| Gute Konjunktur lässt russische Lkw-Nachfrage wachsen | | Drucken | |
Importe stark gestiegen / Sewerstal-Awto mit Isuzu-Joint Venture / Von Waldemar LichterMoskau (bfai) - Der russische Nutzfahrzeugmarkt hat 2006 deutlich an Tempo zugelegt. Nach einem schwächeren Vorjahr sprangen der Absatz und die lokale Produktion von Transportern, leichten und schweren Lkw nach oben. Von der hohen Nachfrage haben nicht nur russische sondern im starken Maße auch ausländische Hersteller profitiert. Anders als im Pkw-Segment spielt die Fertigung ausländischer Nutzfahrzeuge in Russland noch eine sehr geringe Rolle. Zwei Lizenzvorhaben bei Klein-Lkw und Transportern dürften aber dafür sorgen, dass sich das etwas ändert. Die Stimmung bei den russischen Lkw-Herstellern ist derzeit überaus gut. Das hohe Wachstum, die boomende Bautätigkeit und die steigenden Transportleistungen lassen die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen steigen. Besonders stark soll der Bedarf nach mittleren und schweren Lkw gestiegen sein. Das Ergebnis war eine deutliche Zunahme der russischen Produktion 2006 von fast 20% (einschließlich Kleintransporter). Überdurchschnittlich stark (34,5%) legte das Segment schwere Lkw (über 10 t) zu. Besonders viel Grund zur Freude hat der größte russische Lkw-Hersteller, OAO Kamaz (Nabereshnyje Tschelny/ Republik Tatarstan). Das Unternehmen hat seine eigenen Planziffern für 2006 um ein Viertel (43.600 Fahrzeuge, geplant waren für 2006: 34.100; Absatz 2005: 32.400) übertroffen. Für 2007 wird nach Angaben von Ildar Urmanow, stellv. Generaldirektor von Kamaz, mit einem Absatz von 55.200 Lkw gerechnet. Jetzt muss das Unternehmen schon alle Reserven mobilisieren, um den erwarteten Ansturm zu bewältigen. Langfristiges Ziel von Kamaz ist die Integration in die globale Automobilindustrie. Bis Ende 2007 soll eine neue Strategie bis zum Jahr 2020 verabschiedet werden, kündigte Urmanow auf der 10. Internationalen Konferenz "The Russian Automotive Industry" (Veranstalter: Adam Smith Conferences) Mitte März 2007 in Moskau an. Allianzen bei der Komponentenproduktion hat das Unternehmen bereits mit Cummins und ZF. Jetzt würden Überlegungen über solche Kooperationen auch in der Fahrzeugproduktion angestellt. Neben schweren Lkw will Kamaz in nächster Zeit in das Segment mittlere Lkw (7 bis 8 t) und Sattelzugmaschinen für den Fernlastverkehr vorstoßen. Optimistisch über die weitere Marktentwicklung geben sich auch ausländische Anbieter. Prognosen von Lars Himmer, Vertreter von Volvo Trucks in Moskau, zufolge könnte das Absatzvolumen für Lkw mit einer Nutzlast von über 12 t von derzeit etwa 90.000 auf über 110.000 im Jahr 2011 steigen. Ausländische neue und gebrauchte Lkw werden von 40.000 auf deutlich über 50.000 zulegen. Der Anteil gebrauchter Fahrzeuge sinkt. Waren es 2006 nach Schätzungen rund 30.000, so werden es 2011 nur noch etwa 10.000 sein. Für Volvo steht Russland inzwischen auf Platz 9 der weltweit wichtigsten Märkte, sagte Himmer auf der Adam-Smith-Konferenz. 2006 wurden an russische Kunden 2.436 Lkw ausgeliefert (weltweit: 105.519). In jüngster Zeit hat das Unternehmen erhebliche Investitionen in Vertrieb, Lager, Training und Service getätigt. 2005 wurde ein großes Volvo-Zentrum in St. Petersburg (Kosten: 11 Mio. Euro) in Betrieb genommen. Der einzige größere ausländische Hersteller von Lkw in Russland ist das Joint Venture zwischen Volvo und AFK Sistema, ZAO VTS-Zelenograd (bei Moskau). In zwei Jahren hat das Unternehmen seine Montagestückzahlen dort fast verdoppelt. Volvo arbeitet in Russland außerdem erfolgreich mit einigen Aufbautenherstellern zusammen, darunter Becema, InterpipeVan, Tigarbo, Novtruck (Tochter des deutschen Unternehmens Sommer Fahrzeugbau) und Mosdesignmash. Zwei größere Lizenzvorhaben im Bereich leichte Lkw und Transporter bringt das russische Automobilunternehmen Sewerstal-Awto auf den Weg. In Tatarstan (Sonderwirtschaftszone Alabuga) werden ab 2007 Transporter Fiat Ducato montiert. Die Kapazität soll 75.000 Fahrzeuge im Jahr betragen. Seit Ende 2006 baut Sewerstal-Awto den Klein-Lkw Isuzu NQR71 (Kapazität: 5.000 Fahrzeuge pro Jahr). Vereinbart worden ist außerdem die Gründung eines Joint Ventures, das sich in Zukunft mit der Montage der ganzen Modellreihe N, C und F (2 bis 25 t) in Russland befassen soll.
Quelle: Ernst&Young
Quelle: Föderaler Zolldienst der Russischen Föderation
Quelle: Zeitschrift "Awtobiznes" ( http://www.abiz.ru), Unternehmen Goodwill Holding (W.L.) |
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