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Europas Immobilienmärkte in Champagnerlaune | Drucken |

Insbesondere Russland dürfte sich in den nächsten Jahren zu einem der Immobilien-Top-Märkte entwickeln.

Paris (bfai) - Die Immobilienunternehmen erwirtschafteten 2006 auf den europäischen Märkten mit insgesamt 227 Mrd. Euro und einem Plus von 46% gegenüber dem Vorjahr neue Umsatzrekorde bei Gewerbeobjekten. Angesichts einer ähnlich kräftigen Expansion 2005 hat sich das Volumen binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Knapp die Hälfte des Umsatzes entfiel auf internationale Geschäfte, insbesondere auf Investoren aus den USA. Größter Immobilienmarkt war erneut Großbritannien, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Schweden.

In einigen westeuropäischen Ländern wie Belgien, Finnland und Dänemark hat sich der Umsatz bei Gewerbeimmobilien im Jahresverlauf 2006 mehr als verdoppelt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der weltgrößten Gesellschaft für gewerbliche Immobilien CB Richard Ellis (CBRE), die anlässlich der Immobilienmesse MIPIM ( http://www.mipim.com) im südfranzösischen Cannes am 14.3.07 vorgelegt wurde. Das geringe Wachstum (+7%) in Großbritannien belege, so Nick Axford, Chef der Region Europa/Mittlerer Osten/Afrika, dass sich der Markt - ähnlich wie Schweden - auf einem hohen Niveau konsolidiere, und die Investoren nun in anderen Regionen nach attraktiven Geschäftschancen suchten.

Für 2007 ist mit einer weiteren Expansion der europäischen Märkte zu rechnen, diese dürfte aber nicht mit den Raten der beiden letzten Jahre zu vergleichen sein. Der Umsatz sei durch Verkäufe öffentlicher Gebäude an private Investoren angetrieben worden, was sich nicht beliebig fortsetzen ließe, führt die CBRE-Studie aus. Sonderentwicklungen wie der Verkauf von Immobilien durch deutsche offene Immobilienfonds, der allein 2006 rund 17 Mrd. Euro ausmachte, lassen sich nicht vorhersagen.

Insgesamt seien die Märkte recht unterschiedlich entwickelt, so Axford weiter, denn auf die vier Länder Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Schweden entfielen bereits drei Viertel des Gesamtmarktes. "Dies wird sich in den nächsten Jahren allerdings verändern, denn die mittel- und osteuropäischen Märkte reifen schnell", prognostizierte Axford. "Insbesondere Russland dürfte sich in den nächsten Jahren zu einem der Top-Märkte entwickeln." Doch auch die anderen Märkte in der Region besitzen nach Einschätzung von CBRE ein enormes unausgeschöpftes Potenzial. Der Umsatz in Mittel- und Osteuropa erreichte 2006 knapp 13 Mrd. Euro und hat sich damit innerhalb eines Jahres verdoppelt. 2003 waren es noch rund 2 Mrd. Euro. Führend sind hier österreichische Investoren. Zusammen mit ihren Kollegen aus Großbritannien und Deutschland sind sie bereits für mehr als die Hälfte des Umsatzes verantwortlich.

Europas Gewerbeimmobilienmärkte 2006 (Umsätze in Mio. Euro)
Land Umsatz 2005 Umsatz 2006 Veränderung 2006/05 (in %)
Großbritannien 76.712 82.444 7
Deutschland 20.018 51.474 157
Frankreich 15.572 21.910 41
Schweden 12.458 14.883 19
Italien 5.063 8.727 72
Niederlande 5.908 7.661 30
Spanien 3.912 7.137 82
Polen 2.955 5.391 82
Belgien 1.843 4.588 149
Finnland 1.496 4.194 180
Irland 1.887 3.232 71
Dänemark 1.427 3.229 126
Russland 235 2.627 1.018
Österreich 1.649 2.441 48
Tschechien 1.127 1.640 46
Rumänien 122 1.057 766
Sonstige 3.299 4.635 k.A.

Quelle: CBRE, http://www.cbre.com

In Europa insgesamt wuchsen die internationalen Geschäfte, sogenannte Crossborder Investments, stärker als der Gesamtmarkt und machten mit 101 Mrd. Euro etwa 44% des Umsatzes aus. Wie schon in den Vorjahren waren US-Investoren führend und kamen 2006 auf einen Anteil von 30%. Auf Rang zwei lagen Käufer aus Großbritannien vor den deutschen und irischen. Besonders signifikant war 2006 das Wachstum ausländischer Investitionen aus Nicht-EU-Staaten wie den USA, den Ländern des Mittleren Ostens und Australien.

Gehandelte Objekte waren in erster Linie Büros und Bürogebäude, auf die mit 113 Mrd. Euro rund die Hälfte des Umsatzes entfiel. Ein Viertel wurde mit Einzelhandelsimmobilien erzielt, davon entfiel ein Großteil (45%) auf Einkaufszentren. Das verbleibende Viertel teilen sich Industrieanlagen, Lager, Multifunktionsgebäude und sonstige, nicht näher spezifizierte Gewerbebauten.

(A.S.)

 
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