| Russland braucht Bagger, Bulldozer und Betonmischer | | Drucken | |
Starke Bauwirtschaft erhöht Bedarf an Spezialtechnik / Erste ausländische Hersteller planen eigene MontagewerkeMoskau (bfai) - Die starke russische Baukonjunktur erhöht den Bedarf an Baumaschinen und Baufahrzeugen. Da die russische Industrie den Bedarf kaum allein decken kann, wachsen die Importe zweistellig. Deutsche Hersteller haben eine gute Position, müssen sich aber zunehmend gegen asiatische Konkurrenz erwehren. Die ersten ausländischen Unternehmen planen eigene Produktionsstandorte in Russland. Anbieter von Baumaschinen und Baufahrzeugen erleben derzeit einen wahren Nachfrageboom in Russland. Grund ist die starke Konjunktur in der Bauindustrie, die zu einer der dynamischsten Branchen in Russland zählt. Im 1. Halbjahr stieg der Wert der ausgeführten Bauleistungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um fast 26% auf 1.189 Mrd. Rubel (rund 34 Mrd. Euro; Durchschnittskurs im 1. Halbjahr 2007: 1 Euro = 34,67 Rubel).Der Bauboom vollzieht sich sowohl im Wohnungsbau (Fertigstellungsvolumen im 1. Halbjahr 2007: 21,2 Mio. Quadratmeter, +35% im Vergleich zum Vorjahr) als auch im Gewerbe- und Infrastrukturbau. Die föderale Straßenbehörde Rosawtodor geht davon aus, dass künftig das Tempo im Straßenbau erhöht wird. Allein 2008 und 2009 sind dafür 285 Mrd. Rubel (über 8 Mrd. Euro) aus dem Staatshaushalt vorgesehen. Damit verdoppelt sich die Investitionssumme im Vergleich zu 2006. Etwa halb so viel steuern noch einmal die Regionen bei, außerdem fließen Mittel aus dem Investitionsfonds. Russlands Bestand an Baumaschinen ist für dieses Arbeitsvolumen nicht immer gerüstet. Etwa 40% der Kräne, Betonpumpen, Walzen oder Bagger gelten als verschlissen. In manchen Regionen soll der Abnutzungsgrad laut Branchenportal Exkavator.ru sogar 70% erreicht haben. Das Leasen von Baumaschinen hat sich bislang noch nicht in dem Maße durchgesetzt, wie das in Westeuropa der Fall ist. Meist kaufen die Bau ausführenden Unternehmen direkt bei den Herstellern. Die einheimische Produktion von Bautechnik profitiert vom großen Nachholbedarf und konnte ihre Fertigungszahlen 2006 deutlich ausbauen. Allerdings haben russische Hersteller außer dem Preisargument kaum Wettbewerbsvorteile gegenüber westlichen Anbietern, da ihre Geräte Nachteile bei der Produktivität, bei den Betriebskosten und bei der Reparaturanfälligkeit haben. Der Anteil ausländischer Baumaschinen und -fahrzeuge am Fuhrpark der russischen Bauunternehmen ist daher in den letzten Jahren deutlich gestiegen und hat teilweise mehr als ein Drittel erreicht. Insgesamt lag das Marktvolumen für neue Bautechnik laut Wirtschaftszeitung Business & Financial Markets 2006 bei rund 2,1 Mrd. US$, ein Plus von 15% gegenüber dem Jahr zuvor.
Quelle: Exkavator.ru
Quelle: Exkavator.ru Die zunehmende Marktgröße veranlasst ausländische Hersteller von Baufahrzeugen, über eine eigene Montage in Russland nachzudenken. So plant die japanische Komatsu laut Zeitungsberichten im Gebiet Iwanowo die Produktion von Baggern, Bulldozern und Lademaschinen. Das Unternehmen soll derzeit über einen Marktanteil von rund 20% verfügen und 2006 über 1.400 Bagger in Russland verkauft haben. Nach Schätzungen von Komatsu werden 2007 landesweit rund 8.500 Hydraulikbagger verkauft. Das wäre ein Anstieg von 40% im Vergleich zum Vorjahr. Der Liebherr-Konzern will im Gebiet Nischnij Nowgorod bis 2009 eine Produktionsstätte für Aushubtechnik (Bagger) errichten. Für den ersten Bauabschnitt sind Investitionen von rund 80 Mio. Euro geplant. Ebenso sucht Hitachi nach Partnern für eine Montage in Russland. Deutsche Hersteller von Baumaschinen und -fahrzeugen konnten ihr Liefervolumen Richtung Russland in den letzten Monaten deutlich ausweiten. Bei Betonpumpen oder Straßenwalzen haben sie allein im 1. Halbjahr 2007 annähernd so viel exportiert wie im gesamten Vorjahr.
Quelle: Föderaler Zolldienst (S.Z.) |
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