Energiewirtschaft in Russland 2005/06

Russische Föderation - Energiewirtschaft 2005/06

Moskau (bfai) - Der Bericht erläutert die Marktstruktur und die Investitionstätigkeit in der Energiewirtschaft Russlands. Er enthält Zahlen zu Primärenergieproduktion und -verbrauch. Für die Bereiche Erdöl, Erdgas, Kohle, Kernenergie und Elektrizität werden jeweils Marktstruktur, Förderung bzw. Erzeugung, Export und Entwicklung des Sektors beschrieben. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit der Nutzung erneuerbarer Energien. Das Bild runden Ausführungen über die Energiepolitik der russischen Regierung und die internationale Zusammenarbeit ab.

Zusammenfassung

Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt mit etwas mehr als einem Drittel der Weltgasreserven, cirka 10% der Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven über bedeutende Ressourcen. Nach Angaben der International Energy Agency (www.iea.org) kommt Russland für 24% der Weltgasförderung und 8,4% der Weltölförderung auf.

Die Energiewirtschaft des Landes trägt knapp ein Drittel zur Industrieproduktion bei und ist damit der wichtigste Sektor der russischen Volkswirtschaft. Außerdem ist die Energiewirtschaft mit über 50% ist an den Exporten des Landes beteiligt, leistet durch Steuern, Zölle und Abgaben einen hohen Anteil zu den föderalen Staatseinnahmen und trägt zu cirka einem Viertel zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei.

Das Bestreben des Staates, den Brennstoff- und Energiesektor, hier vor allem die Rohölförderung und -verarbeitung, unter seine Kontrolle (zurück) zu holen, hat sich auch 2005 und 2006 fortgesetzt. Insbesondere der Einfluss der sich mehrheitlich in Staatseigentum befindenden Unternehmen Rosneft und Gazprom wurde verstärkt.

Die Strukturen des Gas- und Strommarktes sind monopolistisch, Preise in diesem Bereich sind reguliert, das Ölpipeline-Netz ist staatlich kontrolliert und für den Gasexport hat Gazprom 2006 das staatliche Kontrollmonopol erhalten. Die Kohleförderunternehmen sind weitgehend privatisiert.

Insbesondere bei den ölfördernden Unternehmen ist nach Vernachlässigung in den 1990er Jahren eine zunehmende Investitionstätigkeit auch in die Neuerschließung von Lagerstätten zu verzeichnen. Allerdings hat der Vorlauf der in staatlicher Hand monopolisierten Erkundung drastisch abgenommen. In der kommunalen Energieversorgung besteht ein großer Kapitalbedarf, für dessen Deckung derzeit kaum Quellen erkennbar sind. Auch verzögert sich die geplante Privatisierung von RAO EES weiter. Lediglich in den wirtschaftlich stärkeren Regionen sind entsprechende Ansätze vorhanden.

Anreize für Investitionen im Ölsektor durch Production sharing agreements (PSA) werden nicht mehr gegeben. Das Instrument wurde von der russischen Regierung als nicht vorteilhaft eingeschätzt. Ausländische Investoren sollten dabei auf begrenzte Zeit Förderrechte für bestimmte Ölquellen vom russischen Staat erwerben können. Die Entwicklung seit Beginn 2006 lässt eher erkennen, dass auch bei bestehenden PSA versucht wird, eine stärkere Einflussnahme des russischen Staates über die Beteiligung russischer Unternehmen zu erreichen. Dies betrifft insbesondere den Einstieg von Gazprom (50% + 1 Aktie) in das Unternehmen Sachalin Energy (Erschließung Sachalin II). Shell und die japanischen Partner mussten, nach angedrohten Schwierigkeiten mit der Naturschutzbehörde, 50% + 1 Aktie ihrer Anteile an Sachalin Energy abgeben. Dagegen ist Rosneft bei Sachalin I nur mit einem Anteil von 20% eingestiegen, wodurch sich weiterhin 80% in ausländischer Hand befinden (30% Exxon Mobile, 30% das japanische Konsortium Sodeco, und 20% die indische Oil &Gas Corp).

Deutschland bezog 2005 cirka 41,7 % seiner Erdgas- und cirka 34,1 % seiner Rohölimporte aus Russland.

Als Abnehmer der russischen Energieexporte belegt die Europäische Union den ersten Platz. Osteuropäische Staaten (insbesondere Ukraine, Belarus) und Staaten der Euroasiatischen Wirtschaftsgemeinschaft bilden ebenfalls wichtige Absatzmärkte.

Der Anteil von Kernenergie und Kohle an der russischen Elektrizitätserzeugung soll in Zukunft massiv erhöht werden, um den Inlandsverbrauch von Gas zu verringern. Nur so können die eingegangenen Exportverpflichtungen in den nächsten Jahren erfüllt werden.

Erneuerbare Energien werden zur Zeit hauptsächlich in Form von Wasserkraft genutzt (knapp ein Fünftel der russischen Elektrizitätszeugung). Solar- und Windkraft spielen nur eine untergeordnete Rolle, allenfalls Biomasse kann in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Durch Diskussion über die Bedeutung von Energieeffizienz, insbesondere auch zwischen EU und Russland, beginnt das Thema langsam an Bedeutung zu gewinnen.

1. Bedeutung der russischen Energiewirtschaft

Insgesamt wurden 2005in Russland etwa 470 Mio. t Erdöl und 636 Mrd. cbm Gas gefördert. Insgesamt 49,6% des geförderten Erdöls (bei einem Durchschnittspreis für russisches Rohöl von cirka 45,2 US$ pro Barrel) und 29% des gewonnenen Erdgases wurden ausgeführt. Hinzu kommen petrochemische Erzeugnisse.

In der Warenstruktur des Exports betrug 2005 der Anteil von Brennstoffen und Energieträgern 61,1% (1. Halbjahr 2006: 65,4%).

Mit einem Anteil von fast einem Drittel an der Industrieproduktion ist die Energiewirtschaft der wichtigste Sektor der russischen Volkswirtschaft. Durch Steuern, Abgaben und Exportzölle trägt die russische Energiewirtschaft derzeit cirka zur Hälfte zu den föderalen Staatseinnahmen bei. Im 1. Halbjahr 2006 stammten 51,6% der Haushaltseinnahmen des russischen Staates aus der Energiewirtschaft, davon u.a. 40,7% aus dem Erdölsektor, 7,4% aus dem Gassektor und 3,1% aus der Stromerzeugung. Dem Stabilisierungsfond wurden im Jahr 2006 aus der Exportsteuer für Erdöl insgesamt 1.498 Mrd. Rubel (cirka 56 Mrd. US$) zugeführt.

2. Marktstruktur

2.1 Erdgas und Strom: "natürliche Monopole" Gazprom und RAO EES

Der Gassektor ist gekennzeichnet durch die Monopolstellung des Unternehmens Gazprom, das 95% der russischen Vorkommen und derzeit 87% der Förderung kontrolliert. Das russische Gaspipeline-Netz gehört ebenfalls ausschließlich zum Gazprom-Konzern. Im Jahr 2006 hat Gazprom per Gesetz das Monopol für den Gasexport erhalten.

Im Stromsektor übt der Monopolist RAO EES ("Einheitliches Energiesystem") die Kontrolle über den Großteil der Stromerzeugung und das Hochspannungsleitungsnetz aus. Die Privatisierung von Kraftwerkskapazitäten - wie sie die Reform des Elektrizitätssektors vorsieht - werden um ein weiteres Jahr auf 2007 verschoben.

Voraussetzung dafür ist (aus russischer Sicht), dass zuvor eine Trennung der Erzeugung von Transport- und Verteilungsnetzen erfolgt, da letztere zu 100% in staatlicher Hand verbleiben sollen. Bislang fehlten wesentliche, Investitionsanreize schaffende Elemente, wie die Freigabe der Preise. Die für Industriekunden angekündigte Gaspreiserhöhung um 15% im Jahr 2007 wird allerdings auch eine Erhöhung der Strompreise nach sich ziehen.

Die Inlandspreise für Elektrizität und Gas werden vom Föderalen Dienst für Tarife festgesetzt. Sie liegen erheblich unter Weltmarktniveau: Inlandspreise von Elektrizität cirka ein Viertel, Inlandspreise von Gas cirka ein Fünftel der entsprechenden Weltmarktpreise. Dabei hat sich bei den Gaspreisen auch im Inland ein duales Preissystem herausgebildet: Für sogenannte "kommerzielle" Lieferungen - hauptsächlich Neuanschlüsse - beträgt der Preis etwa das Doppelte des staatlich regulierten Inlandspreises.

Seit dem 1.09.2006 kann ein bestimmter Anteil der erzeugten Elektroenergie (2006: 5%) frei an einer neugeschaffenen Strombörse gehandelt werden. Die Preisbildung für den Endverbraucher erfolgt dabei durch den Markt, ausgenommen ist der Preis für die Bevölkerung.

2.2 Erdöl

Nach Liberalisierungstendenzen im Ölsektor in den 1990er Jahren sind Bestrebungen zur Wiedererlangung eines bestimmenden Einflusses des Staates unverkennbar. Rosneft bekam den Zuschlag für das Förderunternehmen JuganskNeftjeGas, das Herzstück des Jukos Konzerns. Die Übernahme von SibNeft durch Gazprom war ein weiterer Schritt in diese Richtung. Damit sind fast 40% der Rohölförderung unter staatlicher Kontrolle.

Das Ölpipeline-Netz wird von der staatlichen Gesellschaft Transneft betrieben. Eine Öffnung des Pipelinetransports für private Unternehmen ist derzeit nicht vorgesehen.

Die inländischen Ölpreise sind nicht staatlich reguliert. Bei den derzeitig hohen Weltmarktpreisen ist ein Streben der Mineralölwirtschaft nach möglichst hohen Mitnahmeeffekten zu verzeichnen. Das Instrumentarium der Antimonopolbehörde ist gegen derartige Preisabsprachen der Mineralölunternehmen kaum wirksam.

3. Investitionen

Ausbleibende Investitionen führten in den vergangenen Jahren zum Veralten des Kapitalstocks im russischen Energiesektor. Besonders Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung sowie die kommunale Energieversorgung (hier vor allem Fernwärmenetze) leiden unter einem großen Investitionsstau. Erheblicher Investitionsbedarf besteht bei der Verbesserung des Förderertrages auf den existierenden Öl- und Gasfeldern, bei der Erschließung der enormen ungenutzten Vorkommen, bei der Modernisierung der Kraftwerke, bei Instandhaltung und dem Ausbau der Strom- und Fernwärmenetze sowie bei den Ersatzinvestitionen in die kommunale Energieinfrastruktur.

Rund 40% des Erdöls und über 90% des Erdgases kommen aus Lagerstätten der Wolga-Uralregion bzw. Westsibirien, die charakterisiert sind durch eine hohe Ausbeutung und einen allmählichen Rückgang der Förderung. Notwendig sind deshalb neue Investitionen im Gebiet Jamal sowie in Westsibirien, wo erkundete Vorräte von 10,4 Bill. cbm Gas, 228,3 Mill. cbm Gaskondensat und 291,8 Mio. t Erdöl vorhanden sind. Des Weiteren wäre die Erschließung des arktischen Schelfgebietes (Schtokman), der Felder in Ostsibirien (Kowykta, Tschajadin) und des Schelfs von Sachalin notwendig.

Nach Experteneinschätzung beträgt der Verschleiß in der Erdölförderung 60%, in der Stromerzeugung 65%, in der Gasförderung 70% und in der Erdölverarbeitung 80%. Laut Auffassung der Gruppe Investitionen im Rahmen des EU-Russland Energiedialoges sind rund 40 Mrd. US$ pro Jahr für das Aufrechterhalten der Förderung und die notwendige Modernisierung notwendig. Die tatsächlichen Ausgaben im Jahr 2006 lagen bei rund 14 Mrd. US$. Für die Erkundung neuer Lagerstätten müssten cirka 8 Mrd. US$ (2006: tatsächlich 1,7 Mrd. US$) aufgewandt werden.

Nicht eingeschlossen in die oben angeführten Investitionssummen sind Aufwendungen für Energieeinsparmaßnahmen, wobei insbesondere in der Wohngebäudesanierung der Finanzbedarf in den kommenden Jahren erheblich steigen dürfte, weil andernfalls die Betriebskosten bei steigenden Energiepreisen nicht mehr aufzubringen sein werden.

Die Investitionen in die Förderung von Erdöl und -gas beliefen sich 2005 auf 362,7 Mrd. Rbl (14,4 Mrd. US$) und lagen um 2,6% unter dem Vorjahr. Der Anteil an den Gesamtinvestitionen der russischen Wirtschaft betrug 13,2% (2004: 15,2%). Der Anteil der ausländischen Investitionen an den Gesamtinvestitionen der Förderung von energetischen Rohstoffen (Öl, Gas, Kohle) betrug 2005 21,2% (2004: 43,5%).

Hauptgrund für die zurückhaltende Investitionstätigkeit waren auch 2005 und im 1. Halbjahr 2006 die anhaltend niedrigen inländischen Preise für Strom und Gas, die keine ausreichende Rentabilität für Investitionen (vor allem in den Bereichen der Energieumwandlung und -verteilung) bieten. Die russische Regierung hatte bisher den Anstieg der Energiepreise gedeckelt - zum einen zur Senkung der Inflation, zum anderen, um soziale Härten zu vermeiden.

Im Ölsektor herrschen bessere Voraussetzungen. Eine Reihe ausländischer Investoren hat Interesse an Investitionen in die Entwicklung russischer Ölvorkommen angekündigt, andere sind bereits mit Investitionen in der Ölförderung und -verteilung engagiert. Das russische Recht sieht drei zentrale Formen ausländischer Investitionen vor: Joint Ventures, Production sharing agreements (PSA) und den Erwerb von Firmenanteilen. Seit 2006 sieht Russlands Regierung im Abschluss eines PSA keine Vorteile mehr.

Die größte Beteiligung im Ölsektor ist die von British Petroleum an der Tjumener Ölgesellschaft TNK. Weitere nennenswerte Auslandsinvestitionen sind im Fernen Osten (Sachalin) im Rahmen von Production sharing agreements getätigt worden.

Inwieweit in Zukunft ausländische Investoren in diesem Bereich noch nennenswert zum Zuge kommen können, ist offen. Russland war 2006 erkennbar bemüht, den ausländischen Einfluss auf die Erdöl- und Erdgasförderung zurückzudrängen. In diese Richtung verweisen auch die Anfang 2007 vorgelegten Entwürfe des Gesetzes "Über ausländische Kapitalanlagen in Unternehmen und Bereichen, die strategische Bedeutung für die nationale Sicherheit der Russischen Föderation haben" und des Gesetzes "Über Bodenschätze".

Das Investitionsprogramm des Stromkonzerns RAO EES sieht für die Jahre 2007 bis 2010 pro Jahr bis 1.600 Mrd. Rbl (cirka 60,3 Mrd. US$) für die Errichtung von 40,9 GW vor. Im Rahmen des Nationalen Projektes "Nischnij Priangarsk" werden Finanzmittel aus dem Investitionsfonds für die Fertigstellung des Wasserkraftwerkes Boguschanskoje (2.000 MW) bereitgestellt.

4. Energiepolitik der russischen Regierung

Leitfaden für die russische Energiepolitik ist die 2003 von der russischen Regierung gebilligte "Langfristige Energie-Strategie" (Zeithorizont bis 2020). Allerdings zeichnete sich bereits 2005 ab, dass die dort getroffenen quantitativen Annahmen durch die Wirklichkeit überholt werden: Das - wenn auch regional sehr differenziert verlaufende - Wirtschaftswachstum liegt über den der Energiestrategie zugrunde gelegten Werten, so dass - wegen ausbleibender Energieeinspareffekte - die Energieerzeugung den Anforderungen nicht mehr gerecht wird.

Die im Frühjahr 2005 wirksam gewordenen Regelungen der Kommunalreform hatten auch Auswirkungen auf den Energiebereich: Die Neuregelungen sehen die Umlage der Betriebskosten, darunter Heiz- und Warmwasserkosten, auf die Mieter bzw. Wohnungsinhaber vor.

Hingegen sind die Reformen im Elektrizitätssektor bisher nicht wie geplant vorangekommen. Der sozialpolitische Druck hat Fortschritte bei der Freigabe der Preise für Elektrizität und Gas verhindert. Vor allem die sehr niedrigen Preise für die Bevölkerung bleiben bis zu den Wahlen (Duma: 2.12.2007, Präsident: 2.03.2008) eingefroren.

Ende 2006 hat das für Energie zuständige Ministerium der Regierung ein weitgehend realistisches Bild vorgelegt: Das schnelle Wirtschaftswachstum, die Stagnation der Förderung und der hohe Grad der erreichten Ausbeutung der Lagerstätten wird zu einem Anstieg der Preise führen, verbunden mit einem Defizit von Gas und Strom in den nächsten Jahren. Die Regierung hat deshalb im Dezember 2006 ein Paket zur schrittweisen Erhöhung der Gaspreise für Industriekunden sowie der Stimulierung von alternativen Energiequellen (wie Kernkraft und Kohle) vorgelegt. Es ist vorgesehen, den inländischen Gaspreis 2007 um 15% und in den Jahren 2008 bis 2010 um 25 bis 27% zu erhöhen. Ziel ist das Angleichen an die Exportpreise für Gas. Künftig soll der Gaspreis allgemein nach einer Formel berechnet werden, in die neben der Entfernung des Verbrauchers von der Förderstelle auch die Preise der anderen verfügbaren Energieträger eingeht. Über die Exportsteuern kann Russland zusätzlich Einfluss auf die Rentabilität nehmen. Gleichzeitig sollen die erdölfördernden Unternehmen angeregt werden, verstärkt Begleitgas zu nutzen.

5. Primärenergie

5.1 Primärenergie-Produktion

Die Primärenergieproduktion Russlands betrug im Jahr 2005 insgesamt 50,36 Exajoule (1.718,8 Mio. t spezifische Brennstoffeinheiten) und nach vorläufigen Daten des Energieministeriums 2006 insgesamt 51,93 Exajoule (1.772,5 Mio. t spezifische Brennstoffeinheiten).

5.2 Primärenergie-Verbrauch

Russland ist der drittgrößte Energiekonsument weltweit. Die Energieintensität ist cirka 6 bis 8 mal höher als in westlichen Industrieländern und mehr als doppelt so hoch, wie in Ländern mit vergleichbaren klimatischen Bedingungen. Die Regierung rechnet aufgrund der Wirtschaftsentwicklung mit einem Anstieg des Energieverbrauchs um cirka 20% bis 2020. Der Primärenergieverbrauch 2004 betrug 41,0 Exajoule.

Gas deckt mehr als die Hälfte des Primärenergieverbrauchs, gefolgt von Rohöl (cirka ein Fünftel), Kohle und Primärstrom.

6. Erdöl

6.1 Marktstruktur

Nach der Privatisierung hatten sich zunächst sechs große Ölgesellschaften herausgebildet - Jukos, Lukoil, TNK-BP, Surgutneftegas, Sibneft, Tatneft. Mit der Abspaltung des Gesellschaft JuganskNeftjeGas von Jukos (Jukos jetzt auf Platz 6 der Ölförderunternehmen) ist Lukoil mit einer Jahresförderung von 87,8 Mio. t wieder größter Akteur unter Russlands Ölproduzenten. Das Unternehmen besitzt mit 19,8 Mrd. Barrel die größten Ölreserven und verfügt mit seinen vier Raffinerien über eine Gesamtkapazität von 40,7 Mio. t pro Jahr.

Das staatliche Unternehmen Rosneft wurde im Ergebnis der Zwangsversteigerung von JuganskNeftjeGas dessen neuer Eigentümer und konnte damit seinen Anteil an der russischen Ölförderung von 4,5% auf derzeit 17% steigern. Es plant eine weitere Expansion auf ein Viertel der Rohölförderung.

TNK-BP ist die drittgrößte russische Ölfirma, an der - als größte ausländische Investition im Ölsektor - BP mit 50% beteiligt ist. Das Unternehmen betreibt sechs Raffinerien in Russland und der Ukraine mit einer Gesamtkapazität von mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag.

Das Ölpipeline-Netz wird durch das staatliche Monopolunternehmen Transneft betrieben, über das auch der größte Anteil der Rohöl-Exporte (über 90%) erfolgt.

Gemessen am Fördervolumen führt im 1. Halbjahr 2006 Lukoil vor Rosneft, TNK-BP, Surgutneftegas und Sibneft.

Im 1. Halbjahr 2006 wurden 44,9% des geförderten Erdöls im Inland verarbeitet.

Erdölförderung
Unternehmen Förderung 2005 (Tausend t) Anteil an der Förderung der Russischen Föderation (in %)
Lukoil 87.814 18,68
THK-BP 75.347 16,03
Rosneft 74.418 15,83
Surgutneftegas 63.859 13,58
Sibneft (ohne Gazprom) 33.040 7,03
Tatneft 25.332 5,39
Jukos 24.615 5,25

Quelle: Gazprom "Jahresbericht 2005"

6.2 Förderung

Russland hat einen Anteil von 8,4% an der Weltrohölförderung. Die gesicherten russischen Reserven liegen bei über 7 Mrd. t, optimistische Schätzungen nennen 8 Mrd. bis 11 Mrd. t.

Erdölförderung (mit Gaskondensat)
Jahr 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Veränderung 2006 gegenüber 2005
Mio. t 346 380 421 458,8 469,6 480,02 +10,4 Mio. t (+2,1%)

6.3 Export

Erdölexport
Jahr 2003 2004 2005
Mio. t 220 257,4 252,5*)

*) Das sind 53,8% des geförderten Erdöls.

Der Anteil des Exportes von Erdöl am Gesamtexport von Russland 2005 betrug 34,6%, der Anteil von Erdöl am Export von Brennstoffen und Energiewaren belief sich auf 54,1% (2004: 32,1% bzw. 56,2%).

Die Exportkapazitäten der Pipeline-Systeme und Ölterminals sollen auf über cirka 300 Mio. t/a bis zum Jahr 2010 bzw. auf 433 Mio. t/a bis zum Jahr 2020 ausgebaut werden.

Nach vorläufigen Angaben wurden 2006 in Nicht-GUS-Länder insgesamt 212,99 Mio. t Erdöl exportiert, dass sind 0,7% weniger als 2005. In die GUS wurden im gleichen Zeitraum 36,92 Mio. t und damit 2,9% weniger als 2005 exportiert.

6.4 Entwicklung des Ölsektors

Während zunächst der Engpass der Entwicklung des Ölsektors bei den Exportkapazitäten lag, zeichnet sich nunmehr ein sinkender Vorlauf der Erkundung als Problem ab. Dies könnte zu einem Defizit bei den Neuaufschlüssen führen mit der Folge, dass wenigstens die derzeit avisierte Ausweitung der Exporte (und damit die Erschließung neuer Märkte) teilweise in Frage gestellt würde. Die derzeitigen Export-Routen - Drushba-Pipeline durch Belarus und Polen, Ölhafen Noworossisk (mit anschließendem Tankertransport durch den Bosporus), Eisenbahn, russische Ostsee-Ölhäfen - sind nahezu voll ausgelastet. Neue Kapazitäten werden durch das Baltic Pipeline System in Verbindung mit dem Bau eines Ölterminals in der Umgebung von Sankt Petersburg (Primorsk) geschaffen. Die Kapazität dieses Pipeline-Systems soll auf 62 Mio. t pro Jahr ausgebaut werden.

Darüber hinaus hängt die Fähigkeit Russlands, in Zukunft genügend Öl für den steigenden inländischen und ausländischen Bedarf zu fördern, entscheidend von den Investitionen in die Erschließung neuer Vorkommen ab. Dabei waren im Jahr 2004 die Investitionen gegenüber 2003 um 20,3% gesunken. Dieser Negativtrend hat sich 2005 nicht fortgesetzt.

7. Erdgas

7.1 Marktstruktur

Der russische Erdgassektor wird vom sog. "natürlichen Monopolisten" Gazprom kontrolliert. Der Staatsanteil beträgt (direkt und indirekt) insgesamt 51%. Gazprom ist das größte Gasunternehmen der Welt. Es fördert 85% des russischen Erdgases, der Rest entfällt auf kleinere Gas- und Ölfördergesellschaften. Im 1. Halbjahr 2006 ist der Anteil von Gazprom auf 83,5% gesunken.

Unternehmen Förderung 2005 (Mrd. cbm) Anteil an der Förderung der Russischen Föderation (in %)
Gazprom 547,9 85,48
Novatek 25,4 3,96
Surgutneftegas 14,4 2,25
Rosneft 13,0 2,03
THK-BP 8,7 1,36
Lukoil 5,8 0,90
Sibneft 2,0 0,31

Quelle: Gazprom "Jahresbericht 2005"

Das 150.000 km lange Pipelinenetz gehört ebenfalls zum Gazprom-Konzern.

Der Gaspreis wurde 2005 und 2006 wie der Strompreis von der Föderalen Energiekommission festgelegt. Ende 2006 lag er im Durchschnitt bei cirka 44 US$ pro 1.000 cbm und damit weit unter den Exportpreisen (95 bis 200 US$ pro 1.000 cbm). Für 2007 ist ein Anstieg des Gaspreises um 15%, für 2008 um 25%, für 2009 um 26% und für 2010 um 25% vorgesehen.

7.2 Förderung

Russland ist der weltgrößte Erdgasförderer vor den USA und Kanada mit einem Anteil von cirka einem Viertel von der Weltfördermenge. In den Jahren 2005 und 2006 stieg die russische Erdgasförderung nur leicht. Von der Fördermenge des Jahres 2006 entfallen auf Gazprom 550,48 Mrd. cbm.

Erdgasförderung
Jahr 2003 2004 2005 2006 Veränderung 2006 gegenüber 2005
Mrd. cbm 620 632 636 656,29 +2,4%

Die erkundeten Vorräte von Gazprom betrugen Ende 2005 insgesamt 29,1 Bill. cbm, die neu erkundeten Vorräte 2005 übersteigen die im Jahr 2005 geförderte Menge. Gazprom kontrolliert rund 60% der erkundeten Vorräte, andere Gasförderunternehmen cirka 21% und noch nicht verteilt sind 19%.

7.3 Export

Russland ist der weltgrößte Erdgasexporteur. Der Erdgasexport 2005 liegt bei 187,2 Mrd. cbm; Aufteilung Exporte (ohne Transit): GUS cirka 27,4 Mrd. cbm pro Jahr, außerhalb der GUS 159,8 Mrd. cbm (2004: 145,3 Mrd. cbm). Im 1. Halbjahr 2006 wurden in die GUS cirka 20,35 Mrd. cbm (-20,5%) und in Länder außerhalb der GUS 85,14 Mrd. cbm (+5,5%) exportiert.

Der Export Richtung Westeuropa erfolgt zum Großteil über die Transitpipeline durch die Ukraine (cirka 136,4 Mrd. cbm), via Belarus und Polen über die Pipeline Jamal-Westeuropa.

Der Erweiterung der Transportkapazitäten nach Westeuropa soll der Bau der NordStream-Pipeline mit einer Kapazität von zunächst 27,5 Mrd. cbm, später 55 Mrd. cbm pro Jahr dienen. Weitere Pläne zum Ausbau der Exportkapazitäten betreffen die Verlängerung der derzeit bis Angarsk reichenden Pipeline nach Fernost, wobei über einen Abzweig nach China nachgedacht wird, sowie die Erschließung neuer Exportwege durch die Errichtung von LNG-Terminals in Fernost, auf der Halbinsel Sachalin (Inbetriebnahme dort um 2008 geplant) und/oder im Großraum Murmansk bzw. off-shore (Schtokman-Feld). Voraussetzung dafür wären allerdings ein massiver Ausbau der Förderkapazitäten oder die Erhöhung der Importe (Mittelasien, hauptsächlich Turkmenistan).

Ende 2005 hat Gazprom mit dem Transport von LNG begonnen. Hierzu wurde Gas de France im Austausch gegen LNG mit Gas per Pipeline geliefert.

7.4 Entwicklung des Gassektors

Die in den vergangenen Jahren diskutierte Restrukturierung und Liberalisierung des Gassektors ist nicht weiter vorangekommen. Durch die Zukäufe im Ölsektor und außerhalb des Kerngeschäftes ist eine Neuordnung der Konzernstruktur von Gazprom und seiner Aktivitäten notwendig. Anstelle einer Trennung von Produktion, Transport und Vermarktung scheint eine stärkere Verschmelzung zu erfolgen.

8. Kohle

Die erkundeten Kohlevorkommen (A + B + C1) werden mit cirka 200 Mrd. t angegeben. Davon lagern etwa 80% jenseits des Urals (46% in Westsibirien, 33% in Ostsibirien und 10% im Fernen Osten).

Zu Beginn des Jahres 2006 wurden 93 Schachtanlagen und 143 Tagebaue mit einer Förderkapazität von 330 Mio. t betrieben. In 43 Fabriken kann Kohle aufbereitet werden.

Rund 65,5% der Kohleförderung erfolgt im Tagebau; dieser Anteil soll bis 2020 auf 75 bis 80% erhöht werden. Von der im Jahr 2005 insgesamt geförderten Kohle waren 229 Mio. t Kesselkohle, 154 Mio. t Steinkohle und 69 Mio. t Kokskohle. Die Koksproduktion sank 2005 auf 31,6 Mio. t (-7,7%).

Kohleförderung
Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 Veränderung 2006 gegenüber 2005
Mio. t 256 277 280 298 309,18 +3,6%

Der Inlandsverbrauch von Braun- und Steinkohle lag 2006 bei 197 Mio. t. Die Kohle-Exporte stiegen 2005 auf 79,7 Mio. t (+10,6% gegenüber 2004). Der Export von Steinkohle in Nicht-GUS-Länder belief sich 2006 auf 81,1 Mio. t (113,4% gegenüber 2005).

Die Steigerung der Förderung ist nicht zuletzt auf die stetig wachsenden Investitionen in die Kohleindustrie zurückzuführen. Diese betrugen im Jahr 2005 cirka 21 Mrd. Rbl (cirka 0,8 Mrd. US$; 2003: 17 Mrd. Rbl). Damit liegen sie aber liegen noch weit unter den in der Energiestrategie veranschlagten notwendigen Investitionen von cirka 30 Mrd. Rbl (cirka 1 Mrd. US$).

Russland ist einer der größten Kohleproduzenten weltweit. Allerdings liegt die Kohleförderung immer noch unter dem Niveau von 1990 (395 Mio. t). Hauptursachen dafür sind der Wegfall der Nachfrage aus den ehemaligen Abnehmerbetrieben der Schwerindustrie und Wettbewerbsverzerrungen durch die von staatlicher Seite niedrig gehaltenen Gaspreise.

Die Energiestrategie der Russischen Föderation sieht einen Produktionsanstieg für Kohle auf 375 Mio. bis 445 Mio. t vor. Das Programm der Regierung setzt auf einen verstärkten Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung. Dies wird zu einer weiteren Erhöhung der Kohleförderung in den nächsten Jahren führen. Bis 2011 soll die Kohleindustrie gänzlich privatisiert sein. Dem widerspricht die Anfang 2007 angekündigte Gründung eines gemeinsamen Unternehmens zwischen Gazprom und dem größten russischen Kohleförderunternehmen SUEK, durch welche der Staatseinfluss im Rohstoffsektor entscheidend zunehmen würde.

9. Kernenergie

9.1 Kraftwerkskapazitäten

Russland verfügt über zehn Kernkraftwerke (KKW) mit 31 Reaktorblöcken. Im Dezember 2004 wurde der dritte Block des KKW Kalinin im Gebiet Twer in Betrieb genommen. Der Bau von drei weiteren Kraftwerksblöcken ist weit fortgeschritten (KKW Wolgodonsk, Balakowo und Kursk).

9.2 Stromproduktion

Die installierte Gesamtleistung der russischen KKW zur zivilen Nutzung beläuft sich auf cirka 23,2 GW. Die russischen KKW, die überwiegend den Grundlaststrom liefern, haben im Jahr 2005 cirka 152,9 TWh erzeugt (+4,9% gegenüber 2004). Damit trugen sie zu cirka 15,5% zur Gesamtstromerzeugung bei. Im europäischen Teil Russlands ist der Anteil des in KKW erzeugten Stromes allerdings deutlich höher als im Landesdurchschnitt und liegt bei cirka einem Viertel. In einigen Gebieten ist die Abhängigkeit von den KKW noch größer: So beläuft sich der Anteil des in KKW erzeugten Stroms im Raum Sankt Petersburg auf knapp zwei Drittel, auf der Halbinsel Kola (Gebiet Murmansk) auf cirka drei Viertel.

9.3 Uranreserven

Nach Angaben der OECD und IAEO belaufen sich die russischen Uranreserven auf cirka 240.000 t. Dies wäre ausreichend für 70 bis 90 Jahre Betrieb. Die Produktionskapazität für Uran wird auf 4.000 t jährlich geschätzt. Mit seinen Aufarbeitungsanlagen für abgebrannte Brennelemente in Tscheljabinsk-65 ("Majak") und Tomsk-7 ("Sewersk") ist Russland in Bezug auf den gesamten Brennstoffkreislauf autark.

9.4 Russische Kernenergie-Politik

Russland hält am weiteren Ausbau der Kernenergiewirtschaft fest. Ende Mai 2000 wurde vom russischen Kabinett ein ehrgeiziges Konzept zur "Entwicklung der Kernenergienutzung in Russland bis zum Jahr 2030" verabschiedet. Schon jetzt ist absehbar, dass das Programm in seinen Zielsetzungen nicht vollständig wird umgesetzt werden können. Im Oktober 2006 hat das Kabinett ein überarbeitetes neues Konzept für die Jahre 2007-2010 und für die Perspektive bis 2015 vorgelegt. Es sieht die Inbetriebnahme von 2 GW pro Jahr vor. Bis 2015 sollen zehn neue Reaktorblöcke mit insgesamt 9,8 GW Leistung in Betrieb genommen werden. Weitere zehn Blöcke sollen sich noch im Bau befinden. Bis 2010 ist eine Steigerung auf 166,3 TWh und bis 2015 auf 224 TWh anvisiert. Dabei sollen je ein Reaktorblock VVER-1000 in Rostov (2009) und in Kalinin (2009) fertig gestellt werden. In den Jahren 2007 und 2008 wird mit dem Bau drei neuer Blöcke VVER-1000 begonnen. Das Volumen der Finanzierung des Programms beträgt 1.471 Mrd. Rbl (55,5 Mrd. US$), davon Eigenmittel 796,6 Mrd. Rbl (30,1 Mrd. US$) und Budgetmittel 674 Mrd. Rbl (25,4 Mrd. US$).

10. Erneuerbare Energien

Das russische Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft schätzt das technische Potenzial von erneuerbaren Energien auf 5 Mrd. Steinkohleeinheiten pro Jahr. Allein RAO EES möchte bis 2010 2 bis 3% der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gewinnen.

Dennoch bleibt der Grad der Kommerzialisierung von erneuerbaren Energien in Russland weit hinter westeuropäischem Niveau zurück. Windkraft, Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermik), Biomasse oder Geothermie haben in Russland (noch) keine große Bedeutung. Der wirtschaftliche Anreiz für Investitionen zur Nutzung erneuerbarer Energien ist angesichts erheblicher Vorkommen von Erdgas und Erdöl, niedriger Energiepreise und relativ hoher Projektkosten zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen, aber auch wegen der dringend erforderlichen Investitionen in die konventionellen Energieerzeugungsanlagen gering.

Nennenswerte Entwicklungen gibt es lediglich bei der Wasserkraft (cirka 19% der russischen Stromerzeugung). In diesem Bereich waren - nach einer langen Pause - wieder Neuinbetriebnahmen zu verzeichnen: Burejsker Wasserkraftwerk im Fernen Osten: 1 - 3. Block (2004), 4. Block (2005). Im Dezember 2006 ging der dritte Abschnitt des Wasserkraftwerkes Selentschuk in Betrieb. Darüber hinaus ist die Fortsetzung des Baus des Wasserkraftwerkes Bugutschansk in Ost-Sibirien vorgesehen. Rund 50 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 23,3 GWt sind im föderalen Unternehmen GidroOGK zusammengefasst. Während bis zum Jahr 2020 die Stromerzeugung in Wasserkraftwerken um cirka 30% steigen soll, werden die anderen erneuerbaren Energien ihren Anteil von derzeit 1% nicht wesentlich erhöhen.

Abgesehen von Wasserkraft wird der Einsatz erneuerbarer Energien auf absehbare Zeit im Wesentlichen auf Versorgungsinseln (hoher Norden, abgelegene Gebiete in Sibirien und Fernost) beschränkt bleiben. Insgesamt 20 Mio. Russen (14% der Bevölkerung) leben in kleinen Gemeinden mit 10 bis 60 Haushalten, deren Energiebedarf von Dieselgeneratoren gedeckt wird. In solchen Regionen sind die Stromkosten mit cirka 1.000 Rubel pro kWh um ein Vielfaches höher als in urbanen Regionen. Daher ist mit einer steigenden Nachfrage nach kompletten Versorgungslösungen (z.B. Kombination von wind- und dieselbetriebener Energieerzeugung) zu rechnen.

Die Möglichkeiten von Biomasse sind ebenfalls noch nicht in ausreichendem Maße erschlossen. Die Deutsche Energie-Agentur (www.dena.de) arbeitet auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien eng mit Russland zusammen (www.energieforum.ru und www.dena.de/themen/international/schwerpunkt-russland).

11. Elektrizitätswirtschaft

11.1 Marktstruktur

Im Stromsektor übt der Monopolist RAO EES ("Einheitliches Energiesystem", zu 52% Staatseigentum) die Kontrolle über 75% der Produktion und den Großteil des Leitungsnetzes aus. Nicht zum Verantwortungsbereich von RAO EES gehören die Kernkraftwerke, die unabhängigen Produzenten Mosenergo (Moskau) und Irkutskenergo (Irkutsk) sowie die Energieversorgungsunternehmen der Republiken Tatarstan (Tatenergo) und Baschkortostan (Baschkirenergo).

Im Zuge der Reform der Elektrizitätswirtschaft wurden 14 regionale (TGK) und 7 Groß-Handelsgesellschaften (OGK) zur Elektrizitätserzeugung gebildet, deren schrittweise Privatisierung vorgesehen ist. Die ersten Privatisierungen sollen 2007 erfolgen. Dies werden OKG 5 und Mosenergo sein. Die das ganze Land abdeckende Netzgesellschaft soll zu 100% in staatlicher Hand verbleiben.

Die Strompreise werden von den regionalen Energiekommissionen in Absprache mit der Föderalen Energiekommission, dem Föderalen Dienst für Tarife und dem Wirtschaftsministerium festgelegt. Sie betragen für den Endabnehmer im Niederspannungsnetz cirka 4 Cent pro kWh.

11.2 Produktion

Im Jahr 2006 wurden 991,42 TWh (+4,1%) Elektroenergie erzeugt. Der Verbrauch stieg in diesem Zeitraum um 3,7% auf 975,5 TWh. Die Produktion liegt derzeit noch unter dem Niveau von 1990 (1.080 kWh); dieses wird Prognosen zufolge erst zwischen 2010 und 2015 wieder erreicht.

Elektrizitätserzeugung
Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 Veränderung 2006 gegenüber 2005
TWh 878 890 890 916 932 952 991,42 +4,1%

In den Wärmekraftwerken, die im Jahr 2005 mit 627 TWh cirka zwei Drittel der gesamten Elektroenergie erzeugten, erfolgt die Stromerzeugung zu rund 60% aus Erdgas, gefolgt von Kohle mit 25% und Heizöl. Insgesamt werden rund 40% des geförderten Erdgases zur Stromerzeugung eingesetzt. Der Erdgasanteil soll in den kommenden Jahren gesenkt werden, um die guten Exportmöglichkeiten für russisches Gas nutzen zu können; der Kohle- und Kernenergieanteil sollen steigen. Voraussetzung ist die Umkehr der Preisrelationen zwischen Gas und Kohle. Während derzeit der Kohlepreis 1,5mal höher liegt als der für Gas, müsste für eine lohnenswerte Kohleverstromung der Gaspreis das 1,6 bis 2fache des Kohlepreises betragen. Der Beginn der Liberalisierung des Ergas- und Strommarktes kann eine Wende bringen. Die Wasserkraftwerke trugen mit 175 TWh zu 19,1% und die Kernkraftwerke mit 150 TWh zu 15,5% zur Elektroenergieerzeugung bei.

Im Jahr 2006 teilte sich die Erzeugerstruktur wie folgt auf: Wärmekraftwerke 66,5%, Wasserkraftwerke 17,7% und Kernkraftwerke 15,8%.

Die installierte Kraftwerksleitung beträgt cirka 205 GW.

11.3 Export

Exporte finden nur in geringem Umfang statt und betrugen saldiert cirka 1,5% der Stromerzeugung. Etwa die Hälfte davon geht in Länder der GUS (Ukraine, Belarus, Kasachstan). Außerhalb der GUS ist Finnland der Hauptabnehmer (drei 400 KW-Leitungen zum NORDEL-Netz). Beliefert werden auch Norwegen und die baltischen Staaten. Das Stromnetz ist bisher nicht mit dem Europäischen UCTE Netz direkt verbunden. Starke Zuwachsraten - wenn auch von niedrigem absoluten Niveau ausgehend - waren bei den Stromlieferungen nach China zu verzeichnen.

11.4 Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft

Etwa zwei Drittel der Anlagen sind technisch veraltet, etwa ein Fünftel verschlissen. Dies ist eine der Ursachen für die Probleme der Versorgung mit Elektroenergie. Waren im Winter 2005/2006 erst acht Regionen von Stromabschaltungen bedroht, sind es im Winter 2006/2007 bereits 16. Die Mängel in der operativen Betriebsführung wurden auch 2005 nicht verbessert. Aus energiewirtschaftlichen Erwägungen (der Wirkungsgrad beträgt in einigen Kraftwerken die Hälfte dessen vergleichbarer Kraftwerke in Westeuropa) und aus Gründen der Versorgungssicherheit ist die Modernisierung des Kraftwerksparks dringend erforderlich. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass in den Großstädten Russlands der Anteil der Fernwärmeversorgung in Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplung einen vergleichsweise hohen Anteil hat. Auch die Wärmeverteilungsnetze bedürfen wegen der hohen Verluste (zum Teil bis zu 40%!) einer dringenden Sanierung. Zudem ist festzustellen, dass die installierte Leistung den durch das Wirtschaftswachstum bedingten Bedarfsanstieg auf Dauer nicht mehr decken kann.

Das Investitionsprogramm von RAO EES sieht für die Jahre 2007 bis 2010 pro Jahr bis 1.600 Mrd. Rbl (cirka 60,3 Mrd. US$) für die Errichtung von 40,9 GW vor. Im Rahmen des Nationalen Projektes "Nischnij Priangarsk" werden Finanzmittel aus dem Investitionsfonds für die Fertigstellung des Wasserkraftwerkes Boguschanskoje (2.000 MW) bereitgestellt.

Wichtig - und in der politischen Diskussion um die Verbindung mit dem westeuropäischen Netz von RAO EES oftmals heruntergespielt - wäre die stabile Einbindung des sibirischen Netzes in die europäischen und fernöstlichen Netze. Dies würde die Nutzung bestehender Kraftwerkskapazitäten in Höhe von cirka 7 bis 10 GW (hauptsächlich Wasserkraft und Kohle) ermöglichen.

Zum 1.09.2006 eröffnete eine Strombörse mit dem Ziel, den Strommarkt zu liberalisieren. Ab 2007 können 5% der erzeugten Strommenge und die gesamte neu installierte Leistung frei gehandelt werden. Der Anteil der Strommenge steigt dann von Jahr zu Jahr, 2008 auf 10%. Dies wird zu einer Erhöhung der Strompreise für Industriekunden um 10% im Jahr 2007 führen. Für 2007 werden je nach Region die Strompreise für Haushalte zwischen 2 Cent und 9 Cent pro 1 KWh, die Industriepreise um die 4 Cent pro 1 KWh (Moskau) liegen.

12. Internationale Zusammenarbeit

12.1 Multilaterale Kooperation

Im Rahmen der G8-Präsidentschaft 2006 hat Russland auf dem Gipfel in Sankt Petersburg die globale Energieversorgungssicherheit als eines der Hauptthemen behandelt. Die G8-Staaten haben einen Aktionsplan "Globale Energiesicherheit" verabschiedet.

Russland ist Mitglied der International Atomic Energy Organization (www.iaea.org) und arbeitet eng mit der International Energy Agency (www.iea.org) zusammen.

Die von Russland mit unterzeichnete Energie-Charta aus dem Jahr 1994 ist bislang nicht ratifiziert worden. Das Ratifizierungsverfahren wird derzeit in der Duma nicht weiter betrieben. Russland hat auch 2006 erklärt, dass die Energiecharta und das Transitprotokoll in der derzeitigen Form den Interessen Russlands widersprechen. Es hat aber in der Petersburger G8-Erklärung zur Energieversorgungssicherheit erklärt, die Prinzipien der Energiecharta anzuwenden. Beim Abschluss des neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommens (PKA) zwischen Russland und der EU sollen deshalb hierzu weitergehende Regelungen und Prinzipien vereinbart werden.

Eine Mitgliedschaft Russlands in der OPEC ist nicht mehr Gegenstand der politischen Diskussion. Die russische Regierung hat stets ihre Unabhängigkeit von der OPEC hervorgehoben.

12.2 Zusammenarbeit Deutschland-Russland

Exporte von Energieträgern und Rohstoffen (insbesondere Erdgas und Rohöl) hatten 2005 einen Anteil von cirka 75,6% (2003: 70%) am gesamten Export Russlands nach Deutschland. Deutsche Technologien, Anlagen und Know-how im Energiebereich (insbesondere zur Energieeinsparung) haben auf dem russischen Markt steigende Absatzchancen - einerseits wegen der (preissteigerungsbedingt) wachsenden Rentabilität von Maßnahmen zur Energieeinsparung, andererseits wegen des zunehmenden Verschleißgrades der Energieumwandlungsanlagen. In Großstädten wie Moskau spielt auch die Luftreinhaltung zunehmend eine Rolle.

12.2.1 Erdgas

Deutschland ist nach den USA weltweit der zweitgrößte Erdgasimporteur. Für Russland ist Deutschland das bedeutendste Abnehmerland; umgekehrt ist Russland der größte Gaslieferant für Deutschland: cirka 41,7% der Gasimporte stammen aus Russland und cirka 35,2% des Inlandsbedarfs werden mit russischem Gas gedeckt. Die Lieferbeziehungen basieren zum größten Teil auf Langfristverträgen (mit take-or-pay-Regelungen). Im Jahr 2005 wurden 36,0 Mrd. cbm geliefert.

12.2.2 Erdöl

Deutschland bezog im Jahr 2005 cirka 38,29 Mio. t Rohöl aus Russland. Das sind 34,1% der gesamten deutschen Rohölimporte. Damit ist Russland größter Öllieferant Deutschlands. Gleichzeitig ist Deutschland der größte Abnehmer russischer Ölexporte. Die bei weitem größten Einzelabnehmer in Deutschland sind die ostdeutschen Raffinerien Schwedt und Leuna (zusammen cirka 20 Mio. t pro Jahr), die zu einem großen Teil über die seit über 40 Jahren in Betrieb befindliche Drushba-Pipeline via Belarus und Polen beliefert werden.

12.2.3 Energieeinsparung

In der deutsch-russischen Arbeitsgruppe Energieeinsparung setzt die Deutsche Energie-Agentur (www.dena.de) einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes. Diese Aktivitäten wurden 2005 auf die Regionen ausgeweitet. Die im Frühjahr 2005 in Kraft getretenen Regelungen der Kommunalreform haben zu einem steigenden Bedarf an Energieeinspartechnik und Erfahrungswissen geführt.

12.3 Zusammenarbeit mit Dritten

GUS, Mittel- und Osteuropa: Russland ist insbesondere für die Ukraine und Belarus wichtigster Energielieferant. Nach einem Lieferstopp für die Ukraine Anfang 2006 wurde ein Gaspreis von 95 US$ je 1.000 Kubikmeter vereinbart. Für 2007 beträgt er 130 US$ pro 1.000 cbm. Belarus hat auch 2006 subventionierte Erdgaslieferungen zu 46 US$ je 1.000 cbm erhalten. Für 2007 wurde ein Preis von 100 US$ pro 1.000 cbm und ein Lieferumfang von 21,2 Mrd. cbm vereinbart. Beide Länder profitierten 2005 und 2006 - direkt oder indirekt - von den Einnahmen für den Transit russischen Gases nach Westeuropa. Die Ukraine erhielt 2006 ein Entgelt von 1,6 US$ pro 1.000 cbm auf 100 km, Belarus ab 2007 1,45 US$ pro 1.000 cbm auf 100 km. Russland ist bestrebt, die Gaspreise, ausgehend vom Preis des Jahres 2006 mit 110 US$ je 1.000 cbm, für Lieferungen nach Georgien, Aserbaidschan und Armenien jährlich anzupassen.

Die Ukraine ist das Haupttransitland für russisches Gas. Im Jahr 2005 wurden über ihr Territorium mehr als 136,4 Mrd. cbm Gas transportiert. Über Belarus gingen im gleichen Zeitraum 40,8 Mrd. cbm. Nach den Streitigkeiten mit Belarus Anfang 2007 hat Präsident Putin am 9.01.2007 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die neue Lieferwege für den Transport von Öl und Gas nach Westeuropa untersuchen soll.

Gazprom versucht, Anteile an den Gasleitungsnetzen in den Transitländern zu erhalten. Dies gelang zum Beispiel bei den Verhandlungen mit Belarus; Gazprom erwarb 50% von Beltransgaz, dem Eigentümer des Leitungsnetzes.

Nach Westeuropa wurden von Gazprom 2005 insgesamt 156,1 Mrd. cbm geliefert, 2006 nach vorläufigen Angaben 160,3 Mrd. cbm. Dabei sind russische Unternehmen verstärkt bemüht direkte Endkundenbeziehungen aufzubauen (unter anderem durch den Erwerb von europäischen Unternehmensbeteiligungen). Italien entwickelt sich zum drittgrößten Gasmarkt für Russland. Im Jahr 2005 wurden 22 Mrd. cbm geliefert.

Für die Staaten Zentralasiens und des Kaspischen Raumes, die zum Teil über erhebliche Rohstoffvorkommen verfügen, ist Russland noch wichtigstes Transitland zum Export der Rohstoffe auf den Weltmarkt. Ein wichtiges Element in dieser Transportkette ist dabei die Pipeline von den kasachischen Tengis-Feldern zum russischen Ölhafen Noworossisk am Schwarzen Meer. Diese Route erhält mit der Inbetriebnahme der Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC)-Pipeline ernsthafte Konkurrenz. Mit Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan hat Gazprom langfristige Gaslieferverträge unterzeichnet. Im Jahr 2007 werden rund 67 Mrd. cbm aus Mittelasien bezogen. Inwieweit eine Ausweitung der Lieferungen vor dem Hintergrund des sanierungs- und modernisierungsbedürftigen Transportnetzes realistisch ist, wird von Investitionen in den Kapazitätsausbau der Magistralleitungen nach Russland abhängen.

Türkei: Die Türkei wird als Abnehmer russischen Erdgases immer wichtiger. Von den im Jahr 2005 insgesamt verbrauchten 25,8 Mrd. cbm Erdgas hat Russland 18 Mrd. cbm geliefert, wobei der größte Teil der Gaslieferungen über die Ukraine erfolgte. Lediglich cirka 5,1 Mrd. cbm (2004: 3 Mrd. cbm) erreichten über die neu errichtete Blue-Stream-Pipeline (Jahreskapazität: 16 Mrd. cbm) durch das Schwarze Meer die Türkei.

USA: Ölexporte in die USA spielen vorerst mit cirka 1% Anteil am russischen Gesamtexport eine untergeordnete Rolle. Beide Staaten haben mehrfach die Absicht geäußert, den Öl- und Gasexport in den kommenden Jahren deutlich auszubauen. Dafür wären noch erhebliche Investitionen erforderlich, sowohl für die Erschließung neuer Vorkommen als auch den Aufbau von Exportwegen (Großraum Murmansk, Ferner Osten). Insbesondere Gazprom strebt eine Ausweitung seiner Aktivitäten auf dem US-Markt an. Bisher erwirbt Gazprom LNG der British Gas Group und verkauft dieses an Shell Western BV zur Vermarktung auf dem US-Markt. Zum Ende des Jahrzehnts sind direkte Lieferungen von russischem LNG in die USA geplant.

Japan zeigt großes Interesse an dem - zeitlich noch vor der Anbindung Chinas - Bau einer Fernost-Ölpipeline (Jahreskapazität: cirka 50 Mio. t, gespeist zu etwa gleichen Teilen aus West- und Ost-Sibirien). Russland hat sich vorerst hinsichtlich der Reihenfolge der Projektrealisierung noch nicht festgelegt, wobei nicht zuletzt das für die Projekte notwendige Rohölaufkommen bei der Entscheidungsfindung mit von Bedeutung sein dürfte. Derzeit zeichnet sich eine Priorität für Nachodka (Fernost) und damit für Japan ab. Gegenwärtig entsteht auf Sachalin das erste LNG-Terminal Russlands. Angestrebt ist eine Leistung von 9,6 Mio. t pro Jahr. Das Unternehmen Sachalin Energy hat bereits ein Abkommen mit der japanischen Gesellschaft Hiroshima Gas über LNG-Lieferungen ab 2008 geschlossen. Neben Öl- und Gasprojekten auf Sachalin soll die Zusammenarbeit auf die Erschließung von Gas- und Kohlevorkommen in Jakutien, Energiesparprojekte und Kernenergie ausgeweitet werden.

VR China: Planungen gibt es sowohl zum Öl- Pipelinebau (Kapazität: zunächst cirka 30 Mio. t pro Jahr) als auch zum Gas-Pipelinebau von Russland nach China. Die Stromlieferungen nach China betrugen im Jahr 2005 cirka 492 Mio. kWh. Die Erdöllieferungen (per Bahn) erreichten über 8 Mio. t, was 9,2% des Gesamtimportes entspricht. Im Gespräch ist der Bau einer "Energiebrücke" von Irkutsk über Ulan-Bator (Mongolei) nach Peking.

Indien zeigt reges Interesse an Beteiligungen in der Öl- (und Gas-)Förderung, so das indische Staatsunternehmen ONGC an der Erschließung des sibirischen Gasvorkommens Kowykta. Das Tochterunternehmen der ONGC, Videsh, beteiligt sich an Sachalin 1.

(B)