Großinvestitionen in Russlands Goldbergbau

Poljus Zoloto erschließt größte Lagerstätte im Land / Goldgewinnung rückläufig / Beschränkungen für Ausländer / Von Waldemar Lichter

Moskau (bfai) - Von der russischen Goldindustrie wird in den nächsten Jahren eine hohe Nachfrage nach Ausrüstungen für die Suche und Erschließung von Lagerstätten, den Erzabbau, die Aufbereitung und Verarbeitung zu erwarten sein. Es sind einige neue große Vorhaben auf dem Weg. Investitionen in Millionenhöhe, darunter auch in die Beschaffung von Ausrüstungen, werden erforderlich sein. Ihre Aktivitäten in Russland haben auch Unternehmen aus dem Ausland verstärkt. Sie müssen allerdings in Zukunft mit Beschränkungen rechnen. (Kontaktanschriften)

Poljus Zoloto hatte Glück: Für nur 34,5 Mio. US$ erwarb der größte russische Goldkonzern (eine Ausgliederung des Rohstoffkonzerns Norilsk Nikel) die Lizenz für die Lagerstätte Natalkinskoje im Gebiet Magadan. Die zweijährigen Explorationsarbeiten ergaben, dass Natalkinskoje im wahrsten Sinne eine Goldgrube ist. Mit Vorräten von 1.500 t zählt sie zu den drei größten Goldlagerstätten weltweit. In Russland ist sie Nummer eins, noch vor der bisher größten Hoffnung des lokalen Goldbergbaus, der Lagerstätte Suhoi Log.

Die Investitionen in die Lagerstätte und die Erzaufbereitung in Natalkinskoje werden auf etwa 1,5 Mrd. US$ geschätzt, sagte Jewgenij Iwanow, Generaldirektor von Poljus Zoloto auf dem 2. Internationalen Summit "CIS Precious Metals" der Adam Smith Conferences Mitte Februar 2006 in Moskau. Das Aufbereitungswerk könnte eine Kapazität von 40 Mio. t Erz pro Jahr haben. Die Goldproduktion werde 1 Mio. Unzen im Jahr erreichen.

Eine zweite neuentdeckte Lagerstätte von Poljus Zoloto, in die jetzt verstärkt investiert wird, ist Tschortowo Koryto im Gebiet Irkutsk. Die Investitionen werden sich nach Angaben von Iwanow auf 170 Mio. US$ belaufen. Der Beginn der Ausbeutung ist für 2012 geplant. Die Produktion wird sich dort auf 4 t Gold/Jahr belaufen.

Bis 2015 will Poljus Zoloto 3,4 Mrd. US$, darunter auch in Zukäufe, investieren. Für die Exploration in bestehenden und neuen Lagerstätten werden in diesem Zeitraum 800 Mio. US$, davon alleine 2007 rund 100 Mio. US$, eingesetzt. Ziel des Unternehmens ist, bis 2015 zum fünftgrößten Goldproduzenten der Welt aufzusteigen. Die Produktion wird von derzeit rund 1,2 Mio. (2006, plus 16% gegenüber dem Vorjahr) auf 3,9 Mio. Unzen mehr als verdreifacht.

In die Exploration und Ausbeutung von Goldlagerstätten investieren auch andere lokale, aber auch zahlreiche ausländische Unternehmen in Russland. Das russische Unternehmen GDK Sibir plant beispielsweise, 2012/13 eine neue Goldmine im Staduchninskij Rayon in Tschukotka in Betrieb zu nehmen. Die Produktion soll 10 t/Jahr betragen. Derzeit gewinnt GDK Sibir rund 400 kg Gold pro Jahr im Altai, Ural und in Tschukotka. Seine Explorationsinvestitionen will auch der zweitgrößte russische Goldhersteller Polymetall (größter Silberhersteller Russlands) erhöhen.

Der russische Goldbergbau ist auch für ausländische Unternehmen attraktiv. Fünf der sieben größten Produzenten in Russland sind Firmen mit ausländischem Kapital - Peter Hambro, Bema Gold (Ende 2006 erworben durch Kinross Gold), Highland Gold Mining, Kinross Gold und High River Gold. Allein 2006 sind vier Joint Venture zwischen ausländischen und russischen Unternehmen gegründet worden, die sich auch mit der Exploration im Edelmetallbereich befassen sollen. Es handelt sich um Rio Tinto und Norilsk Nikel (49%/51%), BHP Billiton und Norilsk Nikel (49%/51%), Anglogold und Polymetall (50%/50%) und AngloAmerican und Sewerstal Resurs (k.A. /v.a. Kupfer, Nickel, Zink).

Nachdem Barrick Gold seine Beteiligung an Highland Gold Mining 2006 von 20 auf 34% aufstockte, werden dessen Goldaktivitäten in Russland von Highland Gold weiter geführt. Wichtigstes neues Projekt von Highland Gold ist die Lagerstätte Maiskoje in Tschukotka. Ein weiteres größeres Vorhaben, das gemeinsam mit dem kasachischen Unternehmen Kazzink durchgeführt wird, ist die Ausbeutung der Lagerstätte Nowoschirokinkoje im Gebiet Tschita (neben Gold Blei, Zink, Silber).

Ausländische Unternehmen, die sich im russischen Goldbergbau betätigen wollen, werden allerdings künftig mit einigen Einschränkungen rechnen müssen. Von dem von der Regierung Ende Januar 2007 beschlossenen Gesetzentwurf über sog. strategische Wirtschaftssektoren, der die Beteiligung ausländischen Kapitals an besonders großen Lagerstätten oder wichtigen Industrieunternehmen auf maximal 49% begrenzt, ist auch dieser Sektor betroffen. Unter diese Beschränkung sollen Goldlagerstätten ab 50 t fallen.

Die russische Goldbranche beunruhigt der starke Rückgang der Produktion von Waschgold (2006: minus 14% gegenüber dem Vorjahr). Das ist der Grund, warum die russische Goldproduktion seit 2003 insgesamt wieder rückläufig ist. Auf Waschgold entfallen immerhin 40% der gesamten russischen Gewinnung des Edelmetalls. Der Grund für den Rückgang sind Probleme mit den Lizenz- und Steuerbehörden.

Die größten Goldlagerstätten in Russland
Lagerstätte Lizenzinhaber Goldgehalt g/t Vorräte in t/Mio. Unzen *)
Natalkinskoje Poljus Zoloto 1,7 1.500 / 48
Suhoi Log Russische Föderation/ noch nicht vergeben 2,7 1.000 / 33
Neshdaninskoje Poljus Zoloto 5 477 / 15
Olimpiada Poljus Zoloto 3,9 377 / 12
Blagodatnoje Poljus Zoloto 2,4 222 / 7
Maiskoje Highland Gold 16,3 136 / 4
Kjutschus Poljus Zoloto 9,8 136 / 4
Kupol Bema Gold (Kinross) 16,9 120 /3,8
Kuranach Poljus Zoloto 1,7 110 / 3,5
Pioner Peter Hambro Mining 1,4 100 / 3

Quelle: Poljus Zoloto, CIS Precious Metals Summit 2007/Adam Smith Conferences

*) nach russischer Klassifikation B+C1+C2

Die größten Goldlagerstätten weltweit
Lagerstätte Lizenzinhaber Goldgehalt g/t Vorräte in Mio. Unzen Stand
Grasberg (Indonesien) Freeport-McMoran 0,9 83,5 Abbau
Muruntau (Usbekistan) Nawoijskij GMK 2,5 48,2 Abbau
Natalkinkoje (Russland) Poljus Zoloto 1,7 41,2 Noch kein Abbau
Nevada Operations (USA) Newmont Mining 1,5 33 Abbau
South Deep (Südafrika) Gold Fields 7,7 29,3 Abbau
Suhoi Log (Russland) Russische Föderation 2,8 26 Noch kein Abbau

Quelle: Poljus Zoloto, CIS Precious Metals Summit 2007/Adam Smith Conferences

*) nach russischer Klassifikation B+C1+C2

Russische Goldproduktion und -förderung (in kg)
2000 2003 2004 2005 2006
Goldproduktion, einschl. Recycling 142.738 176.920 174.136 168.068 164.321
Goldförderung, 130.792 158.065 158.880 152.064 147.619
Förderung nach wichtigsten Regionen
Gebiet Krasnojarsk 17.845 30.046 30.359 28.813 31.491
Republik Sacha (Jakutien) 16.743 20.256 20.225 18.784 19.920
Gebiet Magadan 29.458 26.307 23.042 22.692 17.288
Gebiet Chabarowsk 9.177 17.684 20.925 18.219 15.742
Gebiet Irkutsk 16.400 16.628 13.648 15.159 14.542
Gebiet Amur 11.788 13.102 14.224 14.726 14.491
Republik Burjatien 6.613 8.057 8.222 6.641 6.895
Gebiet Swerdlowsk 3.511 5.519 5.703 5.574 6.480

Quelle: Verband der Russischen Goldindustriellen, Vorsitzender Walerij Braiko

Kontaktanschriften:

OAO Poljus Gold

Twerskoj Bulv. 15, str. 1, 123104 Moskau / Russische Föderation

Tel.: 007/495/6 41 33 65, Fax: -5 44 54 92

Internet: http://www.polyusgold.com, E-Mail:

 

OAO Polymetall UK

Prosp. Narodnogo Opoltschenija 2, 198216 St. Petersburg / Russische Föderation

Tel.: 007/495/3 34 36 64, Fax: -7 53 63 76

Internet: http://www.polymetal.ru, E-Mail:

 

OAO GDK Sibir

Derbenewskaja Nab. 11, korp. B, 115114 Moskau / Russische Föderation

Tel.: 007/495/9 13 68 72, Fax: -91 3 67 98

Internet: http://www.gdksibir.ru, E-Mail:

 

Adam Smith Conferences

Ansprechpartner: Frank Dewitz

6th Floor, 29 Bressenden Place, London, SW1E 5DR

Tel.: 0044/207/4 90 37 74, Fax: -5 05 00 79

Internet: http://www.asi-conferences.com, E-Mail: , (Frank Dewitz)

(W.L.)