| Investoren finden Gefallen an UIjanowsk | | Drucken | |
Fresenius baut Dialysezentrum, Henkel ein Werk für Baustoffe / SABMiller plant Brauerei für 170 Mio. $ / Von Waldemar LichterMoskau (bfai) - Das zentralrussische Gebiet Uljanowsk rückt seit zwei Jahren stärker in den Blickpunkt ausländischer Investoren. Drei große deutsche Unternehmen haben sich bereits in die Region knapp 900 km südöstlich von Moskau angesiedelt. Weitere sind auf dem Weg. Vorteile der Region sind die zentrale Lage, eine gute Verkehrsanbindung und gute Investorenerfahrungen mit der lokalen Administration. Die deutsch-russische Fakultät, ein Projekt der Universitäten von Uljanowsk und Duisburg, sorgt für Nachschub an deutschsprachigen Fachkräften. (Kontaktanschrift) Metro Cash&Carry, Fresenius Medical Care, Henkel - allein in den vergangenen zwei Jahren haben sich drei deutsche Unternehmen zu Investitionen im Gebiet Uljanowsk entschlossen. Das zeige, dass die internationale Zusammenarbeit der Region eine neue Qualität erreicht habe, freut sich Sergej Morosow, Gouverneur des Oblast Uljanowsk. Zwei weitere Investoren, die Quarzwerke aus Frechen bei Köln und Siemens, verhandelten nach seinen Worten derzeit über Projekte bzw. Kooperation mit Unternehmen in der Region. Die Quarzwerke sind an den reichen Vorkommen von Quarzsand in der Region interessiert. Im Gespräch ist die Errichtung eines Abbau- und Aufbereitungsbetriebes ("GOK"), so Morosow auf einer vom Verband der Deutschen Wirtschaft (VDW) und der Deutschen Botschaft organisierten Präsentation des Gebiets Uljanowsk in Moskau. Siemens führt nach seinen Angaben Gespräche mit dem lokalen Unternehmen Kontaktor über eine Produktion von Niederspannungsanlagen in der Region. Deutsche Investitionen werden jedoch derzeit durch ein neues großes Projekt in den Schatten gestellt, das im April 2007 bekannt geworden ist. Der internationale Getränkekonzern SABMiller wird in der Region bis 2009 eine neue Brauerei errichten. Die Kapazität soll sich auf 3 Mio. ha pro Jahr belaufen, die Investitionen werden sich auf voraussichtlich 170 Mio. US$ belaufen. Uljanowsk ist nach Kaluga, wo SABMiller seit 1998 eine Brauerei betreibt, der zweite Standort des Unternehmens in Russland. Die deutschen Vorhaben und die Pläne von SABMiller werden die Investitionsstatistik von Uljanowsk deutlich bereichern. Denn bisher stand das Gebiet nicht gerade im Fokus ausländischer Investoren. Es werden jedoch von Jahr zu Jahr mehr. Im Jahre 2002 flossen nur magere 17 Mio. $ in das Gebiet. Fünf Jahre später waren es schon 88 Mio. $. Dass die Investitionen steigen, mag auch mit den Aktivitäten und der Unterstützung der regionalen Regierung zusammenhängen. Deutsche Firmenvertreter fanden für die Administration des Oblast jedenfalls lobende Worte. "Alles lief gut, unkompliziert und schnell", erzählt Julius Krüger, Projektleiter von Fresenius Medical Care (FMC) in Russland, von seinen Erfahrungen in Uljanowsk. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Dezember 2005 konnte FMC wenige Monate später im Sommer 2006 mit dem Bau des neuen Dialysezentrums beginnen. Und bereits im Juli 2007 wird die Einrichtung mit 40 Dialyseplätzen eröffnet. Die Investitionen werden sich auf 5,1 Mio. $ belaufen. Uljanowsk ist der erste, aber nicht der einzige Standort in Russland, an dem FMC ein Dialysezentrum betreiben will: Im fernen Ulan-Ude (Burjatien) und in Murmansk in Nordrussland entstehen zwei weitere Einrichtungen. FMC ist seit 25 Jahren im Land vertreten und hat sich die führende Marktposition bei Dialyseprodukten gesichert. Den eigenen Marktanteil beziffert das Unternehmen auf 47%. Die Wettbewerber Baxter (USA) und Gambro (Schweden) folgen mit großem Abstand mit Anteilen von 15% bzw. 11%. Die guten Marktaussichten, aber auch die Nähe zu wichtigen Vorprodukten, wie Zement und Sand, haben auch Henkel Bautechnik zu einer Investition im Gebiet Uljanowsk veranlasst. In zwei Jahren soll im Ort Krasnyj Guzjaj ein neues Werk für Bauchemie (trockene Baumischungen für die Fliesenverlegung, Bodenverlegung, Isolation und den Fassadenschutz) entstehen. Das Investitionsvolumen in Uljanowsk wird sich auf 6 Mio. Euro belaufen, so Alexander Sajzew, Generaldirektor von OOO Henkel Bautechnik bei der Gebietspräsentation. Uljanowsk wird damit der dritte Bauchemie-Standort von Henkel in Russland sein. Das erste Werk (9 Mio. Euro) mit einer Kapazität von 100.000 t Baustoffe pro Jahr arbeitet seit 2003 in Kolomna bei Moskau. Das zweite mit ebenfalls 100.000 t/Jahr wird derzeit in Tscheljabinsk (7,2 Mio. Euro) errichtet und soll Ende Mai 2007 in Betrieb genommen werden. Die Baustoffindustrie ist einer der Schwerpunktsektoren, die nach dem Willen der lokalen Regierung in Uljanowsk besonders stark entwickelt werden sollen. Die anderen sind der Fahrzeugbau und die Autozulieferbranche, der Flugzeugbau, der Agrarsektor und die Nahrungsmittelindustrie, die Holzbearbeitungsindustrie sowie (nicht näher bezeichnete) innovative Zweige und die Glasindustrie. In vielen Industriebetrieben der Region müssten Anlagen modernisiert und umgebaut werden. Dabei sei die Wirtschaft der Region an einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen interessiert, so Vertreter der Oblast-Administration. Im Agrarsektor sollen beispielsweise größere Rapsprojekte mit Blick auf die Gewinnung von Bioethanol angestoßen werden. Das Gebiet sei auch an Vorhaben in der Tierzucht und in der Futtermittelindustrie interessiert, sagte Morosow. Als perspektivreich nannte der Gouverneur außerdem die Entwicklung des touristischen Potenzials der Region und des Transportsektors (zwei Flughäfen, gute Eisenbahnanbindung, Hafen). Im Bereich medizinische Forschung wird eine Kooperation mit dem Zentrum für nukleare Medizin in Dimitrowgrad vorgeschlagen. Wichtige Kennziffern des Gebiets Uljanowsk
Quelle: Gebietsadministration von Uljanowsk, eigene Recherchen
Quelle: Administration des Gebiets Uljanowsk
Quelle: Ministerium für Investitionen und Außenbeziehungen des Gebiets Uljanowsk Kontaktanschrift:Administration des Gebietes Uljanowsk Gouverneur: Sergej Iwanowitsch Morosow Ministerium für Investitionen und Außenbeziehungen Ansprechpartner: Dmitrij Alexandrowitsch Rjabow Pl. Lenina 1, 432063 Uljanowsk / Russische Föderation Tel.: 007/8422/41 20 78, Fax: 41 70 20 (Gouverneur), Tel.: -41 21 85, Fax: -41 22 04 (Rjabow) E-Mail: morozow@ulgov.ru (Gouverneur), invest@ulgov.ru (Rjabow), Internet: http://www.ulgov.ru (W.L.) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| < zurück | weiter > |
|---|
RU
Weitere Informationen 






