| Russlands Saftmarkt beeindruckt auslaendische Investoren |
PepsiCo kauft Marktführer Lebedjanskij / Jährlich zweistellige AbsatzzuwächseMoskau (bfai) - Russlands Markt für Fruchtsäfte wird immer attraktiver für internationale Konzerne. Im August 2007 wurden gleich zwei große Hersteller von ausländischen Unternehmen gekauft. Spektakulärste Übernahme war der Einstieg von PepsiCo beim führenden Saftproduzenten Lebedjanskij. Gleichzeitig investieren die Betriebe in neue Fertigungskapazitäten, um den wachsenden Durst der russischen Verbraucher befriedigen zu können. (Kontaktanschrift) Russlands Saftmarkt wächst zweistellig und wird in den kommenden Jahren für neue Investitionen in Abfüllanlagen sorgen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Business Analytica ist der landesweite Absatz 2006 um 13% auf 2,57 Mrd. Liter angewachsen (Wertzuwachs: 20%). Der Umsatz mit Fruchtsäften hat dabei ein Marktvolumen von 3 Mrd. US$ erreicht. Für das laufende Jahr werden Wachstumsraten zwischen 10 und 12% erwartet.Die guten Zahlen locken immer mehr ausländische Investoren an. Wie die russische Wirtschaftszeitung Kommersant Mitte August 2007 berichtete, will der US-Konzern PepsiCo 70% des größten Saftherstellers im Land, Lebedjanskij, übernehmen. Die Kaufsumme von rund 2 Mrd. US$ wäre ein Rekord in der russischen Saftbranche und zeigt, wie attraktiv dieser Wirtschaftszweig inzwischen ist. Coca-Cola hatte schon 2005 den heute zweigrößten Safthersteller Multon für 500 Mio. $ gekauft. Mitte 2007 dann hatte der US-Konzern noch den Getränkehersteller Aqua Vision (Moskauer Oblast, produziert Biosäfte der Marke "botaniQ") für 190 Mio. $ übernommen. Außerdem baut Coca-Cola im Gebiet Rostow-am-Don eine neue Limonaden- und Saftfabrik für 120 Mio. $ (Jahreskapazität: 3 Mio. Hektoliter). Für PepsiCo drängt also die Zeit, um den Konkurrenten nicht allzu sehr enteilen zu lassen. Denn mit seiner eigenen Saftmarke Tropicana ist das Unternehmen bislang nur schwach in Russland vertreten. Der Marktanteil dieser Getränkesorte soll laut Analysten lediglich bei 1,9% liegen. Tropicana wird bislang beim Saftproduzenten Nidan produziert, der ebenfalls ins Visier ausländischer Käufer geraten ist. Die Nummer Drei am Markt soll im Herbst 2007 an den britischen Fonds Lion Capital verkauft werden, wie Moskauer Zeitungen im August berichteten. Nidan (Saftmarken "Champion", "Da!", "Moja Semja") ist vor allem in Sibirien erfolgreich. Das erste Werk wurde 1998 in Nowosibirsk eröffnet. Da erst vor drei Jahren eine Premiummarke ("Caprice") etabliert wurde, blieb das Unternehmen bei den Umsatzzahlen bislang hinter Wimm-Bill-Dann zurück, liegt beim Volumen aber vor dem Moskauer Lebensmittelkonzern. Um die Marktposition zu halten oder gar auszubauen, plant Nidan in den nächsten Jahren nach Angaben der Geschäftsführung Investitionen von 50 Mio. $. Deshalb hat sich das Unternehmen den finanzkräftigen Investor aus Großbritannien gesucht. Auch Marktführer Lebedjanskij will sein Geschäft erweitern und hat für die nächsten fünf Jahre Investitionen von 250 Mio. $ angekündigt. Geplant sind ein neues Werk in Nowosibirsk, der Ausbau bestehender Fabriken und ein Logistikzentrum. Die Übernahmewelle im russischen Saftbusiness erklärt sich auch mit dem zunehmenden Wettbewerb. Zwar ist die Konzentration in der Branche immer noch sehr hoch, und die führenden vier Hersteller kontrollieren über 80% des Marktes. Doch kleinere Produzenten holen zunehmend auf. So hat der Wolgograder Hersteller Pridonje (Marke: "Sady Pridonja") in den letzten beiden Jahren Wachstumsraten von über 200% hingelegt und seinen Marktanteil ständig ausgebaut (2006: 3%). Experten rechnen damit, dass das Unternehmen schon bald ein Zehntel des russischen Saftmarktes für sich beanspruchen kann. Ein Plus der Wolgograder ist die eigene Rohstoffbasis mit Obstanbauflächen von demnächst fast 3.000 Hektar. Wachstumspotenzial für die Saftbranche gibt es vor allem in den Regionen, wo der Verbrauch bislang sehr gering ist. Während ein durchschnittlicher Moskauer pro Jahr etwa 50 Liter Saft trinkt, liegt dieser Wert in der Provinz erst bei drei Litern (Durchschnittswert für Russland: 16 Liter). Mit den steigenden Einkommen werden sich die Kaufgewohnheiten bei Getränken zugunsten von Fruchtsäften verändern, hoffen die Hersteller. Dabei werden vor allem preisgünstige Säfte die Wachstumstreiber in Russland sein.
*) Jahresdurchschnittskurs 2006: 1 Euro = 34,11 Rubel Quelle: Business Analytica Den Absatz steigern sollen auch Investitionen ins Marketing und das Produktdesign. Bislang dominieren unter den Verpackungsarten bei Saft die Getränkekartons. Sie kamen 2006 in Russland auf einen Anteil von 94,8%. Säfte in PET-Flaschen kamen auf 3%, in Glasflaschen auf 1,2%. Der Trend geht zu größeren Verpackungen von 1,5 und mehr Litern. Da der Wettbewerb im Saftgeschäft zunimmt, wächst die Nachfrage nach ausgefallenen Verpackungen, die sich von der Konkurrenz absetzen.
1) nach Verkaufsvolumen im Einzelhandel; 2) ohne die Unternehmen Progress und Troja Quelle: Business Analytica
Quelle: Russische Union der Safthersteller KontaktanschriftRossijskij sojus proiswoditeljej sokow (Russische Union der Safthersteller) Semljanoj wal 50A/8, Gebäude 3, 109028 Moskau Tel./Fax: 007/495 502 99 38 E-Mail: rsps@rsps.ru, Internet: www.rsps.ru (S.Z.) |
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