| Große Investitionsprojekte in Wladiwostok und Chabarowsk geplant | | Drucken | |
Russland bereitet sich auf den Asien-Pazifik-Gipfel 2012 vor / Ausbau der Infrastruktur und der Ölindustrie / Ausschreibungen starten 2008Moskau (bfai) - Der Ferne Osten Russlands liegt schon lange nicht mehr im Winterschlaf, auch wenn kaum Nachrichten von dort nach Deutschland dringen. Ab 2008 soll in der Region erst recht die Post abgehen. Für die zwei wichtigsten Gebiete, Chabarowskij kraj (Haupstadt: Chabarowsk) und Primorskij kraj (Hauptstadt: Wladiwostok), wurden Pläne für Großprojekte zum Ausbau der Transportinfrastruktur, der Erdölindustrie und der Holzverarbeitenden Industrie bekannt gegeben. Die Finanzierung erfolgt mit Geldern aus dem Investitionsfonds der russischen Regierung. In Wladiwostok handelt es sich im einzelnen um folgende Vorhaben:- Bau von Anlagen für die Verarbeitung bzw. Verschiffung von Öl und Gas, - Bau von Öl- und Gaspipelines, - Bau von Anlagen zur Energieerzeugung bzw. -übertragung, - Ausbau von Eisenbahnstrecken, - Bau von zwei großen Brücken über die Hafenmündung bzw. zur vorgelagerten "Russeninsel", auf der 2012 der Asien-Pazifik-Gipfel stattfinden soll, - Hafenvergrößerung und -modernisierung in Wladiwostok, - kompletter Ausbau der Transportinfrastruktur in Wladiwostok und Umgebung im Hinblick auf den Asien-Pazifik-Gipfel 2012, - Aus- und Neubau von Hotelkapazitäten sowie eines neuen Tagungskomplexes für den Asien-Pazifik-Gipfel 2012. In Wladiwostok ist der Nachholbedarf insbesondere im Bereich der Infrastruktur, des Hafenausbaus und der städtebaulichen Sanierung immens hoch. Aufgrund der Nähe zu Asien sind im Großraum Wladiwostok vor allem koreanische, japanische und chinesische Firmen präsent, jedoch betonten die örtlichen Gesprächspartner, dass sie eine Beteiligung deutscher Firmen an den verschiedenen Ausschreibungen sehr begrüßen würden. Asiatische Anbieter könnten bezüglich der Qualität nicht mit deutschen Herstellern konkurrieren. Zur Sprache käme auch der herrschende Mangel an qualitativ hochwertigen Baustoffen; hier seien die Lieferungen z.B. aus China minderwertig und nicht ausreichend. Aufgrund der vorhandenen Rohstoffe solle im Gebiet eine eigene Baustoffindustrie aufgebaut werden. Eine detaillierte Liste der geplanten Großprojekte kann unter der E-Mail-Adresse econsvod@primorsky.ru abgefragt werden. Im Bedarfsfall kann die Deutsche Botschaft in Moskau auch den Kontakt zu einschlägigen Ansprechpartnern in der Kraj-Verwaltung herstellen. Ähnlich stellt sich die Lage für die Stadt Chabarowsk sowie den gleichnamigen Verwaltungsbezirk dar. Hier sind folgende Projekte geplant: - Ausbau des Flughafens Chabarowsk zu einem sog. "Hub" (einem von insgesamt neun in Russland) mit einem geplanten Finanzvolumen von 300 Mio. US$; - Bau von zwei neuen Häfen sowie Modernisierung des Endpunktes der Baikal-Amur-Eisenbahn mit erheblichem Ausbau der Umschlagskapazitäten für die beiden Häfen. Im Zuge der Hafenneubauten sollen auch Straßen sowie Straßen- und Eisenbahntunnels in größerem Umfang gebaut werden; - Neubau einer Ölpipeline zum Stillen Ozean sowie Bau von zwei Ölraffinerien in Chabarowsk und Komsomolez unter der Ägide von Rusneft mit einem geplanten Investitionsvolumen von 600 Mio. bis 800 Mio. US$; - Ausbau der Kapazitäten in der Holzwirtschaft, die in Russland an dritter Stelle steht. Hier wolle man sich vor allem auf den Bau moderner Produktionsstätten für die Herstellung von Papier, Zellulose und Möbeln konzentrieren. Einzelheiten über die Projektvorhaben können bei der Förderstelle für ausländische Investitionen der Chabarowsker Gebietsverwaltung unter www.fipa.khv.ru abgefragt werden. Die Ausschreibungen für die Projekte sollen zum Teil bereits Anfang 2008 stattfinden. Gesprächspartner der Verwaltungen von Chabarowsk und Wladiwostok betonten, deutsche Firmen seien eingeladen, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. Eine Zusammenarbeit mit deutschen Firmen sei wegen der hohen Qualität der Produkte und Leistungen ausdrücklich erwünscht. Die Gesprächspartner bekundeten ihr großes Interesse an deutscher Technologie für die Projekte. Die große Entfernung zum Fernen Osten Russlands erscheint auf den ersten Blick abschreckend, der europäische Landesteil wirkt attraktiver. Die Dimension der geplanten Projekte sowie die Tatsache, dass Gelder aus dem Investitionsfonds der russischen Regierung bereitgestellt werden sollen, machen die Vorhaben dennoch für deutsche Firmen interessant. Hinzu kommt, dass Präsident Putin der Region offenbar größere Aufmerksamkeit widmen will als bisher. Er ernannte am 29.10.2007 einen neuen Beauftragten des Präsidenten für den Fernen Osten, den bisherigen stellvertretenden Innenminister Oleg Safonow. Dessen dringlichste Aufgabe soll die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, vor allem im Wirtschaftsbereich, sein. Putin betonte, das sei vor allem mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region und den Asien-Pazifik-Gipfel 2012 prioritär. Dieses verstärkte Interesse Putins dürfte ein Indikator dafür sein, dass die vorgesehenen Gelder auch tatsächlich fließen werden. |
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