| Saratow sucht Investoren fuer Strassenbau, Baustoffe und Hochtechnologien | | Drucken | |
Oblastverwaltung offeriert Steuerrabatte / Schwierige Suche nach Fachkräften / Von Gerit SchulzeMoskau (bfai) - Die Wolgaregion Saratow wirbt mit Steuervergünstigungen, billigen Grundstücken und einer sicheren Energieversorgung um neue Investoren. Besonders gefragt sind Hersteller von Baustoffen, Lebensmittelverarbeitung, Elektronik und Hochtechnologien. Die Bosch-Gruppe produziert bereits seit mehr als zehn Jahren an der Wolga und will ihre Produktion nun um Elektrowerkzeuge erweitern. Auch HeidelbergCement plant eine Fabrik bei Saratow. (Kontaktanschriften) Die Region Saratow kann mit einem Pfund wuchern, das im schnell wachsenden Russland immer wichtiger wird: eine sichere Energieversorgung. Dank des Kernkraftwerks Balakowa und eines großen Wasserkraftwerks produziert die Region jährlich 41 Milliarden kWh Strom, verbraucht davon aber selbst nur ein Drittel. "Wir haben eine starke Gas- und Ölförderung mit eigenen Verarbeitungskapazitäten. Das garantiert den Unternehmen eine 100prozentige Brennstoffstabilität", wirbt Alexander Kowaltschuk vom Ministerium für Investitionspolitik in Saratow. Geographisch punktet Saratow durch seine Lage an der Wolga, über die Russlands wichtigste Wirtschaftszentren per Schiff erreichbar sind. Allerdings beklagen Unternehmer die schwachen Umschlag- und Transportkapazitäten an dem Strom. Daneben sind selbst wichtige Straßenverbindungen marode und bedürfen dringender Erneuerung. Die Frequenz der Starts und Landungen am Flughafen Saratow ist sehr gering. Sogar hochrangige Vertreter des regionalen Wirtschaftsministeriums geben zu, dass die schlechte Infrastruktur einen stärkeren Zustrom von Investoren behindert. Künftig sollen Privatinvestoren über Konzessionsverträge bei der Sanierung der Transportwege helfen.
Quelle: Oblastverwaltung Saratow, Rosstat
Quelle: Oblastverwaltung Saratow Laut Alexander Kowaltschuk (Investitionsministerium) bekommen Investoren im Oblast erhebliche Steuererleichterungen. Der Gebietshaushalt hilft finanziell bei Zins- und Leasingzahlungen für die Anschaffung von Produktionsmitteln. Außerdem wird die Gewinnsteuer von 24 auf 20% gesenkt. Fahrzeuge, die für die Umsetzung der Investitionen benötigt werden, sind von der Transportsteuer befreit. Wer mehr als 10 Mio. Rubel (rund 300.000 Euro) investiert, muss fünf Jahre lang keine Gewinnsteuer auf den dadurch zusätzlich entstehenden Profit bezahlen. Außerdem wird die Vermögenssteuer für neu geschaffene Vermögenswerte von 2,2 auf 0,1% abgesenkt. Um das Verfahren für die Beantragung der Steuervergünstigungen zu erleichtern, hat das Ministerium für Investitionspolitik ein "One-Window-Regime" geschaffen. "Wenn die Unternehmer alle Investitionsverpflichtungen erfüllt haben, bekommen sie von uns ein Dokument ("soglaschenie") für die Finanzbehörden. Damit weisen sie nach, dass sie Anspruch auf Steuererstattung haben", erklärt Kowaltschuk. Unternehmer die bei ihrem Engagement in der Region über bürokratische Hürden stolpern, sollten sich an den Investitionsrat beim Gouverneur wenden. Mit den Geschäftschancen in der Region machten sich Ende Mai 2007 auch deutsche Unternehmer vertraut, die auf einer Reise unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Saratow besuchten (Organisation der Kontakt- und Informationsreise: Commit Project Partners GmbH). Sie konnten sich davon überzeugen, dass vor allem die Bauwirtschaft ein attraktiver Sektor für deutsche Lieferanten und Investoren in der Region ist. Allein 2006 wurden im Oblast über 800.000 qm Wohnraum gebaut, ein Plus von 18% gegenüber dem Jahr zuvor. Schon 2008 sollen die Grenze von 1 Mio. qm überschritten werden. Ein Großprojekt ist die Neubausiedlung Solnetschny-2. Bis 2015 entstehen am Stadtrand von Saratow rund 1,4 Mio. qm Wohnfläche für 80.000 Bewohner. Zu der neuen Siedlung gehören auch Bürogebäude, Restaurants, ein Krankenhaus, ein Stadion und andere Einrichtungen. Sobald die ersten Einheiten fertig gestellt sind, sollen Bewohner baufälliger Häuser in der Saratower Altstadt nach Solnetschny-2 umgesiedelt werden, erklärt Marina Lobanowa, die Chefarchitektin der Region. Anschließend könne mit der Sanierung des historischen Stadtkerns begonnen werden. Auch der Hotelbau gilt als perspektivreich.
Quelle: Bauministerium des Saratower Oblast In der Region arbeiten bereits große Glaswerke unter dem Dach der "Objedinennye stekolnye sawody Saratowa" ( http://www.saratovglass.ru). Außerdem werden Ziegel, Beton und Zement produziert, bedeutende Vorkommen an Kreide, Kalkstein und Karbonatgesteinen sind vorhanden. Die HeidelbergCement AG plant bei Saratow ein Zementwerk mit einer Jahreskapazität von 2 Mio. t. Bauunternehmer der Region berichten von großem Bedarf an Mini-Betonwerken und Betonmischern. Auch ein Vermietungsservice für Baumaschinen fehle in der Region. Außerdem braucht Saratow Hersteller von Wärmeisoliermaterialien aus Basaltfaserstoffen und Glasprodukte für die Bauwirtschaft (als Trägermaterial). Im Agrarsektor strebt die Regionalregierung eine stärkere Verarbeitung vor Ort an. Die Fleisch verarbeitenden Betriebe sollen ihre Rohstoffe künftig nicht mehr durch Importe sondern durch die regionale Tierzucht decken. Die Oblastverwaltung will darüber hinaus besonders die Ansiedlung von Unternehmen der Elektronik, Bio-, Nano- und Lasertechnologie sowie der Genetik fördern. Einer der wichtigsten Investoren in der Region ist die Bosch-Gruppe mit ihrem Werk in Engels, dem Nachbarort Saratows am gegenüberliegenden Wolgaufer. Schon seit über einem Jahrzehnt setzt das deutsche Unternehmen auf den Standort und produziert dort rund 35 Millionen Zündkerzen pro Jahr sowie Lambda-Sonden, Teile für Benzineinspritzanlagen oder Kabelbäume. Abnehmer sind vor allem russische Automobilhersteller. Neben der Kfz-Sparte stellt Bosch in Saratow auch Verpackungsmaschinen für Schlauchbeutel her. In diesem Jahr erwartet das Werk einen Umsatz von 83 Mio. Euro. Derzeit investiert das Unternehmen in eine neue Fertigungslinie für Elektrowerkzeuge. Ab Sommer 2007 sollen die ersten Bohrmaschinen und Winkelschleifer an der Wolga montiert werden. Anfangs müssen die Bausätze dafür noch importiert werden. Perspektivisch strebt das Unternehmen eine größere Verarbeitungstiefe an und will Zulieferer in der Nähe seiner Fabrik ansiedeln. Ein Problem für die OAO Robert Bosch Saratow ist die Gewinnung von Fachkräften. "Moskau und Sankt Petersburg werben die besten Leute mit hohen Gehältern ab", beklagt Generaldirektor Norbert Pfannstiel. "An den örtlichen Hochschulen gibt es zwar viele Absolventen technischer Studiengänge, aber die meisten haben keine praktischen Erfahrungen." Stärken der Region sind für Pfannstiel die günstigen Lohnkosten (Durchschnittslohn Anfang 2007: rund 200 Euro), die Erreichbarkeit großer Kunden aus der Automobilindustrie entlang der Wolga und die gute Verbreitung der deutschen Sprache (Engels war einst Hauptstadt der Wolgadeutschen Republik). KontaktanschriftenPrawitelstwo Saratowskoi oblasti (Regierung der Saratower Oblast) Ministerstwo promyschlennosti i energetiki (Ministerium für Industrie und Energie) Uliza Moskowskaja 72, 410042 Saratow Minister: Alexander Wladimirowitsch Nikonow Tel.: 007/8452/21 01 90, Fax: -27 72 66 E-Mail: NikonovAV@saratov.gov.ru, Internet: http://www.saratov.gov.ru Prawitelstwo Saratowskoi oblasti (Regierung der Saratower Oblast) Ministerstwo inwestizionnoi politiki (Ministerium für Investitionspolitik) Uliza Moskowskaja 72, 410042 Saratow Ansprechpartner: Alexander Alexandrowitsch Kowaltschuk (spricht Deutsch) Tel.: 007/8452/27 40 42, Fax: -27 73 22 E-Mail: kovalchukaa@saratov.gov.ru, Internet: http://www.saratov.gov.ru Torgowo-promyschlennaja palata Saratowskoi oblasti (Handels- und Industriekammer der Saratower Oblast) Uliza Uniwersitetskaja 28, 410078 Saratow Präsident: Maxim Albertowitsch Fateew Tel.: 007/8452/51 03 23, Fax: -50 15 22 E-Mail: info@sartpp.ru, Internet: http://www.sartpp.ru Commit Project Partners GmbH Friedrichstraße 95, 10117 Berlin Tel.: 030/20 61 64 80, Fax: -2 06 16 48 10 Internet: http://www.commit-group.com (S.Z.) |
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