächsten Jahren Investitionen von 130 Mio. $ in diesem Segment geplant. Beabsichtigt ist, einige neue Modelle für große Stadt- und Gelenkbusse, neue Kleinbusse auf Basis der bestehenden Fahrzeuge "Waldai" und "Maxus" zu entwickeln. Außerdem will GAZ eine vollwertige Produktion eines modernen Reisebusses auf den Weg bringen. Ziel der Busdivision von GAZ ist, den Umsatz auf 1,2 Mrd. bis 1,5 Mrd. $ pro Jahr und den Absatz auf 28.000 Fahrzeuge/Jahr zu steigern. Heute bauen die fünf Buswerke der Gruppe (PAZ, LiAZ, GolAZ, KAWZ, KAAZ) etwa 20.000 Busse/Jahr (Umsatz 2005: 500 Mio. $). Da das Wachstumspotenzial auf dem lokalen Markt eingeschränkt sei, sollen ausländische Märkte stärker ins Visier genommen werden - Südostasien (insbesondere Indien), Afrika und Südamerika. Die Exportquote soll von derzeit 25 auf 40% erhöht werden. Bei der Entwicklung von Modellen arbeitet die Bussparte mit mehreren ausländischen Büros zusammen. Der neue Bus LiAZ-52922 ist beispielsweise gemeinsam mit IVM Automotive Stuttgart entwickelt worden. Im Juli 2006 ist außerdem ein Joint Venture mit der brasilianischen Firma Marcopolo gegründet worden. Geplant ist die gemeinsame Fertigung der Busmodelle "Andare-850" und "Andare-1000" im Werk Golizino. Eine Kooperation mit einem ausländischen Bushersteller ist auch der zweitgrößte russische Hersteller, Nefaz, eingegangen. Partner ist das belgisch-niederländische Unternehmen VDL. Die ersten Busse (Reise- und Niederflurbusse) aus gemeinsamer Fertigung (DAF-Motoren, Voith-Retarder) sind im Sommer 2006 vorgestellt worden. Der einzige ausländische Hersteller von Bussen in Russland ist Scania. Die Schweden haben ihre Produktion in St. Petersburg 2006 von 192 auf 236 Fahrzeuge (vor allem "Scania Omnilink") erhöht. 73 davon (Betrieb mit Ethanolkraftstoff) sollen nach Stockholm geliefert worden sein. Eine weitere gemeinsame Fertigung gibt es im Bereich Kleinbusse zwischen EvoBus Russland und GUP MO Mostransawto in Kolomna bei Moskau.
Quelle: Ernst&Young Kontaktanschriften: GAZ-Gruppe Busdivision "Russkije Awtobusy" Generaldirektor: Sergej Georgiewitsch Zanosin Technischer Direktor: Dmitrij Lwowitsch Garonin Beschaffungsdirektor: Oleg Wadimowitsch Petscheneshskij ul. 2-ja Magistralnaja 8a, korp. 3, 123290 Moskau, Russische Föderation Tel.: 007 495/720 50 63, -720 29, Fax: -720 50 06 E-Mail: rap@ruspromauto.ru, Internet: http://self.bus.ru , http://www.gaz.ru
Nefaz (Neftekamskij Awtozawod) Generaldirektor: Raif Salichowitsch Malikow Technischer Direktor: Wladimir Michaljowitsch Sjutkin, Beschaffungsdirektor: Talgat Islamowitsch Mingazow Ul. Janaulskaja 3, 452680 Neftekamsk/ Russische Föderation Tel./Fax: 007 34713/232 16, -204 80 (Generaldirektor), -236 02 (techn. Direktor), -210 50 (Beschaffungsdirektor), Fax: -204 10 E-Mail: nefaz@nefaz.ru, Internet: http://www.nefaz.ru
Adam Smith Conferences Ansprechpartner: Frank Dewitz 6th Floor, 29 Bressenden Place London, SW1E 5DR Tel.: 0044 207/490 37 74, Fax: -505 00 79 E-Mail: info@adamsmithconferences.com, frank@adamsmithconferences.com (Frank Dewitz) Internet: http://www.asi-conferences.com (W.L.) |
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