| Sankt Petersburg sucht Investoren fuer Tunnel und Hochbahn | | Drucken | |
Milliardenschwere Vorhaben bieten gute Lieferchancen / Entlastung für den Nahverkehr in der MetropoleMoskau (bfai) - Mit zwei Milliardenprojekten will Sankt Petersburg einen Ausweg aus dem Verkehrschaos finden. Noch in diesem Jahr sollen per Ausschreibung Investoren für einen Tunnel unter der Newa und eine Hochbahn durch die Stadt gefunden werden. Beide Vorhaben entstehen im Rahmen von Public Private Partnerships, Beginn der Bauarbeiten ist für 2008 geplant. (Kontaktanschriften) Sankt Petersburg muss Tempo machen, um seinem Anspruch als Verkehrsdrehscheibe im Nordwesten Russlands gerecht zu werden. Bislang gleicht die Stadt eher einem Nadelöhr für Transporte per Schiff oder Lastwagen. Besonders wichtig erscheint der Gebietsverwaltung daher der Bau des so genannten Orlowskij- Tunnels, der mit einer Länge von 1,7 km die Newa unterqueren soll. Dadurch könnte der Innenstadtverkehr optimaler mit den Außenbezirken und den im Bau befindlichen Autobahnring um die Millionenmetropole verbunden werden. Das Projekt soll im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) entstehen und ein Privatinvestor ein 30-jähriges Nutzungsrecht an dem Tunnel erhalten. Derzeit werden die Ausschreibungsdokumente für die Konzessionsvereinbarung erstellt, spätestens im Juni 2007 soll der Tender veröffentlicht werden. Zuvor muss die russische Regierung das Vorhaben noch billigen, anschließend geht die Sankt Petersburger Stadtverwaltung mit einer Roadshow in London auf Investorensuche. Der Tunnel kostet nach aktuellem Planungsstand 26,4 Mrd. Rubel (rund 1 Mrd. US$) und soll bis 2011 errichtet werden (Baubeginn: 2008). Vorgesehen sind zwei parallele Röhren durch die der Verkehr auf zwei Ebenen fließen kann. Der Tunneldurchmesser beträgt 12,4 Meter. Die Finanzierung erfolgt zu jeweils einem Drittel aus dem Kommunalbudget, aus dem staatlichen Investitionsfonds und durch Privatinvestoren. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Verkehrsaufkommen von täglich 59.000 Fahrzeugen, die nach Fertigstellung den Tunnel passieren. Bis 2024 soll diese Zahl laut Prognosen auf 62.000 steigen. Die Mautkosten für die Durchfahrt werden nach bisherigem Stand 23 Rubel (etwa 0,66 Euro) für Pkw und 45 Rubel (1,30 Euro) für Lkw betragen. Auch für den Schiffsverkehr auf der Newa, die ein wichtiger Verbindungsweg zwischen dem Wolgaraum und der Ostsee ist, hätte der Tunnelbau Vorteile. Bislang können Schiffe nur in einem relativ kleinen Zeitfenster nachts die Newa durch das Stadtgebiet passieren, wenn die Brücken hochgeklappt und die Straßenverbindungen zwischen den Inseln unterbrochen sind. Dieser Zeitraum kann nach Fertigstellung der Unterquerung verlängert werden. Ebenfalls per Ausschreibung will die Stadtverwaltung von Russlands "Nördlicher Hauptstadt" ab Herbst 2007 Investoren für eine Hochbahnstrecke gewinnen. Auf einer kreisförmigen Route sollen zunächst fünf Stadtteile per Schnellbahn miteinander verbunden werden, später sind auch Anschlüsse Richtung Flughafen Pulkowo sowie in die Vororte Petergof und Strelna geplant. Das Gesamtprojekt unter dem Namen "Nadsemny ekspress" (Überlandexpress) soll rund 1 Mrd. US$ kosten. Die kanadische SNC Lavalin hatte dafür bereits 2006 eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die inzwischen vom Sankt Petersburger Projektionsbüro Lengiprotrans noch einmal überarbeitet wurde. Laut den Projektentwürfen soll die Trambahn größtenteils über bereits bestehende Infrastruktur in einer Höhe von bis zu sieben Metern verkehren. Die Gesamtstrecke des ersten Bauabschnittes beträgt rund 26,5 Kilometer, wozu 14 Haltestellen gehören. Die Initiatoren rechnen mit 170.000 Passagieren pro Tag und einer Amortisationszeit von 18 Jahren für die eingesetzten Investitionen. Als Transportmittel sind unter anderem gummibereifte Translohr-Straßenbahnen aus Frankreich im Gespräch. Lieferchancen rechnet sich aber auch der Sankt Petersburger Hersteller Wagonmasch/PTMZ aus, der seine Schienenfahrzeuge deutlich günstiger anbieten könnte. Baubeginn für das Großprojekt soll ebenfalls 2008 sein. KontaktanschriftenAdministrazija Sankt-Peterburga (Stadtverwaltung Sankt Petersburg) Komitet po inwestizijam i strategitscheskim projektam (Komitee für Investitionen und strategische Projekte) Smolny 6, 191060 Sankt Petersburg Tel.: 007 812/576 69 88, Fax: -576 60 81 E-Mail: info@cisp.gov.spb.ru, Internet: http://www.gov.spb.ru/gov/admin/otrasl/invest
Lengiprotrans (Projektionsbüro) Moskowskij prospekt 143, 196105 Sankt Petersburg Tel.: 007 812/333 12 33, Fax: -388 93 88 E-Mail: sekr@lgt.ru, Internet: http://www.lgt.ru (S.Z.) |
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