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Samstag, 04. 02. 2012. - 21:33
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AHK Russland will bilaterale Dienstleisterrolle übernehmen

Festakt zur Kammergründung / Minister Glos: "Wir wünschen uns einen baldigen WTO-Beitritt Russlands" / Von Bernd Hones

Moskau (bfai) - "Dienstleister für die Wirtschaft und Motor für die deutsch-russischen Beziehungen" - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat beim Festakt zur Gründung der Auslandshandelskammer in Moskau die Mittlerfunktion der AHK hervorgehoben. Künftig wird sich die Kammer in Moskau als Partner für deutsche und russische Unternehmen präsentieren und stärker als Lobbyist für seine Mitglieder aus beiden Ländern auftreten. Dadurch versprechen sich Politiker und Kaufleute Impulse für die bereits heute regen Wirtschaftsbeziehungen. (Kontaktanschrift)

Die russische Wirtschaft bietet deutschen Unternehmen ein riesiges Potenzial. Das gilt einerseits für die deutschen Exporte, die in den ersten drei Quartalen 2007 um über 40% auf 20 Mrd. Euro gestiegen sind. Andererseits produzieren immer mehr Firmen vor Ort. Diese beiden Tendenzen kommen nicht von Ungefähr: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2007 real um 7,3% steigen und die Bruttoanlageinvestitionen um 18,2%. Der Konsum legte in den ersten neun Monaten des Jahres um 15% zu. Und auch für die kommenden Jahre werden Einkommenszuwächse von rund 10% prognostiziert.

Laut Michael Harms, dem Delegierten der Deutschen Wirtschaft und jetzt Leiter der Auslandshandelskammer (AHK), steigt die Nachfrage nach Investitionsgütern, was vor allem deutschen Maschinenbauern gute Chancen sichere. Außerdem sei ein Trend weg von Vertriebsgesellschaften hin zur Produktion vor Ort festzustellen. Jüngstes Beispiel hierfür ist Volkswagen. Der Automobilbauer eröffnete Ende November ein Werk in Kaluga. Die Aussichten auf dem Kfz-Markt sind rosig: Branchenexperten prognostizieren, dass Russland spätestens 2011 der größte Pkw-Markt Europas sein dürfte.

Aber nicht nur große Konzerne, sondern vor allem auch kleinere und mittelgroße Unternehmen nutzen ihre Chance in dem boomenden Land. Und genau jenen Firmen werde die AHK helfen - vom Markteintritt bis hin zum täglichen Geschäft, versprach Claus Hipp, Präsident der Deutsch-Russischen AHK.

Künftig wird es diesen Service nicht nur für die 530 deutschen Mitglieder geben. Die bilaterale Kammer will verstärkt russische Firmen integrieren und deren Interessen vertreten. DIHK-Präsident Georg Ludwig Braun sieht vor allem im Bereich der Forschung enorme Potenziale. Viele deutsche Unternehmen interessierten sich für Patente aus Russland. Zudem planten einige Hochtechnologiefirmen Ansiedlungen im Ausland, um das Portfolio zu ergänzen. Für ihre russischen Mitglieder übernimmt die Kammer die erste Beratung und vermittelt Kontakte zu deutschen Firmen und Institutionen.

Zudem wollen die AHK-Mitarbeiter künftig verstärkt Lobbyarbeit betreiben und sich für den Abbau von Hürden im Warenaustausch und beim Aufbau von Niederlassungen einsetzen. Wichtig sei hierbei der "Kampf gegen Bürokratie - in Deutschland wie in Russland", sagte Michael Glos. In der russischen Föderation gebe es zwar moderne Gesetze. "Allerdings wird die Anwendung der Gesetze in einigen Regionen beklagt", so der Bundeswirtschaftsminister. Dennoch seien in den vergangenen Jahren viele Reformen vorangebracht worden. Darum wünsche er sich, dass Russland bald der Welthandelsorganisation (WTO) beitreten kann.

Kontaktanschrift

Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK)

Haus der Deutschen Wirtschaft

Kasatschij pereulok 7, 119017 Moskau

Tel.: 007 495/23 44 950, Fax: -23 44 951

E-Mail: , Internet: www.russland.ahk.de

(H.B.)

 
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