| Krasnojarskij Krai zeigt hohe Investitionsdynamik | | Drucken | |
Bruttoregionalprodukt wächst mäßig / NE-Metallindustrie dominiert / Wohnungsbau legt beachtlich zu / Von Waldemar LichterKrasnojarsk (bfai) - Die Wirtschaft der sibirischen Region Krasnojarskij Krai wächst stabil, wenngleich nicht überschäumend. Dabei ist die Branchenstruktur recht einseitig. Nicht-Eisen- und Edelmetalle, Kohle und andere Bodenschätze tragen den größten Teil zur Wertschöpfung bei. Während Krasnojarskij Krai beim Wachstum des Bruttoregionalprodukts derzeit unterdurchschnittlich abschneidet, zeigen die Investitio-nen weiterhin eine kräftige Dynamik. Große Vorhaben im Rohstoff- und Energiesektor werden dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt. (Kontaktanschriften) Krasnojarskij Krai trägt mit seinem Regionalprodukt von 564 Mrd. Rbl (umgerechnet 16 Mrd. Euro; 2006) etwa 2,1% zum russischen Bruttoinlandsprodukt bei. In etwa gleich ist auch das Verhältnis bezogen auf die Bevölkerungszahl. Das Territorium des Gebiets stellt dagegen ein Siebtel der gesamten Landesfläche der Russischen Föderation. In einem regionalen Vergleich des russischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel (MERT) wird Krasnojarskij Krai als eine mittelstark entwickelte Region bewertet - ähnlich wie die Gebiete Nowosibirsk in Sibirien oder Wolgograd im europäischen Teil des Landes. Das Wirtschaftswachstum im Krasnojarskij Krai liegt derzeit unter dem Schnitt der Russischen Föderation. "Als es Russland insgesamt schlechter ging, da lagen wir über dem Schnitt", erklärt Michail Werschadskij, stellvertretender Leiter des Departments für Planung und wirtschaftliche Entwicklung der Gebietsadministration. Nun, da Russland boomt, sieht die Region im direkten Vergleich mit anderen nicht mehr so gut aus. Zu der früheren Stabilität haben die NE-Metallindustrie und der Bergbau beigetragen, denen es selbst in Krisenzeiten nicht schlecht erging. Würde man den Einfluss dieser beiden Zweige heute heraus rechnen, dann betrüge das Wirtschaftswachstum im Krasnojarskij Krai 8 bis 9%, sagt Werschadskij. Als Beispiel für einen Sektor mit überdurchschnittlicher Dynamik wird die Nahrungsmittelindustrie genannt. Diese wachse um 15 bis 20% pro Jahr. Der zivile Maschinenbau, z.B. der Landmaschinenbau (Sibmaschholding / SM Group), macht dagegen eher schwere Zeiten durch. Sibmaschholding, das neben Rostselmasch (Rostow am Don) als einziges Werk in Russland Mähdrescher produziert, musste in den vergangenen Jahren mehrere Eigentümerwechsel verkraften. Der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens war das nicht dienlich. "Auch das Unternehmen wird es aber schaffen", ist Werschadskij sicher, "weil es besondere, für den russischen Bedarf geeignete Maschinen bauen kann". Es sei allein eine Frage der Dimensionierung und der Produktdiversifizierung.
Quelle: Administration des Krasnojarskij Krai
Quelle: Administration des Krasnojarskij Krai Die offiziellen Prognosen für die nächsten drei Jahre gehen von einem durchschnittlichem Wachstum der Wirtschaft aus. Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel rechnet damit, dass das Bruttoregionalprodukt im Krasnojarskij Krai 2007 um 4,2%, 2008 um 5,7%, 2009 um 8,8% und 2010 um 5,3% zulegen wird. Zum Vergleich: Der gesamte Föderalbezirk Sibirien wird 2007 eine Wachstumsrate von 6,5% und zwischen 2008 und 2010 zwischen 7,4% und 7,7% erreichen. Deutlich besser sieht es bei den Investitionen aus. Hier wird Krasnojarskij Krai eine im Schnitt höhere Dynamik erreichen als alle russischen Verwaltungsgebiete jenseits des Ural. Die Investitionen werden nach Prognosen des Wirtschaftsministeriums 2007 um 9,3% und zwischen 2008 und 2010 um 10,1 bis 13% zulegen. Dazu werden vor allem die Großprojekte beitragen, die im Krasnojarskij Krai auf dem Weg sind. Das wichtigste überhaupt ist das Projekt "Komplexe Entwicklung von Nishnoje Priangarje" (Niedere-Angara-Region). Bestandteil sind einige Großvorhaben, wie die Fertigstellung des Wasserkraftwerks Bogutschanskaja (3.000 MW) und der Bau des dazugehörigen Aluminiumkomplexes (600.000 t pro Jahr), die Errichtung von Holz- und Zellstoffwerken sowie der für all das benötigten Brücken, Stromleitungen, Straßen- und Bahnverbindungen. Für den Infrastrukturteil des regionalen Entwicklungsprojektes, eines der wichtigsten in Russland der vergangenen Jahrzehnte, wird die föderale Regierung rund 34 Mrd. Rbl (rd. 1 Mrd. Euro) aus dem staatlichen Investitionsfonds zur Verfügung stellen. Umfangreiche Investitionen werden auch in der Erdölgewinnung und Erdölverarbeitung statt finden. Der staatliche Ölkonzern Rosneft, das bedeutendste Unternehmen in diesem Sektor, kündigte an, rund 1 Mrd. US$ in die Modernisierung der Raffinerie Atschinsk (früher: Jukos) zu investieren. Im Herbst 2007 soll eine abschließende Konzeption für die weitere Entwicklung des Werkes vorliegen. Schon 2008 soll die Produktion von Kraftstoffen der Standards Euro-3 und Euro-4 deutlich erhöht werden. Rosneft plant außerdem, 1 Mrd. Rbl in die Modernisierung des regionalen Flughafens Igarka (Turuchanskoj Rayon) zu investieren. Beim Wohnungsbau scheint es in der Region ebenfalls voranzugehen. Nach Angaben von Wadim Falalejew, Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen der Stadt Krasnojarsk, belief sich das Volumen der fertig gestellten neuen Wohnungen 2006 auf 800.000 qm. Für 2008 sind schon 1 Mio. qm geplant. "Wir haben die Vorgabe von Präsident Wladimir Putin, jährlich 1 qm Neubauwohnungen pro Einwohner zu errichten, schon praktisch erfüllt", sagt Falalejew stolz. Viel wird in die kommunalen Dienste investiert, die Stadt gehört zu den gepflegtesten in Russland. Ähnlich wie in anderen Regionen Russlands ist der Immobilienboom in Krasnojarsk schon teilweise angekommen. Die Wohnungspreise sind zwar günstiger, stehen denen in vielen der europäischen Regionen des Landes nur wenig nach. Für eine Wohnung mit 60 qm Wohnfläche müssen 1,5 Mio. Rbl (rd. 42.000 Euro) hingeblättert werden, berichtet ein Krasnojarsker Kleinunternehmer. Für eine Ein-Zimmer-Wohnung werden 200 $ Miete pro Monat verlangt. Es wird auch in noblere Wohnungen investiert. Ein Teil der Investoren kommt dabei aus Moskau.
Quellen: Gebietsverwaltung des Krasnojarskij Krai, Föderalbezirk Sibirien ( http://www.sibfo.ru)
Quellen: Gebietsadministration von Krasnojarskij Krai, bfai-Recherchen KontaktanschriftenAdministration des Gebietes Krasnojarskij Krai Department für Planung und wirtschaftliche Entwicklung ul. Lenina 123 a, 660009 Krasnojarsk, Russische Föderation Tel.: 007/3912/49 34 80, Fax: -65 21 36 E-Mail: bershadsky@econ.krsn.ru, Internet: http://www.krskstate.ru
Verwaltung der Stadt Krasnojarsk Abteilung für Außenbeziehungen Ansprechpartner: Wadim Albertowitsch Falalejew ul. K. Marxa 93, 660049 Krasnojarsk, Russische Förderation Tel.: 007/3912/27 22 90, Fax: -22 25 12 E-Mail: uves@admkrsk.ru, Internet: http://www.admkrsk.ru (W.L.) |
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