| Krasnojarskij Krai plant Grossvorhaben im Energie- und Rohstoffsektor | | Drucken | |
Gebiet ist reich an Erdöl, Metallen und Holz / Ausbau des Flughafens / Deutscher Handelskonzern Metro kommt / Von Waldemar LichterKrasnojarsk (bfai) - Krasnojarskij Krai ist ein ganz besonderes russisches Gebiet: Der Fläche nach ist es das zweitgrößte in der Russischen Föderation. Zugleich zählt es zu den am schwächsten besiedelten des Landes. Die Region ist reich an Bodenschätzen wie kaum eine andere in Russland. Metalle, Kohle und andere werden hier im großen Stil abgebaut. Erdöl, Erdgas und Holz wird eine große Zukunft vorhergesagt. Bei der Rohstoffgewinnung allein soll es nicht bleiben - geplant sind einige weiterführende Verarbeitungsvorhaben. Kontaktanschriften Der Handelskonzern Metro hat die sibirische Industriemetropole Krasnojarsk bereits für sich entdeckt. Das Grundstück für den Metro Cash&Carry-Markt ist ausgewählt. Wenn die noch fehlenden Unterschriften geleistet werden, dann kann mit dem Bau begonnen werden. "Wenn Sie das nächste Mal hierher kommen, steht der Markt schon", ist sich Michail Werschadskij, stellvertretender Leiter des Departments für Planung und wirtschaftliche Entwicklung der Administration von Krasnojarskij Krai, sicher. Metro ist bereits mit 31 Märkten in Russland vertreten. Aber keiner würde so weit im Osten liegen wie der in Krasnojarsk. Das Engagement der Düsseldorfer könnte für die Region Signalwirkung haben. Denn größere ausländische Investoren zählen in dem 4.000 km von Moskau entfernten Gebiet zu den Ausnahmen. Zu den wenigen anderen gehört das britische Unternehmen Johnson Matthey, das in der Nachbarschaft seines Partners Kraszwetmet (Buntmetalle) in Krasnojarsk ein Werk für Fahrzeugkatalysatoren bauen will. Zu groß sind die Entfernungen zu den boomenden Regionen im europäischen Teil Russlands, zu schroff die klimatischen Bedingungen, zu schwach ist die Transportinfrastruktur. All das macht das Gebiet nicht gerade zum Wunschstandort für Investoren. Hinzu kommt die geringe Bevölkerungszahl, die Krasnojarskij Krai als Absatzmarkt für Konsumgüter nur begrenzt interessant erscheinen lassen. Auf 2,3 Mio. qm, mehr als sechsmal so groß wie Deutschland, leben ganze drei Millionen Menschen, die Hälfte davon im größeren Einzugsgebiet von Krasnojarsk. Norilsk, mit 135.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Krai, liegt schon hinter dem Polarkreis - mehr als 1.500 km von Krasnojarsk entfernt. Seine Daseinsberechtigung hat diese Stadt allein durch die reichen Nickel-, Kupfer- und Edelmetallvorkommen, die dort von dem mit Abstand wichtigsten Unternehmen des Gebietes, Norilsk Nikel, gefördert und verhüttet werden. Die anderen kleinen Orte in der Umgebung der Gebietshauptstadt Krasnojarsk entwickelten sich dagegen schwach, bedauert ein lokaler Kleinunternehmer. Metro leistet in Krasnojarsk fast schon Pionierarbeit. Denn so weit nach Sibirien haben sich nicht einmal große nationale Handelsketten wie Perekrostok oder Kopjeka getraut. Vertreten ist nur das (eher wenig beliebte) türkisch-russische Unternehmen Ramstor. Doch die Lage ändert sich langsam: Außer Metro will jetzt auch der Moskauer Hypermarktbetreiber Mosmart in der Stadt am Jenisej durchstarten. Was die Händler lockt, sind die im Landesdurchschnitt relativ hohen Einkommen, welche in der Stadt und dem Gebiet erzielt werden. Der Grund dafür: Die Wirtschaftsstruktur des Gebietes wird von der Metallindustrie (vor allem Aluminiumindustrie / UC Rusal) und Edelmetallerzeugung / Kraszwetmet) sowie dem Kohle- und Erzbergbau dominiert. Diesen beiden Industriezweigen geht es derzeit sehr gut. Das spiegelt sich in den Löhnen wider. Weitere wichtige Branchen der Region sind die Stromerzeugung und der Maschinenbau (z.B. Landmaschinenbau, aber auch sehr viel Rüstungsindustrie). Der letztere leidet allerdings als Nachwirkung der Krise der 1990er Jahre an deutlichem Bedeutungsverlust. Hochtechnologie ist noch zum Teil als Rest der ehemals im Gebiet stark vertretenen Rüstungsindustrie vorhanden. Dazu zählt z.B. der Hersteller von Satelliten, NPO PM. Das Unternehmen zeichnet für 70% der gesamten russischen "Sputnik"-Produktion, so Wadim Falalejew, Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen der Stadt Krasnojarsk. Gebaut werden die Satelliten auch für zivile, darunter ausländische Auftraggeber, etwa aus der Telekommunikationsbranche. In der für Ausländer geschlossenen Stadt Shelesnogorsk gibt es ferner den Versuch, eine eigene Polysilizium-Fertigung auf die Beine zu stellen. Polysilizium wird von der Solarindustrie benötigt. Dennoch: Die Wirtschaftsstruktur ist recht einseitig und muss diversifiziert werden, das geben Vertreter der Stadt- und Gebietsverwaltung zu. Seitdem es mit der russischen Wirtschaft wieder aufwärts geht und eigene Großunternehmen potent geworden sind, schielt man hier allerdings nicht mehr so magisch auf die Geld- und Technologiegeber aus dem Ausland wie früher. "Früher war das Thema sehr aktuell, heute ist es dagegen viel ruhiger darum geworden", sagt Werschadskij. Russische Unternehmen verfügen heute selbst über das erfoderliche Kapital und können auch benötigte Technologien kaufen, um große Industrievorhaben anzuschieben. Jüngstes Beispiel für das Megaprojekt, das derzeit im Krasnojarskij Krai von mehreren russischen strategischen Investoren auf den Weg gebracht wird - das Kombivorhaben zum Bau des Kraftwerks Bogutschanskaja und einer nahegelegenen Aluhütte durch UC Rusal und die Stromholding RAO EES. Ein anderes Beispiel ist die Agrarindustrie. Das Unternehmen ALPI/Sibirskaja Gubernja (Handel, Agrarproduktion) hat in kurzer Zeit mehrere große Geflügelfarmen und Fleischverarbeitungswerke errichtet. Zum Einsatz kam dabei auch westeuropäische Technologie. Ohne ausländische Investoren werden dennoch all die geplanten Großvorhaben kaum aus eigener Kraft und in überschaubarer Zeit verwirklicht werden können. Bei einem Teil von ihnen, z.B. dem geplanten Bau von Zellstofffabriken, bei der Holzgewinnung und Holzverarbeitung und beim geplanten Ausbau des Flughafens zu einem multimodalen Hub für den internationalen Güter- und Passagierverkehr, zeigten einige ausländische Unternehmen Beteiligungsinteresse, bestätigt Werschadskij. Große Zukunftshoffnungen verbindet man in Krasnojarsk mit den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Region. Es geht dabei nicht nur um das Wangkor-Feld. Dort wird Öl ab 2008 industriell gefördert werden. In der viel größeren Lagerstätte Jurubscheno-Tochomskaja schlummern aber noch weitaus größere Vorkommen, die in mittelfristiger Perspektive erschlossen werden sollen. In diesem Zusammenhang ist geplant, ein Pipeline-Zubringersystem zu den großen Ölfernleitungen zu errichten. Damit nicht genug: Der Gebietsverwaltung schwebt vor, auf Grundlage dieser Lagerstätte eine ganze petrochemische Industrie entstehen zu lassen. Sehr gute Perspektiven werden für die Holz- und holzverarbeitende Industrie gesehen. Schließlich steht jeder zehnte russische Baum im Krasnojarskij Krai. Die Gewinnung, aber auch die mechanische Verarbeitung von Holz haben hier eine gute Zukunftschance.
Quellen: Administration des Gebiets Krasnojarskij Krai, Korporazija Razwitija Krasnojarskogo Kraja KontaktanschriftenAdministration des Gebietes Krasnojarskij Krai Department für Planung und wirtschaftliche Entwicklung ul. Lenina 123 a, 660009 Krasnojarsk, Russische Föderation Tel.: 007/3912/49 34 80, Fax: -65 21 36 E-Mail: bershadsky@econ.krsn.ru, Internet: http://www.krskstate.ru Verwaltung der Stadt Krasnojarsk Abteilung für Außenbeziehungen Ansprechpartner: Wadim Albertowitsch Falalejew ul. K. Marxa 93, 660049 Krasnojarsk, Russische Förderation Tel.: 007/3912/27 22 90, Fax: -22 25 12 E-Mail: uves@admkrsk.ru, Internet: http://www.admkrsk.ru (W.L.) |
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