| Olympia 2014 beschert Suedrussland neue Milliardenprojekte | | Drucken | |
Im Sog des Sotschi-Booms entstehen Straßen, Kraftwerke, Hotels, Wohnungen und Bürotürme / Von Gerit SchulzeMoskau (bfai) - Die Region Krasnodar erwartet in den nächsten Jahren Milliardeninvestitionen in Wohnungsbau-, Tourismus- und Handelsprojekte. Auf dem jüngsten internationalen "Investitionsforum Sotschi-2007" (20. bis 23.9.07) wurden mehrere Großvorhaben vorgestellt. Dabei steht nicht nur die künftige Olympiastadt Sotschi im Mittelpunkt, sondern auch eine Reihe anderer Kurorte und die Gebietshauptstadt Krasnodar. Für deutsche Firmen bieten sich bei rechtzeitiger Kontaktaufnahme gute Lieferchancen. Die erfolgreiche Olympiabewerbung des Schwarzmeerkurortes Sotschi für die Winterspiele 2014 hat wie erwartet eine Investitionswelle in ganz Südrussland ausgelöst. Auf dem jüngsten internationalen "Investitionsforum Sotschi-2007" wurden 230 Übereinkommen und Absichtserklärungen für neue Projekte mit einer Gesamtsumme von 23,2 Mrd. US$ unterzeichnet, so Schätzungen des russischen Wirtschaftsministeriums. Der größte Teil davon (17 Mrd. $) entfällt nach Angaben der Gebietsverwaltung auf Vorhaben im Krasnodarskij Kraj, zu dem auch Sotschi gehört.Das Spektrum der in Sotschi angekündigten Vorhaben ist breit gefächert und reicht von Wasserkraft- und Pumpspeicherwerken über Mautstraßen, Messehallen und Hotels bis hin zu Wohnungen. Das Investitionsforum war mit 8.800 Teilnehmern restlos ausgebucht und Russlands Politprominenz nahezu komplett versammelt. Aus Deutschland waren rund 170 Firmen ans Schwarze Meer gereist, um sich auf der Veranstaltung über die Großprojekte in Südrussland zu informieren. Nur 15 von ihnen nutzten jedoch die Gelegenheit, das eigene Produktportfolio an einem Gemeinschaftsstand vorzustellen. "Offenbar haben erst wenige deutsche Unternehmen erkannt, welche großen Geschäftschancen in der Region bestehen", sagt Andreas Täuber, der das Krasnodarer Büro der deutschen Commit Group leitet. Besonders Firmen aus der Finanz- und Baubranche hätten es versäumt, sich in Sotschi aktiv zu präsentieren. Während andere Länder mit Venture Fonds (Risikokapitalgeber) und Wirtschaftsberatern am Schwarzen Meer präsentiert waren, fehlten deutsche Anbieter solcher Dienstleistungen. Commit-Experte Täuber sieht vor allem für die Sparten Umwelttechnik (Abwasser, Wasserversorgung), Energieversorgung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien sowie Mess- und Regeltechnik gute Möglichkeiten für deutsche Hersteller, von den gewaltigen Investitionen in der Region Krasnodar zu profitieren. Besonders spektakulär war in Sotschi die Präsentation einer künstlichen Insel, die ein Konsortium aus russischen und arabischen Firmen im Schwarzen Meer aufschütten und bebauen will. Auf dem Eiland mit den Umrissen Russlands sind nach Angaben der beteiligten Bauholding M-Industrija (Sankt Petersburg) rund 700.00 Quadratmeter Wohn-, Geschäfts- und Hotelraum geplant. Die Investitionen werden mit 6,2 Mrd. US$ angegeben. Äußerst aktiv in der Region ist auch die Industrieholding Basic Element des Oligarchen Oleg Deripaska. Der Konzern will rund 4 Mrd. US$ in neue Zement- und Gasbetonfabriken, in Wohn- und Geschäftsviertel sowie in den Ausbau der Flughäfen Sotschi, Krasnodar, Anapa und Gelendschik stecken. Der deutsche Anlagenbauer Wehrhahn hat laut russischen Zeitungsberichten bereits einen Großauftrag für den geplanten Bau der Gasbetonfabrik in Ust-Labinsk bekommen. Russische und ausländische Baufirmen haben sich längst auf den Bauboom in der Region vorbereitet, eröffnen Filialen in Südrussland und sichern sich wichtige Zulieferer. Experten befürchten einen deutlichen Anstieg der Baustoffpreise im Krasnodarskij Kraj, da die Nachfrage schneller steigen wird als sich die Kapazitäten erhöhen. Außerdem wird vor einer Überhitzung des Marktes für Büro- und Wohnimmobilien gewarnt. Die Vielzahl der Projekte könnte den tatsächlichen Bedarf an neuen Wohnungen deutlich übersteigen. Das gilt besonders für das Prestigeobjekt der künstlichen Insel "Ostrow Federazija" (Insel der Föderation), deren Objekte nach Meinung von Immobilienexperten bei Fertigstellung kaum genügend kaufkräftige Kundschaft finden dürften. Das Durchschnittsgehalt im Krasnodarskij Kraj lag im 1. Halbjahr 2007 laut Statistikbehörde bei 9.350 Rubel (rund 270 Euro).
Quellen: Prime-Tass, Rosbalt, Wedomosti, RBC Daily |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| < zurück | weiter > |
|---|
RU
Weitere Informationen 






