| Neuer Staatskonzern fuer Olympiabauten in Sotschi geplant | | Drucken | |
Unternehmen wird bis Jahresende 2007 gegründet / Zollsenkungen und Steuervorteile geplantMoskau (bfai) - Russland gründet ein neues Staatsunternehmen, das sich um die Errichtung der Sportanlagen und Infrastruktur in der Olympiastadt Sotschi kümmern soll. Der Konzern wird die Ausschreibungen für die Bauvorhaben durchführen, Aufträge vergeben und die Bauabwicklung überwachen. Unternehmen, die sich an den Projekten beteiligen wollen, bekommen es damit mit neuen Ansprechpartnern zu tun. Per Gesetz sollen außerdem Steuererleichterungen und Zollsenkungen für Firmen gelten, die sich an den Olympiavorbereitungen beteiligen. (Kontaktanschrift) Wie Wirtschaftsminister German Gref Mitte August 2007 angekündigt hat, soll bis spätestens Dezember eine so genannte Olympische Körperschaft Russlands gegründet werden. Dieses Staatsunternehmen werde als Auftraggeber für die Olympia- und Infrastrukturbauten in Sotschi auftreten und zugleich die Bauausführung kontrollieren. Anschließend soll der Konzern den Betrieb der Sportstätten und die weitere Nutzung nach den Winterspielen 2014 organisieren, berichteten Moskauer Tageszeitungen.Die Körperschaft wird über öffentliche Mittel von 195 Mrd. Rubel (rund 5,6 Mrd. Euro) verfügen können - so viel will Russland in die Vorbereitung des Sportereignisses investieren. Sie wird Grundstücke ausweisen, Ausschreibungen für Planungs- und Bauvorhaben durchführen und die Finanzierungen mit Privatinvestoren abstimmen. Noch im Herbst soll ein Gesetz über die Olympiade erarbeitet werden, das die Funktionen und Struktur des Unternehmens regeln wird. Das Gesetz definiert auch Steuererleichterungen (Gewinn-, Umsatz- und Vermögensteuer) für Unternehmen, die sich an der Vorbereitung der Olympiade beteiligen. Außerdem sollen Einfuhrzölle für Waren gesenkt werden, die für die Errichtung der Bauten nötig sind. Ebenso sind Visa-Erleichterungen für Mitarbeiter von ausländischen Bau- und Zulieferfirmen vorgesehen. In der russischen Presse wird die Gründung eines Staatskonzerns zur Vorbereitung der Olympiade teilweise kritisiert. "Staatliche Unternehmen sind immer schwer kontrollierbar und arbeiten weniger effizient als marktwirtschaftlich orientierte", schreibt zum Beispiel die Zeitung Wedomosti. Allerdings orientiert sich Moskau bei diesem Organisationsmodell am Vorbild London, das 2012 die Sommerspiele ausrichten wird. Dort ist eine "Olympic Delivery Authority" (ODA) für die Errichtung der Austragungsstätten und Infrastruktur verantwortlich und tritt ebenfalls als Auftraggeber auf. Bis in Russland der neue Staatskonzern gegründet ist, kümmert sich weiterhin die "Direktion zur Entwicklung der Stadt Sotschi" um die Durchführung der Olympiabauten (siehe Kontaktanschrift). Wie eine Mitarbeiterin der Behörde auf bfai-Anfrage mitteilte, habe man bislang noch keine Informationen, wie sich die Aufgabenverteilung künftig ändere. Aktuelle Ausschreibungen für die öffentlichen Bau- und Planungsvorhaben werden auf der Internetseite www.zakupki.gov.ru veröffentlicht. Unterdessen erlebt die künftige Ausrichterstadt der Winterolympiade einen wahren Investitionsboom auch abseits der Sportstätten. Die Wohnungspreise erreichen inzwischen Moskauer Niveau. Ein Quartier im Plattenbau kostet 3.000 $ je Quadratmeter, in Luxusapartments bis zu 10.000 $. Freie Baugrundstücke sind Mangelware, die Bodenpreise haben um 50% zugelegt. Neben den bereits bekannten Investitionsplänen russischer Großunternehmen wie Basic Element, Interros oder Gasprom sind weitere Bauvorhaben in dem Schwarzmeerkurort bekannt geworden. So berichteten russische Zeitungen, dass der französische Urlaubskonzern Club Med über den Bau eines Skisportzentrums in Sotschi nachdenke. Konkreter sind die Pläne des russischen Developers Sistema Gals. Das Unternehmen will bis 2010 für 200 Mio. bis 300 Mio. $ einen Erholungskomplex mit 5-Sterne-Hotel und Edelwohnungen errichten. Dazu soll auch ein 100-Meter-Hochhaus gehören. Die Investmentfirma TPS, eine Tochter der Noworossijsker Hafengesellschaft NMTP, will im Stadtzentrum Sotschis einen neuen Hotel- und Freizeitkomplex errichten. Dafür soll der bisher dort residierende Konzertsaal Festiwalny abgerissen werden. Transportminister Igor Lewitin kündigte bis 2009 den Bau von zwei zusätzlichen Hafenumschlagplätzen und eines Eisenbahn-Güterzentrums in Sotschi an, um die wachsenden Warenströme in die Stadt während des Baubooms aufnehmen zu können. Nach der Olympiade sollen die Kaianlagen eventuell in einen Yachthafen umgewandelt werden. Der deutsche Baukonzern Hochtief hofft, über seine Zusammenarbeit mit der russischen Holding Basic Element, bei Aufträgen in Sotschi zum Zuge zu kommen. Besonders beim Ausbau des Flughafens, beim Hotel- und Sportstättenbau rechnet sich das Unternehmen gute Geschäftschancen aus, sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter Mitte August. KontaktanschriftDirekzija raswitija goroda Sotschi (Direktion zur Entwicklung der Stadt Sotschi) Ulitsa Winogradnaja 20a, 354000 Sotschi Tel.: 007 8622/64 80 74, -96 03 49 E-Mail über Kontaktformular auf der Homepage, Internet: www.odirsochi.ru (S.Z.) |
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