| Russland - Kfz-Industrie und Kfz-Teile | | Drucken | |
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Moskau (bfai) - Der russische Kfz-, insbesondere der Pkw-Markt, erlebt derzeit einen beispiellosen Boom. Die steigende Nachfrage kommt vor allem Importfahrzeugen zugute. Aber auch für ausländische Pkw-Hersteller, die sich direkt im Land engagieren oder von anderen in Lizenz produzieren lassen, ist die Lage günstig. Die traditionelle russische Kfz-Industrie bemüht sich indes, über Kooperationen mit ausländischen Unternehmen wieder mehr Boden unter die Füße zu bekommen. Zulieferfirmen aus dem Ausland folgen ihren Abnehmern und gehen nun verstärkt nach Russland. Marktentwicklung/-bedarf
Quelle: Gruppe GAZ, Kamaz Der Pkw-Absatz in Russland dürfte bis 2010 auf ca. 2,2 Mio. Fahrzeuge per annum zulegen (2005: rund 1,7 Mio.). Das Marktvolumen soll dann 30 Mrund US$ erreichen und damit nach Schätzungen von Experten doppelt so hoch sein wie 2004. Dank der steigenden Kaufkraft verschiebt sich die Nachfrage hin zu höherwertigeren und teureren Modellen. Das Niedrigpreissegment, das vor allem von traditionellen russischen Produzenten bedient wird, verliert an Gewicht. Von dieser Entwicklung profitieren derzeit importierte und lokal produzierte Modelle ausländischer Herkunft.
1) inklusive Pkw, die in Russland hergestellt wurden; 2) darunter auch Pkw des Joint Venture GM-AwtoWAZ; 3) inklusive Lexus; 4) inklusive leichte Vielzweckfahrzeuge, wie zum Beispiel Renault Kangoo, Citroën Jumper; 5) nur Pkw Quelle: Nachrichtenagentur Prime-Tass, Assocation of European Businesses (AEB)
Quelle: AwtoWAZ Die Pkw-Einfuhren zeigten eine ungebrochen starke Dynamik und werden 2006 einen neuen Rekord erreichen. Die Importe von Gebrauchtfahrzeugen nehmen hingegen tendenziell ab. Kräftig steigen wird in den nächsten Jahren der Anteil ausländischer Pkw, die vor Ort gebaut werden. Der russische Fahrzeugbestand ist stark überaltert. Bei Pkw wird der Anteil von Fahrzeugen, die 2005 älter als zehn Jahre waren, auf 50% geschätzt. Weitere 29% sollen zwischen fünf und zehn Jahren alt gewesen sein.
Quelle: GIBBD Rossii, ASM Holding, GAZ Angesichts des kräftigen Marktwachstums und steigender Automobilproduktion kann auf dem Markt für Autoteile, Komponenten und Zubehör mit einer rasant steigenden Nachfrage gerechnet werden. Über das Marktvolumen gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Fälschungen sind ein erhebliches Problem, vor allem für lokale Hersteller. Der Anteil soll sich nach Schätzungen etwa 40% des Ersatzteilemarktes belaufen. Produktion/Branchenstruktur
Quelle: ASM-Holding, Föderaler Statistikdienst der Russischen Föderation, Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel Experten erwarten, dass die Pkw-Produktion in Russland bis 2010 um etwa ein Drittel auf ca. 1,5 Mio. Fahrzeuge zunehmen wirund Das Wachstum wird allerdings zum größten Teil durch die Montage ausländischer Pkw-Marken in Russland bedingt sein. Deren Anteil dürfte bis 2010 auf rund 39% wachsen. Der Markt für Busse (einschließlich Kleinbusse) und Lkw wird nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums 2008 einen Umfang von rund 85.000 bis 95.000 beziehungsweise 240.000 bis 270.000 Fahrzeugen erreichen. Rund 80% bis 85% davon könnten aus lokaler Fertigung stammen. Um mehr ausländische Autokonzerne dazu zu bewegen, in Russland zu produzieren, hat die Regierung im Frühjahr 2005 (Beschluss Nr. 166 vom 29.3.05) die Einfuhrzölle für Komponenten und Teile deutlich auf 3% bis 5% gesenkt und bei einigen Positionen sogar auf Null gesetzt. Der begünstigte Warenkreis wurde im September 2006 nochmals erweitert (Beschluss Nr. 566 vom 16.9.06). Um diese Präferenzen zu erhalten, muss die lokale Fertigung schrittweise erhöht und ein Produktionsvolumen von mindestens 25.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht werden. Zusätzlich hat der Automobilhersteller als russische juristische Person einen Vertrag mit dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel abzuschließen, der auf sieben beziehungsweise acht Jahre befristet ist. Diese Strategie hat inzwischen Früchte getragen. Bis Ende 2006 wurden mit ausländischen und russischen Unternehmen zehn Vorhaben auf dieser Basis vereinbart. Weitere Verträge (auch mit Zulieferern) sind in Vorbereitung. Entsprechende Vereinbarungen werden allerdings nur noch bis zum WTO-Beitritt Russlands 2007/08 möglich sein. Die Altverträge behalten für die vereinbarte Frist ihre Gültigkeit.
Quelle: Ministerium für Industrie und Energie der Russischen Föderation Größter lokaler Automobilzulieferer ist die SOK-Gruppe (Samara). Ein weiterer wichtiger Anbieter ist die Holding Severstal (Motorenwerk ZMZ etc.). Nach Angaben des Industrieministeriums gibt es in Russland rund 2.000 Firmen, die sich mit Zulieferungen für die Automobilindustrie befassen. Etwa 300 davon sind Tier-1-Zulieferer. Von diesen beliefern 98% ausschließlich russische Autowerke. Nur 5% wären potenziell in der Lage, westliche Qualitätsstandards zu erfüllen. Der Branche stehen massive Veränderungen bevor. Einige ausländischer Zulieferer sind bereits mit einer eigenen Fertigung vor Ort vertreten, darunter Delphi, Johnson Controls, Bosch, Lear, ZF und Siemens (zuletzt Übernahme des russischen Zulieferers Avtel). Ab 2007 ist jedoch mit einem kräftigen Schub an Neuvorhaben in diesem Bereich zu rechnen. Signalwirkung dürfte der Einstieg von Magna International in Russland haben. Gemeinsam mit AwtoWAZ und der Gruppe GAZ will das Unternehmen mehrere große Projekte zur Fertigung von Komponenten (unter anderem Kunststoffteile) realisieren. Geplant sind Investitionen von mehreren Hundert Millionen US-Dollar.
Quelle: Angaben der Unternehmen, Presseberichte Außenhandel
Quelle: Zollstatistik der Russischen Föderation GeschäftspraxisTechnische Normen und Erfordernisse können bei folgenden Institutionen abgefragt werden: - Föderale Agentur für technische Regulierung und Metrologie der Russischen Föderation (Gosstandard; Internet: http://www.gost.ru); - FGUP Standardinform (Internet: http://www.gostinfo.ru). Weitere interessante Websites zu diesem Thema sind: - FGUP NAMI (Wissenschaftliches und Forschungsinstitut für die Automobil- und Motorenindustrie; Internet: http://www.nami.ru); - Nationaler Verband der Hersteller von Automobilkomponenten Russlands (NAPAK; Internet: http://www.napak.ru (z.Z. nicht erreichbar)). Für Einfuhrverfahren ist der Föderale Zolldienst der Russischen Föderation (FTS) zuständig ( http://www.customs.ru). Weitere Informationen zu Zollthemen bieten die Websites "www.tks.ru" (Zollcomputer-Service) und "www.vch.ru" (virtueller Zoll). KontaktanschriftenKontaktanschriften zur Branche finden Sie im Internet in unserer kostenlosen bfai-Datenbank unter " http://www.bfai.de, Datenbank-Recherche, Adressen, Adressen Branche kompakt". |
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