| Russland will im Ural neues Jahrhundertprojekt starten | | Drucken | |
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Anschluss der rohstoffreichen Polargebiete an die Industriezentren im Süden / Eisenbahnlinien, Straßen und Kraftwerke geplant Moskau (bfai) - Um die Rohstoffvorkommen in der polaren Uralregion zu erschließen, plant Russland ein milliardenschweres Investitionsprogramm. Dafür sollen vor allem Schienen- und Straßennetze zwischen der Halbinsel Jamal und den Industriezentren im Südural gebaut werden. Außerdem braucht die Region neue Stromerzeugungskapazitäten. Insgesamt sind Investitionen von umgerechnet 14 Mrd. Euro geplant. Experten schätzen allein die Eisenerzvorkommen im Nordural auf fast 60 Mrd. t, die Kohlevorräte sollen 26 Mrd. t betragen. (Kontaktanschrift) Im Südural konzentriert sich Russlands Schwarz- und Buntmetallindustrie sowie ein Drittel des Maschinenbaus. Der Rohstoffhunger dieser Branchen muss aber immer mehr durch Importe gestillt werden. Das gilt besonders für Mangan, Eisen- und Chromerze, die zum Teil aus Georgien, der Ukraine oder der Türkei kommen. Kasachstan liefert Kohle zur Energieerzeugung. Diese Abhängigkeit will Russland durch ein groß angelegtes Erschließungsprojekt für die rohstoffreiche polare Uralregion verringern (offizieller Name: "Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" / "Industrieller Ural - polarer Ural"). Bislang liegen die erkundeten Lagerstätten weit entfernt vom Straßen- oder Schienennetz im unzugänglichen Norden des Gebirges. Für rund 500 Mrd. Rubel (nach aktuellem Kurs 14,3 Mrd. Euro, Kurs am 17.7.07: 1 Euro = 35,07 Rubel) sollen zwei Eisenbahnlinien mit Abzweigen, Autobahnen, Kraftwerke und 1.400 km Stromleitungen gebaut sowie die Lagerstätten erschlossen werden. Ein Fünftel der Summe fließt aus dem staatlichen Investitionsfonds, fast 80 Mrd. Rubel stellen die Regionalhaushalte bereit, und 360 Mrd. Rubel sollen von Privatinvestoren kommen. Das Investitionsprogramm wird den Bedarf nach entsprechender Technik in der Region enorm antreiben. Allein für die Eisenbahnlinien werden 400.000 t Gleise und Schienenbefestigungen benötigt. Das ist ein Viertel der gesamten russischen Jahresproduktion. Für den Betrieb der Bahnlinien sind 130 neue Lokomotiven und tausende Güterwaggons nötig. Zur Erschließung der Lagerstätten rechnen die Projektplaner mit einem Bedarf von bis zu 150 Abraum-, Greif- und Schaufelradbaggern, 120 Schwerlastkippern und rund 100 Bohrgeräten. Außerdem steigt der Bedarf an Stromkapazitäten in den neu erschlossenen Regionen bis 2020 laut Schätzungen um 570 MW. Inklusive dem Bau von Leitungsnetzen sind über 5 Mrd. Euro Investitionen allein für die Energiewirtschaft nötig. Geplant ist unter anderem ein Kraftwerk in der Nähe der Kohlelagerstätten im Beresowskij Rajon (Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen).
OAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" Zur Umsetzung des Projekts wurde die OAO "Korporazia Ural Promyschlennyj - Ural Poljarnyj" gegründet. Sie soll sich um den Bau der nötigen Infrastruktur kümmern. Hauptaktionäre der Aktiengesellschaft sind die Regionen Tjumenskaja Oblast, Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen sowie der Autonome Bezirk der Jamal-Nenzen. An den Infrastrukturbauten beteiligen sich große russische Monopolunternehmen wie Gazprom, der Eisenbahnkonzern RZhD und der Stromerzeuger RAO EES. Seit Juni 2007 ist das Großvorhaben zur Erschließung des Nordural ein Stück realer geworden. Russlands Wirtschaftsministerium hat grünes Licht für Zuschüsse aus dem Investitionsfonds gegeben. Potenzielle Investoren bleiben trotzdem skeptisch angesichts der sehr optimistischen Planungen. Viele Unternehmen warten zunächst die Fortschritte beim Eisenbahnbau ab, bevor sie sich bei der Erschließung von Lagerstätten engagieren. Außerdem seien die tatsächlichen Kosten für die Schaffung der Infrastruktur aufgrund der schwierigen klimatischen und geologischen Bedingungen schwer kalkulierbar, so Experten. Laut OAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" haben immerhin die Metallurgiekonzerne MMK, UGMK, Evraz, Tscheljabinskij elektromechanitscheskij kombinat, Metschel, Lukoil, TNK-BP, Tambejneftegas und Novatek bereits Interesse angemeldet. Außerdem sollen japanische, französische, chinesische und deutsche Unternehmen zu Investitionen in einzelne Projekte bereit sein. Russland verfolgt mit dem Megaprojekt sehr ambitionierte Ziele. So könne die Wirtschaftsleistung des Landes innerhalb eines Jahrzehnts um 50 Mrd. Euro wachsen, wenn alle Vorhaben verwirklicht würden, schreiben die Autoren des Programms. Dem Vorhaben wird eine ähnliche geostrategische Bedeutung eingeräumt wie einst dem Bau der Baikal-Amur-Magistrale (BAM) zu Sowjetzeiten. Nach Angaben der OAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" ergebe sich durch die Optimierung der Transportwege bei den Eisenerz-, Chrom-, Mangan- und Kohlevorkommen ein Einspareffekt von 4.000 Mrd. Rubel (über 100 Mrd. Euro). Durch den Preisunterschied zwischen Weltmarkt- und Binnenmarktpreisen entstünden für Russlands Wirtschaft weitere Kostenvorteile.
Quelle: OAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" Das Rohstoffpotenzial des polaren Uralgebietes wird von Geologen auf bis zu 36 Mrd. t Kohle, 59 Mrd. t Eisenerze und 25 Mrd. t Kupfererze geschätzt. Derzeit ist aber nur ein Bruchteil der Lagerstätten erkundet.
Quelle: OAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" KontaktanschriftOAO "Korporazija Ural promyschlennyj - Ural poljarnyj" Generaldirektor: Oleg Wassiljewitsch Demtschenko 620075 Jekaterinburg, Uliza Maksima Gorkogo 47 Tel.: 007 343/371 19 03 Tel. Vertretung in Moskau: 007 495/745 36 76 E-Mail: info@cupp.ru, Internet: www.cupp.ru (S.Z.) |
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