| Leichtindustrie im Gebiet Tjumen will neue Ausrüstungen anschaffen |
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Studie zeigt Investitions- und Entwicklungschancen der Textil- und Bekleidungsbranche / Konkurrenzfähige Nischenprodukte Moskau (bfai) - Der Süden des russischen Gebiets Tjumen bietet gute Voraussetzungen für die Schaffung eines Leichtindustrie-Clusters. Spezialisierte Hersteller von Arbeitskleidung, Schuhen und Pelzen wollen in den nächsten Jahren ihre Produktion ausweiten und dafür in neue Ausrüstungen investieren. Außerdem sucht die Textil- und Bekleidungsindustrie der Region Partner für künftige Gemeinschaftsprojekte. Eine aktuelle Studie hat die Entwicklungsmöglichkeiten im Oblast analysiert. (Kontaktanschriften) Der Tjumener Oblast lebt heute vor allem von ihren reichen Öl- und Gasvorkommen und wird mitunter als "russisches Texas" oder als "russische Emirate" bezeichnet. Etwa 90% der Gasvorräte und zwei Drittel der Ölreserven Russlands lagern in den unwirtlichen Weiten jenseits des Polarkreises. Doch die Verwaltung der Region weiß um die Endlichkeit der Vorräte und strebt eine Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur an. Gestärkt durch die sprudelnden Rohstoffeinnahmen bemüht sich das Gebiet um mehr Investitionen in die Forst- und Holzwirtschaft, den Transport- und Logistiksektor, die Lebensmittelbranche und den Maschinenbau. Einen Schwerpunkt soll die Entwicklung der Textil- und Bekleidungsindustrie darstellen. Consultants von Rödl & Partner haben dafür einen Investitionsführer erarbeitet, der die wichtigsten Branchenunternehmen in der Region auflistet und Möglichkeiten für eine Kooperation oder Investments zeigt. Anfang Juli 2007 wurde in Moskau die Strategie vorgestellt, die sich auf den Süden des Oblast rund um die Hauptstadt Tjumen konzentriert.
Quelle: Rödl & Partner In der Region gibt es derzeit ein Leder verarbeitendes Unternehmen, drei Schuhfabriken, 15 größere Nähereien (unter anderem für Heimtextilien, Pelze und Bekleidung), einen Produzenten von Wollstoffen und Garnen sowie eine Teppichfabrik. Gegen Importtextilien im Massensegment kommen diese Hersteller allesamt nicht an, sie setzen statt dessen auf hoch spezialisierte Nischen. Dazu gehört Arbeitskleidung für die Öl- und Gasarbeiter im Norden der Region, für medizinisches Personal und für das Hotel- und Gaststättengewerbe, und hochwertige Kinderbekleidung. "Die Massenproduktion von Hemden, T-Shirts oder Jeans können chinesische oder vietnamesische Hersteller besser und billiger", erklärt Thomas Seitz, Executive Consultant bei Rödl & Partner und Projektleiter der Investitionsstudie. "Die Chance der Tjumener Unternehmen liegt in Spezialprodukten, bei denen intelligente Materialien verwendet werden." Fast alle Textil- und Bekleidungshersteller der Region wachsen deutlich zweistellig. Mit der Anschaffung neuer Maschinen und Ausrüstungen wollen sie ihre Produktion in Zukunft ausbauen.
*) Kurs am 3.7.07: 1 Euro = 34,94 Rubel Quelle: Rödl & Partner Die Oblastverwaltung unterstützt die Unternehmen mit Steuervergünstigungen, Kreditgarantien und Zuschüssen für Marketingaktivitäten. Fördermittel in Höhe von bis zu zwei Drittel der Kreditzinsen für Investitionen können aus dem Regionalbudget in Anspruch genommen werden. "Wir haben außerdem Förderungen für eine Messebeteiligung in Mailand und für den Druck von Warenkatalogen bekommen", erzählt Igor Bratuchin, Direktor des Pelzherstellers TOMF. Sein Unternehmen will den Jahresumsatz bis 2010 auf dann 400 Mio. Rubel gegenüber 2006 vervierfachen. Sollten sich ausländische Investoren für die Betriebe der Tjumener Leichtindustrie finden, würden die Neuanschaffungen von Maschinen und Ausrüstungen gegenüber den bisherigen Plänen (obere Tabelle) deutlich ausgeweitet.
Quelle: Rödl & Partner Rödl & Partner empfehlen der Gebietsverwaltung die Bildung eines Industrieclusters für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Zentrum sollte dabei Tjumen sein, Unterzentren die Standorte Tobolsk, Jalutorowsk und Ischim. Ein weiterer Vorschlag geht dahin, mehrere Unternehmen der Branche an einem Standort zu bündeln und dort ein Innovationszentrum für die Leichtindustrie zu schaffen. In Frage käme dafür laut Consultant Kneitz zum Beispiel das Gelände der Wollstoffe-Fabrik Krosno, die über 40 Hektar verfügt, davon 16 Hektar unbebaut. Für die Schaffung eines solchen Zentrums wären über 100 Millionen Euro zusätzliche Investitionen nötig. Die Leichtindustrie rund um Tjumen setzt zunächst vor allem auf den regionalen Absatzmarkt, der als sehr perspektivreich gilt. Als eine der wenigen Regionen in Russland kann die Tjumener Oblast steigende Bevölkerungszahlen vorweisen. Zwischen 2000 und 2005 wuchs die Zahl der Einwohner um 3%, die Hauptstadt Tjumen hat heute 30.000 Einwohner mehr als noch vor vier Jahren (Ende 2006: 543.000). Die Durchschnittseinkommen liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt (März 2007: Russland 12.400 Rubel, Oblast Tjumen 27.800 Rubel). Arbeiter in der regionalen Leichtindustrie verdienen etwa 9.000 Rubel pro Monat (russischer Durchschnitt März 2007: 6.000 Rubel) Die Regionalverwaltung verlangt von den Handelsketten einen bestimmten Prozentsatz regionaler Produkte in den Regalen, was auch dem Absatz von Textilien und Bekleidung aus dem Tjumener Gebiet zugute kommt. KontaktanschriftenRödl & Partner Consulting GmbH Executive Consultant: Dr. Thomas Kneitz Erlenstegenstraße 40, 90491 Nürnberg Tel.: 0911/59 81 44 70, Fax: -58 85 39 99 Internet: www.roedl.de Assoziazia predprijatij legkoi promyschlennosti Tjumenskoj oblasti (Vereinigung der Unternehmen der Leichtindustrie in der Tjumener Oblast) Vorsitzender: Igor Witaljewitsch Bratuchin (Firma TOMF) Schtscherbakowa uliza 4, 625005 Tjumen Tel.: 007/3452/46 25-35, Fax: -37 E-Mail: Eurocoat@ttknet.ru Administrazija Tjumenskoj oblasti (Verwaltung der Tjumener Oblast) Abteilung für Investitionspolitik und Wirtschaftsförderung Ansprechpartner: Wladimir Andrejewitsch Katunzew (spricht Deutsch) Tel.: 007/3452/29 65 13, Fax: -29 55 05 Internet: www.admtyumen.ru, E-Mail: SorokinaSV@invest.tmn-obl.ru (Dort ist eine Broschüre mit den Investitionsprojekten erhältlich.) (S.Z.) |
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